Fußball, Bundesliga

Bis auf zwei Punkte hätte Leverkusen an einen Königsklassen-Rang heranrücken können.

17.03.2019 - 15:50:06

26. Spieltag - Reife Bremer stoppen Leverkusen - Eggestein überragt. Doch gegen starke Bremer muss die Werkself einen Dämpfer hinnehmen. Werder bleibt 2019 ungeschlagen - besonders ein Mann spielt vor seinem möglichen Nationalelf-Debüt stark.

Leverkusen - Herber Rückschlag für Bayer Leverkusen, wichtiger Sieg für Werder Bremen.

Angeführt vom Löw-Neuling Maximilan Eggestein haben die Hanseaten durch den nicht unverdienten 3:1 (2:0)-Erfolg im Rheinland den Aufwärts-Trend der Leverkusener gestoppt und dürfen sich nun vermehrt Hoffnungen auf eine Europacup-Teilnahme machen. Bayer bleibt nach dem 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga Sechster und verpasste es, nach der beeindruckenden Aufholjagd der letzten Wochen, bis auf zwei Zähler an einen Champions-League-Platz heranzurücken. Die im Jahr 2019 noch ungeschlagenen Bremer haben als Achter derweil nur noch drei Punkte Rückstand auf Leverkusen.

Kapitän Max Kruse mit seinem siebten Saisontor nach Vorarbeit des erstmals von Bundestrainer Joachim Löw berufenen Eggestein (13.) und Milot Rashica auf Vorlage von Kruse (37.) schossen vor der Pause die Treffer für die sehr reif und clever spielenden Gäste. «Du musst von der ersten Minute da sein, das waren wir nicht», kritisierte Leverkusens Lars Bender. Teamkollege Kevin Volland sagte: «Durch erste Halbzeit hätten wir es nicht verdienst gehabt, zu gewinnen.»

Nach dem Anschluss durch einen sehenswerten Freistoß von Leon Bailey (75.) sorgte Kruse für den Endstand (90.+5) - Eggestein hatte den Konter eingeleitet. «Natürlich hat mich das stolz gemacht, vielleicht einen Tick weit noch mehr Selbstvertrauen gegeben», sagte Eggestein über seine erstmalige Nominierung für die Nationalelf. Teamkollege Kruse lobte: «Er hat es sich über die letzten Jahre verdient, da dabei zu sein. Es zeugt von Qualität und Willen, sich durchzubeißen.»

Bayer konnte wieder auf Kapitän Lars Bender zurückgreifen. Dafür fehlte Zwillingsbruder Sven wegen einer Gehirnerschütterung.  Nationalspieler Kai Havertz saß wegen Magenproblemen zunächst nur auf der Bank. Bremen musste auf Routinier Claudio Pizarro (Muskelverletzung) verzichten. In der Innenverteidigung kam Bayern-Leihgabe Marco Friedl als Ersatz des gesperrten Milos Veljkovic zum dritten Startelf-Einsatz in dieser Saison.

Trotz all dieser Personal-Rochaden wurde das Spiel so unterhaltsam wie es viele erhofft hatte. Beide Teams suchten stets den Weg nach vorne. Belohnt wurden zunächst die Bremer: Johannes Eggestein leitete den Ball elegant zu Bruder Maximilian weiter, der bediente mustergültig Kruse und der traf aus spitzen Winkel mit links.

Der Treffer nahm der Partie aber zunächst etwas an Dynamik. Werder agierte nun kontrollierter, Bayer geriet eine ganze Weile aus dem Konzept. Nach einer halben Stunde schüttelten die Gastgeber den Schock ab und kamen zu zwei Großchancen. Bailey besaß die große Chance zum Ausgleich, Friedl blockte den Ball über das Tor (32.), Kevin Volland köpfte ganz knapp daneben (35.). Zielstrebiger war weiterhin Werder: Rashica krönte einen sehenswerten Konter zum 0:2.

Bayer-Trainer Peter Bosz brachte zur Pause Paulinho für Karim Bellarabi und den geschwächten Havertz offenbar früher als geplant für Charles Aranguiz. Neun Minuten später traf Havertz vermeintlich zum 1:2, er hatte den Ball aber zuvor mit der Hand gespielt.

Nun wurde es ein offener Schlagabtausch: Sahin verpasste mit einem spektakulären Latten-Freistoß das 0:3 (59.), auf der Gegenseite hielt Jiri Pavlenka stark gegen Bender (64.). Bailey, Leverkusens Bester, sorgte mit dem 1:2 für eine heiße Schlussphase, in der Leverkusen mit Vehemenz drückte und Bremen leidenschaftlich verteidigte, ehe Kruse in der Nachspielzeit mit seinem zweiten Tor alles klarmachte.

@ dpa.de

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