Bund-Future, DE0009652644

FRANKFURT - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Donnerstag erneut deutlich zugelegt.

01.07.2022 - 17:37:00

Deutsche Anleihen: Erneut deutliche Kursgewinne. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future stieg bis zum Mittag um 0,75 Prozent auf 147,92 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf 1,43 Prozent. In allen Ländern der Eurozone gaben die Renditen nach.

Bereits an den vergangenen Tagen zuvor hatten Rezessionsängste die Anleihekurse merklich gestützt. Befürchtet wird, dass die Notenbanken mit ihrem Kampf gegen die hohe Inflation die Konjunktur zu stark belasten und eine wirtschaftliche Talfahrt auslösen. Diese Bedenken haben die Renditen am Kapitalmarkt zuletzt gedrückt, nachdem sie in den Wochen zuvor wegen der hohen Inflationsraten stark gestiegen waren.

In der Eurozone ist die Industriestimmung im Juni auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren gefallen. Auch in den USA fiel der viel beachtete Einkaufsmanagerindex ISM im Juni auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Der Unterindikator für die Auftragseingänge signalisiert bereits einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität.

Nur vorübergehend wurden die Anleihen durch die erneut gestiegene Inflationsrate in der Eurozone belastet. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Juni laut einer ersten Schätzung um 8,6 Prozent im Jahresvergleich. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einer Rate von 8,5 Prozent gerechnet. Im Vormonat hatte der Preisanstieg noch bei 8,1 Prozent gelegen. Die Inflationsrate im Euroraum war noch nie so hoch seit Einführung der Gemeinschaftswährung als Buchgeld im Jahr 1999.

"Der Preisauftrieb im Euroraum hat in den vergangenen Monaten eher noch an Fahrt gewonnen", kommentierte Christoph Weil, Volkswirt bei der Commerzbank. "Die Inflationsrate wird den Hochpunkt wohl erst im Herbst erreichen." Die Europäische Zentralbank (EZB) hat für den Juli eine erste Zinserhöhung in Aussicht gestellt. Sie hinkt damit zeitlich nicht nur der US-Notenbank, sondern auch anderen europäischen Notenbanken hinterher.

@ dpa.de

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