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Polizei, Kriminalit?t

Viel beachtete landesweite 7.

04.05.2021 - 15:37:24

Polizei Braunschweig / Viel beachtete landesweite 7. ...

Braunschweig - Pandemiebedingt fand die diesj?hrige, mittlerweile zum siebten Mal in Folge durchgef?hrte interdisziplin?re Fachtagung zur Bek?mpfung h?uslicher Gewalt der Polizeidirektion Braunschweig und der Generalstaatsanwaltschaft Braunschweig erstmals digital statt.

Ihr Leitgedanke war in diesem Jahr "Trauma als Prozess". Wo sind Schw?chen in unserem Hilfesystem, wo bestehen weitere Bedarfe? Was l?uft gut, was muss verbessert werden?

Ziel dieser Fachtagung, an der zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Justiz, Polizei und weiterer Netzwerkpartner (Beratungsstellen, Frauenh?user, Jugend?mter u.a.) teilnahmen, sind der Austausch von Informationen und Fachwissen untereinander sowie die St?rkung der Zusammenarbeit. Dieses Netzwerk gewinnt gerade auch in der von der Corona-Pandemie gepr?gten Zeit bei wegfallenden pers?nlichen Kontakten stark an Bedeutung.

"Aus der Praxis, f?r die Praxis" lautete das Motto der interdisziplin?ren Fachtagung von Anfang an, und das hat sich bew?hrt.

Eine Kernbotschaft der Veranstaltung ist der Appell, sich weiterhin gemeinsam und nachhaltig f?r die Umsetzung und Einhaltung der Istanbul-Konvention zur Verh?tung und Bek?mpfung von Gewalt gegen Frauen und h?uslicher Gewalt einzusetzen. Diese Bekr?ftigung hat heutzutage gro?e Aktualit?t und braucht ein entschlossenes Signal. Die Istanbul-Konvention zielt auf das Recht jeder Frau auf ein gewaltfreies Leben. Gewalt gegen Frauen und M?dchen ist immer noch eine der weit verbreitetsten Verletzungen der Menschenrechte. Sie ist in ihrem Erscheinungsbild sehr vielschichtig und kommt in allen Gesellschaftsformen und -schichten vor. Sie umfasst h?usliche Gewalt durch Beleidigung, Bedrohung, Sachbesch?digung, Hausfriedensbruch, N?tigung, K?rperverletzung, Misshandlung von Schutzbefohlenen, Vergewaltigung und sexuelle N?tigung, Freiheitsberaubung, Mord und Totschlag sowie Zwangsheirat und Kinderehe, Genitalverst?mmelung, Nachstellung, Zwangsprostitution oder sexuelle Bel?stigung.

Mit der Fachtagung erf?llen wir gleichzeitig eine Forderung der Istanbul-Konvention nach interdisziplin?rer Fortbildung.

Nach der Veranstaltungser?ffnung durch Generalstaatsanwalt Detlev Rust und Polizeipr?sident Michael Pientka befasste sich der Kreis von rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern intensiv mit dem zentralen Thema "Trauma als Prozess". Hierzu referierte Frau Prof. Dr. phil. Ariane Brenssell von der Ostfalia - Hochschule f?r angewandte Wissenschaft - Wolfenb?ttel und zeigte auf: Mit dem Ende der Gewalt ist die traumatische Erfahrung nicht vorbei. Der Verlauf eines traumatischen Prozesses h?ngt aber nicht nur von der Gewalttat ab. Entscheidend ist auch, welche Erfahrungen eine Frau in der Zeit davor und vor allem auch danach macht. Wer sozial und gesellschaftlich unterst?tzt wird, hat es leichter. Dazu wurden wichtige Ergebnisse der Forschung zur Trauma-Arbeit pr?sentiert.

