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Fußball, Bundesliga

Dem deutschen Fußball droht ein harter Herbst.

18.10.2020 - 11:26:10

Angst vor erneutem Lockdown - Bundesliga fürchtet Corona-Herbst - Watzke rügt Politik. Vielerorts gibt es keine oder nur wenige Zuschauer in den Stadien, Clubs beklagen neue Corona-Fälle nach Länderspielreisen. Die Branche will mit aller Kraft den schlimmsten Fall abwenden.

Frankfurt/Main die Bürger angesichts der dynamischen Lage am Samstag dazu aufrief, Kontakte zu beschränken und weniger zu reisen, sieht der Plan der Clubs in den nächsten Wochen so aus: wöchentlich  Europapokal-Reisen, häufig in Risikogebiete, und schon im November der nächste Dreierpack an Länderspielen, die oftmals weite Wege quer über den derzeit von Corona geplagten Kontinent erfordern.

Genau an diesen Länderspielen stören sich einige Liga-Bosse. Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen, den es mit drei Corona-Ausfällen nach der Länderspielpause am härtesten traf, forderte ein Umdenken. «Das ist ein Ausrufezeichen, das wir jetzt mal setzen müssen, vielleicht als Liga, vielleicht über die DFL, dass wir in der nächsten Abstellungsperiode anders agieren», sagte Rosen bei Sky. Zur Not müsse man «intensiver drüber nachdenken, die Jungs nicht gehen lassen», fügte der Funktionär an. 

Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche sieht die Situation ähnlich. «Wenn man die steigenden Zahlen sieht, muss man sich schon Gedanken machen, ob es in der nächsten Abstellungsperiode Sinn macht, abzustellen», forderte Krösche. Bei den Vereinen klingt zwischen den Zeilen stets durch: Europapokal-Reisen ins Risikogebiet sind okay, da müssen Länderspiele nicht auch noch sein. Dass die Verbände den Ligen im Frühjahr mit ihrer EM-Verschiebung auf 2021 entgegengekommen sind, scheint bei einigen Liga-Verantwortlichen bereits wieder verdrängt.

Neben infizierten Spielern bleibt vor allem die Zuschauerfrage ein Reizthema. Watzke rechnete im Fernsehstudio anschaulich vor, was die gestiegenen Coronazahlen für die Vereinskasse seines BVB bedeuten: «Wir haben eine riesige Kostenstruktur, und wir müssen irgendwann Geld einnehmen. Das war jetzt wieder ein Rückschlag, dass wir ohne  Zuschauer spielen müssen. Schalke wird uns eine Million kosten, gegen Sankt Petersburg das gleiche.» Bei der aktuellen Entwicklung ist zudem nicht damit zu rechnen, dass die Clubs ihre Zuschauerzahlen in Richtung Adventszeit schnell wieder erhöhen können.

In den Tenor mancher Funktionärskollegen, dass man wegen der gründlichen Hygienekonzepte auch bei Grenzwert-Überschreitungen mit Publikum spielen könne, wollte Watzke nicht einstimmen. «Wir haben ein Konzept vorgelegt und haben der Politik diese 35 als Zahl angeboten», sagte der 61-Jährige mit Blick auf den Inzidenzwert, der die Zahl der infizierten Menschen der vergangenen sieben Tage pro 100 000 Einwohner angibt. «Verlässlichkeit heißt, dass wir zu dem Angebot, das wir gemacht haben, stehen und nicht jetzt schon wieder versuchen, nachzuverhandeln», fügte Watzke an.

Einen Seitenhieb auf die Politik konnte er sich trotzdem nicht verkneifen. Der BVB-Boss kritisierte das seiner Ansicht nach «populistische Fußball-Bashing», das zuletzt «teilweise aus der Bundesregierung» gekommen sei. «Ich fand es nicht zielführend», sagte Watzke über eine Merkel-Aussage zur Bedeutung des Fußballs, die er aber nicht mehr konkret in Erinnerung hatte. Merkel hatte in der Vorwoche gesagt: «Man kann überlegen, ob man bei Fußballspielen weniger Leute oder gar keine hereinlässt.» Watzke mahnte: «Wir müssen nicht die Frage nach Wichtigkeit stellen, sondern die nach Gefährdungspotenzial.»

© dpa-infocom, dpa:201018-99-984258/3

@ dpa.de

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