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Fußball, Bundesliga

Borussia Dortmund müht sich gegen Hertha BSC zu einem 1:0.

06.06.2020 - 20:46:06

30. Spieltag - BVB festigt gegen Hertha Rang zwei. Der Sieg könnte am Ende enorm wichtig sein - weil die Konkurrenten gepatzt haben. Der BVB ist auf dem besten Weg in die Champions League.

Dortmund - Borussia Dortmund hat den zweiten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga gefestigt und den Höhenflug von Hertha BSC vorerst gebremst.

Ungeachtet der durch die jüngste Friseur-Affäre einiger Profis entstandene Unruhe gelang dem Revierclub mit dem 1:0 (0:0) ein großer Schritt Richtung Champions League. Im leeren Signal Iduna Park sorgte Emre Can (58.) am Samstag für den verdienten Erfolg der Borussia, die bei noch vier Saison-Spielen sieben Punkte Vorsprung auf Rang fünf aufweist.

«Wir müssen immer noch versuchen, die restlichen Spiele zu gewinnen», sagte Can bei Sky. «Wir müssen auf uns selber schauen. Klar, unser Ziel ist es, in der nächsten Saison in der Champions League zu spielen.»

Die Gäste aus Berlin mussten dagegen die erste Niederlage unter der Regie des neuen Trainers Bruno Labbadia nach zuvor drei Siegen und einem Remis hinnehmen. «Leider ist das Ergebnis nicht gut für uns», sagte Vladimir Darida. Die ersten 30 Minuten sind schlecht gelaufen, Dortmund hat gut verlagert. Dann haben wir es ganz gut gemacht, auch in der zweiten Halbzeit.(...) Schade, dass wir keinen Punkt geholt haben.»

Beim BVB konnte von einer ungestörten Vorbereitung auf die Partie keine Rede sein. Weil sich Manuel Akanji und Jadon Sancho daheim von einem Star-Friseur die Haare hatten schneiden lassen und damit gegen die strengen Corona-Bestimmungen verstießen, hatte die Deutsche Fußball Liga Geldstrafen gegen die beiden BVB-Spieler verhängt. Dennoch schenkte ihnen Trainer Lucien Favre das Vertrauen und beorderte sie in die Startelf.

«Man muss den Jadon ein bisschen führen», sagte Can. «Er ist ein super Junge, außerhalb des Platzes auch. In solchen Sachen muss er einfach ein bisschen schlauer sein, erwachsener werden. Das darf er sich in Zukunft nicht mehr leisten.» Der 20-jährige Engländer müsse «in manchen Dingen disziplinierter sein, das weiß er auch. Ich glaube nicht, dass er das extra macht.»

Zumindest schienen die unliebsamen Schlagzeilen keinen negativen Einfluss auf die Mannschaft zu haben. Der BVB übernahm von Beginn an die Regie und erspielte sich ein Plus beim Ballbesitz.

Doch wie schon in den vergangenen Partien unter Trainer Labbadia erwies sich die Hertha-Defensive als gut organisiert und ließ in der Anfangsphase nur eine Chance des BVB durch Thorgan Hazard (21.) zu. Doch der Belgier schoss aus kurzer Distanz vorbei. Dass auch BVB-Spielmacher Julian Brandt zwei Minuten später aus rund 16 Metern das Tor verfehlte, passte ins Bild einer Borussia, die zwar engagiert, aber wenig zwingend auftrat.

So gelang es den Berlinern, die zuletzt starke Dortmunder Offensive in Schach zu halten. Dagegen ging der Plan von Labbadia, mit Kontern für Nadelstiche zu sorgen, nicht auf. Bis zur Pause blieben die Berliner ohne Torchance, weil sich auch die Dortmunder in der Abwehr keine Blöße gaben. Der Unterhaltungswert der Partie hielt sich deshalb zunächst in überschaubaren Grenzen.

Nach Wiederanpfiff mühte sich die Borussia weiter um mehr Torgefahr und war der Führung erstmals richtig nah. Doch nach sehenswerter Kombination und Zuspiel von Hazard ließ Sancho in der 51. Minute die bisher größte Chance der Partie aus und verfehlte aus wenigen Metern das Tor. Und weil sich nun auch die Berliner bei einem Schuss des in der ersten Halbzeit eingewechselten Alexander Esswein nur fünf Minuten später dem BVB-Tor annäherten, nahm die Partie nach langem Vorlauf Fahrt auf.

Der Führungstreffer der Borussia brach den Bann. Nationalspieler Can, der den gesperrten Mats Hummels als Abwehrchef vertrat, war nach einer Kopfballverlängerung von Brandt zur Stelle und schloss den Angriff mit einem überlegten Schuss aus 14 Metern ins rechte untere Eck zum 1:0 ab. Im Anschluss gab die Hertha zwar ihre defensive Grundausrichtung auf, das brachte die BVB-Abwehr aber nicht mehr ins Wanken.

@ dpa.de

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