Generalstaatsanwalt Detlev Rust bekr?ftigt hierzu: "Diese inzwischen ?berregional beachtete Fachtagung zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass wir in unserer Region einen m?glichst einheitlichen Rahmen f?r Pr?vention, Opferschutz und Strafverfolgung schaffen, der jeglicher Form von Gewalt gegen Frauen entgegensteht. Ich freue mich besonders ?ber die hohe Anzahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Veranstaltung in digitalem Format. Es zeigt, dass Bed?rfnis und Wunsch nach Austausch und interdisziplin?rer Zusammenarbeit gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie gleicherma?en gro? sind. Mit Blick auf Umfragen zur Zunahme h?uslicher Gewalt durch die Einschr?nkungen der Pandemie und eine hohe Dunkelziffer durch ver?ndertes Anzeigeverhalten ist dies umso wichtiger. Die Ziele, die wir uns gesetzt haben und die ebenso der Istanbul-Konvention zugrunde liegen, sind in hohem Ma?e aktuell. Ich bin sehr erfreut, dass die Zusammenarbeit aller Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartner daf?r so hervorragend funktioniert. Gleichzeitig ist uns heute der Ausblick gelungen, wie Re-Traumatisierungen Betroffener im Rahmen der Unterst?tzung weiter vermieden werden k?nnen."

Polizeipr?sident Michael Pientka verdeutlichte: "Wir alle haben uns der gro?en gesellschaftlichen Relevanz aller Formen h?uslicher Gewalt in den letzten 20 Jahren aktiv gestellt und gemeinsam Herausragendes f?r die Bek?mpfung dieser Gewalt und den nachhaltigen Schutz der Opfer geschafft. Neben unserem polizeilichen Auftrag zur Gefahrenabwehr und Strafverfolgung ist es die gewachsene, vertrauensvolle Vernetzung mit vielen Kooperationspartnern, die uns hier erfolgreich macht. Erfolgreich im Dienst der Menschen, die als Opfer h?uslicher Gewalt unseren Schutz ben?tigen. Wir wissen aber auch, dass die Belastungssituationen Betroffener und die damit einhergehenden gesundheitlichen Beeintr?chtigungen uns fordern, nicht nachzulassen und die Opfer - auch bei unseren t?terorientierten Ans?tzen - in den Blick zu nehmen. Wir wollen verhindern, dass Betroffene verunsichert oder gar weiter traumatisiert werden, durch fehlende Informationen und subjektiv nicht erlebte Unterst?tzung durch Polizei oder andere beteiligte Stellen. Mit unserer Kooperation haben wir Initiative ergriffen, um den Schutzraum f?r Opfer h?uslicher Gewalt sprichw?rtlich zu erweitern."

Die erkenntnisreiche Arbeitstagung schlossen die Veranstaltungsverantwortlichen Frau Katrin Heiland von der Staatsanwaltschaft Braunschweig und Frank Hellwig von der Polizeidirektion Braunschweig. Sie dankten f?r den Einsatz aller Beteiligten und begr??ten beide, dass mit Blick auf das Unterst?tzungsangebot f?r gewaltbetroffene Frauen in der heutigen professionell begleiteten Diskussion deutlich geworden ist, wie viel das Umfeld dazu beitragen kann, dass sich ein Trauma nicht als Prozess fortsetzen muss.

Hintergrund:

Die Istanbul-Konvention des Europarates zur Verh?tung und zur Bek?mpfung von Gewalt gegen Frauen und h?uslicher Gewalt vom 11. Mai 2011 ist seit 1. Februar 2018 in Deutschland in Kraft getreten. Damit hat sich Deutschland verpflichtet, auf s?mtlichen staatlichen Ebenen alle n?tigen Anstrengungen zu unternehmen, um Gewalt gegen Frauen zu bek?mpfen, den davon Betroffenen Schutz und Unterst?tzung zu bieten, Gewalt zu verhindern und T?ter bzw. T?terinnen zu bestrafen. Im Rahmen dessen besteht die Verpflichtung, f?r Angeh?rige der Berufsgruppen, die mit Betroffenen und T?tern bzw. T?terinnen von Gewalttaten zu tun haben, ein Angebot an geeigneten Aus- und Fortbildungsma?nahmen zur Verh?tung oder Aufdeckung solcher Gewalt, zu den Bed?rfnissen und Rechten der Betroffenen sowie zu den Wegen der Verhinderung einer sekund?ren Viktimisierung ("jemanden zum Opfer machen") zu schaffen.

R?ckfragen bitte an:

Polizei Braunschweig PD Braunschweig, ?ffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0531/476-1004, 1042 und 1043 E-Mail: pressestelle@pd-bs.polizei.niedersachsen.de http://www.polizei-braunschweig.de

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