Fußball, Deutschland

Bereits am frühen Morgen gibt es für Joachim Löw und sein Team die Audienz beim Papst.

14.11.2016 - 12:52:06

«Fußball verbindet uns» - Löw beeindruckt von Audienz - Papst Deutschland-Fan. Der Bundestrainer und seine Spieler zeigen sich «beeindruckt».

Rom - Joachim Löw war schwer beeindruckt, Papst Franziskus lobte den deutschen Fußball. «Es war sehr schön», erklärte der Bundestrainer nach der frühen Audienz beim Heiligen Vater.

«Er hat uns alle erreicht», sagte der Bundestrainer der Deutschen Presse-Agentur zur Botschaft, die der Papst dem Weltmeister mitgegeben hatte. «Siege im Fußball sind immer Mannschaftssiege. Ihre Mannschaft definiert sich über diese Qualität. Dabei sind Siege im Spitzensport nicht nur von einer großen Disziplin abhängig, sondern auch von Verantwortung und Respekt füreinander», betonte das Oberhaupt der katholischen Kirche in seiner Ansprache.

Nach knapp einer Stunde endete für die deutsche Nationalmannschaft der Besuch im Vatikan. «Das war schon beeindruckend», bemerkte Jungprofi Serge Gnabry, der beim jüngsten 8:0-Sieg in der WM-Qualifikation in San Marino als Länderspiel-Neuling mit einem mutigen Spiel und einem Tore-Dreierpack aufgefallen war. «So eine Gelegenheit bekommen nicht viele Menschen, den Papst zu erleben», ergänzte der Bremer Bundesliga-Spieler. Um 9.14 Uhr fuhren die beiden gelben Reisebusse mit Löw, seinen 20 Spielern und dem restlichen DFB-Tross wieder aus dem Vatikan.

Der Besuch beim Papst hatte eine besondere Note. Franziskus ist Argentinier und großer Fußball-Fan. Außerdem ist er noch Ehrenmitglied des argentinischen Erstligisten San Lorenzo de Almagro und des deutschen Zweitligisten 1860 München. Nun traf der Papst auf die Akteure, die seinem Heimatland vor gut zwei Jahren in Rio de Janeiro den WM-Titel verwehrt hatten. Die Münchner Thomas Müller und Mats Hummels überreichten dem Papst ein signiertes Trikot des Weltmeisters mit der Unterschrift «Fußball verbindet uns».

Gleich nach dem Frühstück hatten sich Müller, Hummels und ihre Kollegen in dunklen Anzügen auf den Weg gemacht. Angeführt wurde die Delegation von DFB-Präsident Reinhard Grindel, der im Apostolischen Palast einige Worte an den Papst richtete. «Unsere Mannschaft steht für Vielfalt. Wir empfinden Vielfalt als eine Stärke, wenn sie auf Toleranz und Respekt begründet ist», sagte der Verbandschef.

Benedikt Höwedes, Mario Gomez und Ilkay Gündogan schenkte dem Papst ein Tuch, das von Kindern und Jugendlichen aus dem Haus «Manus» bemalt wurde. Das Kinderhaus in Gelsenkirchen wird von der Stiftung des DFB-Kapitäns Manuel Neuer betrieben. «Ich freue mich, den amtierenden Fußball-Weltmeister hier zu empfangen», sagte Franziskus auf Italienisch.

Um 8.21 Uhr hatten die Weltmeister-Busse den südlichen Eingang zum Vatikan passiert. Beobachter wurden freundlich, aber direkt von der Schweizer Garde und der Gendarmeria abgewiesen. Nur ein Fan im deutschen Weltmeister-Trikot aus Köln hatte am Eingang einen Blick auf die deutschen Spieler erhaschen wollen. Die Privataudienz beim Heiligen Vater war Höhepunkt der knapp zweitägigen DFB-Visite in Rom.

Nach dem Besuch fuhr die Mannschaft direkt zum Flughafen. Dort wartete die Chartermaschine nach Mailand. In der norditalienischen Stadt steht am Dienstag (20.45 Uhr) das Testspiel gegen die Squadra Azzurra auf dem Programm. Es ist das letzte Länderspiel des Jahres. Gegen Italien kann das DFB-Team seinen dritten Sieg in Serie einfahren. Das gelang in bislang 34 Spielen seit 1923 noch nie.

In diesem Jahr gewann man zunächst den Test im März in München mit 4:1 und schaffte dann mit dem packenden 6:5 im Elfmeterschießen im EM-Viertelfinale von Bordeaux den ersten Pflichtspielsieg überhaupt gegen den langjährigen Angstgegner.

@ dpa.de

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