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Umwelt, Verbraucher

Trockengelegt - Droht Deutschland nach dem dritten Hitzesommer eine Wasserknappheit?

19.08.2020 - 11:07:35

UBA - Umweltbundesamt / Trockengelegt - Droht Deutschland nach dem ...

Dessau-Ro?lau - Anmoderationsvorschlag: Die einen freut es, die anderen st?hnen ?ber diesen hei?en Sommer. Auf jeden Fall sorgen steigende Temperaturen und sinkende Niederschlagsmengen mal wieder f?r jede Menge hitzige Diskussionen. Die Waldbrandgefahr steigt, die Pflanzen leiden und die B?den vertrocknen. Au?erdem bef?rchten viele inzwischen, dass m?glicherweise sogar bald das Trinkwasser knapp werden k?nnte. ?ber den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Trockenheit spreche ich jetzt mit Corinna Baumgarten. Sie ist Wasserexpertin beim Umweltbundesamt (UBA), hallo.

Begr??ung: "Hallo!"

1. Frau Baumgarten, gef?hlt regnet es ja immer weniger. Was sagen denn die amtlichen Messdaten dazu?

O-Ton 1 (Corinna Baumgarten, 27 Sek.): "Die amtlichen Messdaten sagen, dass wir, wenn wir uns die ganz langen Messreihen ?ber mehrere Jahrzehnte anschauen, dass es im Winter etwas mehr regnet, immer im Vergleich zu einem langj?hrigen Mittelwert, und im Sommer wir aber wenige Ver?nderungen in den Niederschl?gen sehen. Die letzten zwei Sommer waren aber sehr trocken, und auch in diesem Jahr haben wir bereits einen Wechsel aus sehr trockenen Monaten, zum Beispiel April und Juli, aber auch feuchten Monaten wie der Februar oder auch der Juni war in den Niederschl?gen ausgeglichen."

2. Welche Regionen leiden schon jetzt besonders unter der Trockenheit?

O-Ton 2 (Corinna Baumgarten, 31 Sek.): "Dazu muss man sich klarmachen, dass die Niederschl?ge nat?rlicherweise schon sehr ungleich verteilt sind in den unterschiedlichen Regionen in Deutschland. Zum Beispiel bekommen die ?stlichen Bundesl?nder schon immer deutlich weniger Niederschlag als die westlichen Bundesl?nder. Die Bodenverh?ltnisse spielen auch eine Rolle: Wie viel Wasser kann ein Boden zum Beispiel speichern, wie schnell versickert das Wasser? Im Moment ist es so, dass der Boden insbesondere in Teilen Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens und Baden-W?rttembergs sowie in den ?stlichen Bundesl?ndern bis in eine Tiefe von zirka 1 Meter 80 trocken ist."

3. Wie sieht es denn aus mit unserem Trinkwasser? Wird das irgendwann knapp werden?

O-Ton 3 (Corinna Baumgarten, 26 Sek.): "Bisher haben wir keine fl?chendeckenden negativen Auswirkungen auf die Trinkwassergewinnung. 70 Prozent davon werden aus Grund- und Quellwasser gewonnen. Es kann nat?rlich sein, dass bei einer H?ufung von trockenen Monaten die Grundwasserst?nde auch absinken und wir sehen lokale und regionale Engp?sse, die aber unterschiedliche Ursachen haben k?nnen. Insgesamt ist es wichtig, sich zu verdeutlichen, dass nicht nur Trinkwasser eine Wassernutzung ist, sondern dass es viele andere gibt, die insgesamt ausgeglichen sein m?ssen."

4. Sind diese zunehmend trockenen und sehr hei?en Phasen, wie wir sie jetzt bereits im dritten Jahr hintereinander erleben, eigentlich nur normale Wetterkapriolen oder liegt?s am Klimawandel?

O-Ton 4 (Corinna Baumgarten, 15 Sek.): "Ich denke, es ist unstrittig, dass wir uns bereits im Klimawandel befinden und Temperaturerh?hungen sehen. Ob ein einzelnes Wetterereignis jetzt auf den Klimawandel zur?ckzuf?hren ist oder normale Schwankungen des Wetters, das muss man sich in der Detailauswertung anschauen."

5. Was m?ssen wir tun, um uns in Zukunft besser auf solche D?rreperioden vorzubereiten?

O-Ton 5 (Corinna Baumgarten, 14 Sek.): "Ja, ich m?chte ein Beispiel machen f?r St?dte und Gemeinden: In der Vergangenheit war es h?ufig so, dass Regenwasser aufgefangen und schnell abgeleitet wurde. Wichtig ist aber, dass das Regenwasser im Boden ankommt. Das hei?t, wir m?ssen uns ?berlegen, wie wir die Versickerung einfach verbessern k?nnen."

6. Und was empfehlen Sie den Menschen hierzulande?

O-Ton 6 (Corinna Baumgarten, 28 Sek.): "Wir empfehlen, immer sorgsam mit Wasser umzugehen. Dazu geh?rt zum Beispiel, den Geschirrsp?ler nur anzustellen, wenn er wirklich voll ist. Im Garten kann man Regenwasser nutzen und sich eine Regentonne aufstellen. Die wird nicht ?ber den ganzen Sommer reichen, dann ist es wichtig, dass man versucht m?glichst sparsam und effizient zu bew?ssern. Also das hei?t, nicht in der Mittagshitze, sondern sich den fr?hen Morgen oder den Abend daf?r auszuw?hlen und m?glichst die Pflanze direkt zu gie?en und das Wasser nicht nur gro?fl?chig auf den Bl?ttern zu verteilen."

Corinna Baumgarten, Wasserexpertin beim Umweltbundesamt (UBA) ?ber die zunehmende Trockenheit in Deutschland und wie wir damit am besten umgehen sollten. Vielen Dank f?r das Gespr?ch!

Verabschiedung: "Sehr gern!"

Abmoderationsvorschlag: Mehr Infos zur Trockenheit in Deutschland sowie weitere Fragen und Antworten zum Thema finden Sie im Internet unter Umweltbundesamt.de.

Pressekontakt:

Felix Poetschke Pressesprecher

Referat "Presse- und ?ffentlichkeitsarbeit, Internet"

Umweltbundesamt W?rlitzer Platz 1 06844 Dessau-Ro?lau

Telefon: +49 (0)340 2103 2675 felix.poetschke@uba.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/127602/4683131 UBA - Umweltbundesamt

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