Bund-Future, DE0009652644

FRANKFURT - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Donnerstag wieder leicht unter Druck geraten.

13.01.2022 - 12:51:26

Deutsche Anleihen geben etwas nach. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future gab bis zum Mittag um 0,02 Prozent auf 170,17 Punkte nach. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen betrug minus 0,06 Prozent. Im Vergleich zum Mittwoch hielten sich die Kursbewegungen aber im Rahmen.

Zur Wochenmitte hatten die Staatsanleihen noch davon profitiert, dass die Verbraucherpreise in den USA im Dezember zwar deutlich, aber nur wie erwartet gestiegen waren. Damit kam zumindest von dieser Seite aus kein zusätzlicher Druck auf die US-Notenbank (Fed), die Zinsen noch schneller als gedacht anzuheben. Mittlerweile gehen die Finanzmärkte von mindestens drei Zinserhöhungen in den USA in diesem Jahr aus.

Die "zu hohe" Inflationsrate wieder unter Kontrolle zu bringen, ist derweil nach Ansicht eines führenden Mitglieds des US-Zentralbankrats aktuell die "wichtigste Aufgabe" der Fed. Viele Menschen im Land seien wegen der schwindenden Kaufkraft besorgt, erklärte Lael Brainard einem vorab verbreiteten Redetext zufolge. Sie wollte ihr Statement demnach an diesem Donnerstag zu Beginn einer Anhörung zu ihrer Nominierung im US-Senat vortragen. Brainard war im November von US-Präsident Joe Biden für das Amt der Vizechefin der Notenbank nominiert worden.

Mit Blick auf die auch in der Eurozone deutlichen Preissteigerungen hätten sich in den zurückliegenden Tagen zahlreiche europäische Währungshüter zu Wort gemeldet und sich darum bemüht, die gegenwärtig am Kapitalmarkt vorherrschenden Inflationssorgen zu dämpfen, schrieb Analyst Christian Reicherter von der DZ Bank. So habe der französische Notenbankpräsident Francois Villeroy de Galhau jüngst hervorgehoben, dass die Europäische Zentralbank (EZB) alles tun werde, um sicherzustellen, dass die gesamteuropäische Teuerungsrate auf längere Sicht wieder im Einklang mit dem EZB-Ziel steht. An diesem Donnerstag sagte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos, dass von Lohndruck derzeit nicht viel zu sehen sei und dass die Inflation "sicher" zurückgehen werde.

@ dpa.de

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