Basketball, Olympia

Enes Kanter ist seit Jahren ein scharfer Kritiker des türkischen Präsidenten Erdogan.

02.11.2021 - 09:32:07

NBA-Star - Enes Kanter legt sich mit China an: «Verschiebt die Spiele». Der NBA-Profi bekommt deswegen nach eigenen Angaben Morddrohungen. Nun hat er sich einen noch mächtigeren Feind ausgesucht.

  • Botschaft - Foto: Nick Wass/FR67404 AP/dpa

    Botschaft an China: Die Schuhe von NBA-Star Enes Kanter von den Boston Celtics. Foto: Nick Wass/FR67404 AP/dpa

  • Enes Kanter - Foto: Michael Dwyer/AP/dpa

    Sorgt nicht nur auf dem NBA-Feld f?r Schlagzeilen:?Celtics-Star Enes Kanter (l). Foto: Michael Dwyer/AP/dpa

Botschaft - Foto: Nick Wass/FR67404 AP/dpaEnes Kanter - Foto: Michael Dwyer/AP/dpa

Das Verhalten sorgte in China umgehend für scharfe Reaktionen - mal wieder. Belehrungen des Westens über die Menschenrechtslage werden von der Pekinger Regierung nicht geduldet. Noch während des Spiels, in dem der NBA-Star die Schuhe mit dem Tibet-Slogan trug, brach der chinesische Internetdienst Tencent die Übertragung ab. Millionen von Fans in China konnten das Spiel plötzlich nicht mehr verfolgen.

Anfeindungen aus China

Kritik an Tencent war in Chinas streng zensierten sozialen Medien im Anschluss jedoch nicht zu finden. Stattdessen wird Kanter dort seit Tagen von zahllosen Usern beschimpft und aufgefordert, sich beim chinesischen Volk zu entschuldigen. Auch das Außenministerium in Peking äußerte sich zu dem Fall und warf dem Sportler vor, nur Aufmerksamkeit erregen zu wollen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die NBA wegen eines politischen Statements in China ins Kreuzfeuer gerät. Daryl Morey, damals Manager der Houston Rockets und inzwischen für die Philadelphia 76ers verantwortlich, hatte vor zwei Jahren auf Twitter kurzzeitig ein Bild mit den Worten «Fight for Freedom - Stand with Hong Kong» («Kämpft für die Freiheit, unterstützt Hongkong») veröffentlicht. Der chinesische Basketballverband beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit dem NBA-Team, chinesische TV-Sender ignorierten einige Partien. Begegnungen der 76ers werden nicht ausgestrahlt in China.

China droht: «Deutliche Reaktion»

Gar keinen Spaß versteht die chinesische Führung, wenn westliche Sportler oder Aktivisten zu einem Boykott der anstehenden Winterspiele in Peking aufrufen. Jeglicher Boykott werde eine «deutliche Reaktion» Chinas zur Folge haben, warnte ein Sprecher des Außenministeriums bereits im April.

Kanter weiß also, mit wem er sich da jetzt anlegt. Doch Drohungen haben den Center auch in der Vergangenheit nicht zum Schweigen gebracht. Angstfrei ist der 29-Jährige deswegen aber nicht. Mehrfach berichtete er von der Sorge, außerhalb der USA umgebracht zu werden für seine Kritik an Erdogan. 2019 verzichtete er deswegen auf Reisen nach England und Kanada mit seinem damaligen Team, den Portland Trail Blazers.

In seinem Tweet vom 24. Oktober schrieb Kanter aber auch, gerichtet an die Xi Jinping und die Kommunistische Partei Chinas: «Ich werde mich NIEMALS dafür entschuldigen, die Wahrheit zu sagen. Ihr könnt mich NICHT kaufen. Ihr könnt mich NICHT verschrecken. Ihr könnt mich NICHT zum Schweigen bringen.»

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