Fußball, Europa League

Bayer Leverkusen kommt langsam auf Kurs.

05.10.2018 - 07:22:06

Europa League - Bayer-Trainer Herrlich beschwört die neue Ruhe in Leverkusen. Das 4:2 in der Europa League gegen Zyperns Pokalgewinner Larnaka ist der vierte Sieg aus den vergangenen fünf Pflichtbegegnungen - für Coach Heiko Herrlich Anlass genug, Ruhe anzumahnen.

Leverkusen - Bayer Leverkusen und Trainer Heiko Herrlich finden langsam wieder zur Ruhe zurück.

«Von den letzten fünf Spielen haben wir eines verloren» - mit diesem Satz mahnte der 46 Jahre alte Fußball-Lehrer nach dem 4:2 (1:1) in der Europa League gegen AEK Larnaka indirekt das Verstummen öffentlicher Kritik an den Leistungen der Werkself und an seinem eigenen Tun an.

KONSEQUENZEN: Mit sechs Punkten aus den Begegnungen mit den Zyprern und zuvor mit Ludogorez Rasgrad in Bulgarien (3:2) kann Bayer in der Gruppe A schon für die K.o.-Runde planen. «Das ist ein großer Schritt Richtung Weiterkommen», betonte Herrlich nach dem Erfolg gegen Zyperns Pokalsieger. Auch der kommende Bayer-Gegner FC Zürich hat sechs Zähler.

TOP-JOKER DES SPIELS: Das war Lucas Alario. Der 25 Jahre alte Argentinier kam in der 46. Minute ins Spiel und traf in der 49. und 88. Minute zweimal. Das war die Basis für den Bayer-Sieg.

DIE BAYER-LEISTUNG: Die war allenfalls durchwachsen. Beim 0:1 schienen Sven Bender und Aleksandar Dragovic in einen Sekundenschlaf gefallen zu sein. Und so etwas rächt sich selbst gegen einen allenfalls zweitklassigen Konkurrenten. Generell war auch gegen AEK eines bemerkenswert: Die Bayer-Elf kann es, aber sie bringt es nicht fertig, in ihr Spiel Kontinuität zu integrieren. Das Ganze ist noch zu wackelig und zu zufällig, die Fehlerquote ist zu hoch, die Quote der exakten Pässe in der Offensivbewegung und die Abstimmung zwischen den Team-Blöcken ist verbesserungsbedürftig. «Ich werde Lösungen finden», kündigte Herrlich an.

SELBSTKRITIK: Angreifer Kevin Volland übte sie, als er trotz der vier Tore festhielt, dass die Umschaltbewegungen im Bayer-Spiel nicht gut gewesen seien und dass die gesamte Mannschaft in das Pressing-System kommen müsse, nicht nur Teile des Teams. Klare Aufforderung: Alle müssen sich noch mehr einbringen - wie in den ersten 50, 55 Minuten beim 2:4 gegen Dortmund. Gleichwohl hielt Volland nach dem Erfolg über Larnaka fest: «Phasenweise war es auch nicht schlecht.»

DIE PFLICHTEN FÜR BAYER UND HERRLICH: «Wir freuen uns über die sechs Punkte und tanken daraus Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben», sagte Herrlich. Punkte tun not - speziell in der Bundesliga. Denn trotz des kleinen Zwischenhochs mit Erfolgen gegen Mainz (1:0) und in Düsseldorf (2:1) sind es aktuell nur sechs - Platz 14 ist klar zu wenig bei den hohen Eigenansprüchen. Also: Ausschließlich ein Sieg am Sonntag (13.30 Uhr) beim SC Freiburg dürfte die von Herrlich angemahnte Ruhe tatsächlich auch herbeiführen.

@ dpa.de