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Produktpiraterie, Kriminalität

ZOLL-E: Staatsanwaltschaft und Zollfahndung Essen: Schlag gegen Organisierte Arzneimittelkriminalit√§t vier Festnahmen - ca. 26.000 Tabletten sowie rund 56.000 Euro und Luxusg√ľter beschlagnahmt

05.11.2021 - 08:00:00

ZOLL-E: Staatsanwaltschaft und Zollfahndung Essen: Schlag gegen Organisierte Arzneimittelkriminalit√§t vier Festnahmen - ca. 26.000 Tabletten sowie rund 56.000 Euro und Luxusg√ľter beschlagnahmt. Essen / Duisburg / Kamp-Lintfort / Krefeld / Moers / Wuppertal / Landkreis Kitzingen / Niederlande - Nach fast zweij√§hrigen, aufw√§ndigen Ermittlungen konnte das Zollfahndungsamt Essen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Essen in der Nacht vom 03. auf den 04. November erfolgreich vier Haftbefehle und neun Durchsuchungsbeschl√ľsse vollstrecken. Weitere f√ľnf Durchsuchungen erfolgten im Verlauf des 04. November. Insgesamt wurden √ľber 26.000 St√ľck illegale Arzneimittel, rund 56.000 Euro, Kryptow√§hrung im Wert von 6.400 Euro sowie 1000 Gold- und 80 Silberm√ľnzen, je f√ľnf Luxusuhren und -handtaschen und ein hochwertiges Fahrzeug beschlagnahmt.

Die 8-k√∂pfige deutsch-polnisch-albanische T√§tergruppierung steht im Verdacht illegale Arzneimittel, insbesondere rezeptpflichtige Potenzmittel, gewerbsm√§√üig √ľber eine Vielzahl an Webseiten im Internet zu vertreiben. √úber eine Zulassung als Apotheker verf√ľgte keiner von ihnen. Die vermutlich aus Asien stammenden und haupts√§chlich √ľber Ungarn eingeschmuggelten Arzneimittel wurden in Deutschland gelagert, konfektioniert und per Post an Kunden in Deutschland, aber auch in √Ėsterreich und in der Schweiz versandt. Dabei ging die Gruppierung arbeitsteilig und konspirativ vor. So bediente sie sich in verschiedenen deutschen St√§dten unterschiedlicher Lagerhalter und mehrerer sogenannter "L√§ufer", die die illegalen Sendungen zu Post brachten. Zur Verschleierung ihrer Aktivit√§ten bedienten sich insbesondere die Hauptverd√§chtigen, vier M√§nner im Alter von 32, 33, 34 und 49 Jahren, diverser Strohleute und zahlreicher Bankkonten im In- und Ausland.

Einer der Hauptverd√§chtigen konnte aufgrund eines europ√§ischen Haftbefehls am 03.11.2021 von den niederl√§ndischen Beh√∂rden festgenommen werden. Bei dem 32 Jahre alten Deutschen konnten diverse elektronische Beweismittel, Goldm√ľnzen und Luxusg√ľter sichergestellt werden.

Bei einem anderen Hauptverd√§chtigen konnte der eingesetzte Bargeldsp√ľrhund "Luke" des Hauptzollamtes D√ľsseldorf ein Geldversteck mit 30.000 Euro Bargeld erschn√ľffeln. Insgesamt wurden bei diesem Verd√§chtigen 44.300 Euro Bargeld und illegale Arzneimittel gefunden sowie ein Luxusfahrzeug gesichert.

Bei den Durchsuchungen wurden √ľber 26.000 St√ľck illegale Potenzmittel, umfangreiche elektronische Beweismittel, eine Etikettiermaschine und geringe Mengen Bet√§ubungsmittel sichergestellt.

Rund 56.000 Euro Bargeld sowie acht Luxusuhren und -handtaschen, 1.080 Edelmetallm√ľnzen, ein hochwertiges Kraftfahrzeug und Kryptow√§hrung konnten im Rahmen vorliegender Dinglicher Arreste vollstreckt werden.

Die Einnahmen aus dem Handel ihrer diversen "Onlineapotheken" sollen sich auf √ľber 3,5 Mio. Euro belaufen. Der Umsatzsteuerschaden betr√§gt rund 560.000 Euro.

Insgesamt waren an dem Gro√üeinsatz √ľber 150 Kr√§fte im In-und Ausland beteiligt. Unterst√ľtzt wurde die Kr√§fte des Zollfahndungsamtes Essen durch Spezialkr√§fte des Zollkriminalamtes, der Hauptzoll√§mter Dortmund, D√ľsseldorf und M√ľnster, das Zollfahndungsamt M√ľnchen, der Polizei Essen und der Technischen Hilfswerke Krefeld, Moers und Wuppertal.

Die Ermittlungen und Auswertung der Beweismittel im Auftrag der Staatsanwaltschaft Essen dauern an.

"Die arbeitsteilige Organisations- und Arbeitsweise sowie die internationale Verflechtung der organisierten Arzneimittelkriminalität stellen Staatsanwaltschaften und Zollfahndung vor kriminalistische Herausforderungen. Nur eine enge nationale und internationale Kooperation aller Behörden kann Erfolg haben, will man den kriminellen Banden und ihrem skrupellosen Umgang mit der Gesundheit begegnen", so die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Essen, Oberstaatsanwältin Anette Milk.

"Der vermeintlich g√ľnstige Preis, die einfache "rezeptfreie" Bestellung im Internet, formlose Zahlung per Onlinedienst und die Lieferung "frei Haus" verleiten viele Verbraucher dazu, diese Medikamente im Internet zu bestellen. Tats√§chlich riskieren sie aber ihre Gesundheit, denn √ľber die Inhaltsstoffe und die Dosierung wei√ü niemand Bescheid! Au√üerdem unterst√ľtzen die K√§ufer damit unbewusst die Organisierte Kriminalit√§t", so die Pressesprecherin des Zollfahndungsamtes Essen, Heike Sennewald.

R√ľckfragen bitte an:

Zollfahndungsamt Essen
Pressesprecherin
Heike Sennewald
Telefon: 0201 10281130
Mobil: 0172 266 1381
Fax: 0201 10281190
E-Mail: presse@zfae.bund.de
www.zoll.de
oder
Staatsanwaltschaft Essen
Pressedezernentin
OStAin Anette Milk
Telefon: 0201 - 803-2525
Fax: 0201 - 803-2920
E-Mail: pressestelle@sta-essen.nrw.de
www.sta-essen.nrw.de

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