Polizei, Kriminalität

Polizeipräsidium Mittelfranken / Veröffentlichung der ...

03.04.2018 - 14:36:48

Polizeipräsidium Mittelfranken / Veröffentlichung der .... (517) Veröffentlichung der Kriminalstatistik Mittelfranken 2017

Mittelfranken - Ein Rückgang der Straftaten bei zeitgleicher Steigerung der Aufklärungsquote - Polizeipräsident Rast zieht bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) eine positive Bilanz.

Dies ist umso höher zu bewerten, da entgegen dem allgemeinen Trend die Verstöße nach dem Aufenthalts- und dem Asylverfahrensgesetz im Berichtszeitraum auf 4.349 Fälle (Vorjahr 3.414 / +27,4%) gestiegen sind. Diese Fallzahlen wirken sich deutlich auf die PKS aus und beeinflussen vor allem auch die Werte der Aufklärungsquote und die Häufigkeitszahlen. Aus diesem Grund werden in den folgenden Darstellungen die Fallzahlen, Häufigkeitszahlen sowie die Aufklärungsquoten ohne ausländerrechtliche Verstöße dargestellt.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2017 verzeichnet für den Regierungsbezirk Mittelfranken 90.498 Straftaten. Dies ist ein Rückgang um 4762 Fälle (-5 %). Die Aufklärungsquote (AQ) konnte von 65,5 % auf 68,7 % gesteigert werden. Die mittelfränkische Polizei hat 2017 somit mehr als zwei von drei Straftaten geklärt. Bei der Betrachtung der registrierten Gesamtstraftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße ist ein Rückgang von 91.846 Fällen auf 86.149 Fälle (-6,2 %) zu verzeichnen. Die AQ stieg von 64,2 % auf 67,1 %.

In der Großstadt Nürnberg ist die Anzahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 2.944 Fälle (-6,3 %) auf 43.750 Straftaten gesunken. Die AQ stieg von 63,6 % auf 66,6 %. Dies ist der höchste Wert der letzten 15 Jahre. Das Prädikat "sicherste Großstadt" (über 100.000 Einwohner) in Bayern bleibt Fürth auch in diesem Jahr mit einem Rückgang der Gesamtzahl der Straftaten um 2,5 % auf 5.802 Fälle erhalten. Die Aufklärungsquote konnte um 2,1 % auf 67,8 % erhöht werden.

Im Jahr 2017 wurden 43.937 Tatverdächtige (TV) ermittelt. Dies bedeutet eine Zunahme von 611 TV (+1,4 %). Ohne Berücksichtigung der ausländerrechtlichen Verstöße sank die Anzahl der Tatverdächtigen von 40.549 auf 40.146.

Die Anzahl der nichtdeutschen TV (ohne ausländerrechtliche Straftaten) nahm im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % ab. Der Anteil nichtdeutscher TV an der Gesamtzahl der TV beträgt aktuell 36,9 %. Der Bevölkerungsanteil dieser Gruppe beträgt in Mittelfranken 12,9 %. Der Anteil der Zuwanderer ist in der Anzahl der nichtdeutschen TV enthalten. Die Anzahl der nichtdeutschen TV stieg, abgesehen von der aktuellen Abnahme 2017, in den vergangenen Jahren insgesamt kontinuierlich an, seit 2010 um 42,9 %.

Im Bereich der jugendlichen TV wird ein geringer Anstieg von 3.312 TV auf 3.409 TV (+2,9 %) registriert, während die Anzahl bei den tatverdächtigen Heranwachsenden nahezu unverändert blieb. Im Bereich der delinquenten Kinder ist ein Anstieg von 1.028 TV auf 1.221 TV (+18,8 %) zu verzeichnen. Die langfristige Entwicklung zeigt jedoch seit 2009 einen Rückgang von insgesamt 39,1 %. Bei den delinquenten Kindern haben sich die Zahlen in diesem Zeitraum nahezu halbiert.

Die Rohheitsdelikte sanken im Regierungsbezirk Mittelfranken von 15.278 auf 14.516 (-5 %). Hierfür ist überwiegend der Rückgang der Körperverletzungsdelikte um 634 Fälle (-5,4 %) ursächlich. Rückgänge sind in dieser Deliktsobergruppe jedoch auch bei den Tatbeständen Raub (-7,7 %), Nötigung (-3 %) und Bedrohung (-3,4 %) festzustellen. Die Aufklärungsquote (AQ) liegt bei 90,6 % und ist mit der AQ aus dem Vorjahr identisch.

Nach einem Anstieg der Sachbeschädigungen im Vorjahr konnte für das Jahr 2017 ein signifikanter Rückgang der Straftaten von 752 Fällen (-7,2 %) registriert werden. Die Aufklärungsquote stieg leicht um 0,9 Prozentpunkte. Während die Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen um 165 Fälle (+4,2 %) anstiegen, sanken die Fallzahlen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen deutlich von 2.959 Fällen auf 2.379 Fälle (-19,6 %).

Erfreulich ist die Entwicklung bei den Diebstahlsdelikten. Hier sanken die Fallzahlen beinahe durchgängig in allen Deliktsbereichen. So ist mit aktuell 27.825 registrierten Fällen ein Rückgang um 12,7 % (-4.042 Delikte) zu verzeichnen. Die AQ stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozentpunkte auf 40,4%. Der Rückgang bei den Eigentumsdelikten vollzieht sich nun stetig seit mehreren Jahren, seit 2013 um 15,9 %. Im Bereich des einfachen Diebstahls sanken die Fallzahlen um 2.323 Fälle (-11,5 %), beim schweren Diebstahl um 1.719 Fälle (-14,8 %) und beim Fahrraddiebstahl um 889 Fälle (-17,2 %). Ebenfalls abnehmende Fallzahlen haben wir beim Pkw-Diebstahl (-34 Fälle / 16,9 %) und bei den Gaststätteneinbrüchen von 311 auf 205 Delikte (-34,1 %).

Die Fallzahlen beim Wohnungseinbruch sanken im Jahr 2017 von 1.239 Fällen im Vorjahr auf aktuell 1.129 Fälle (-8,9 %). Die AQ beträgt 26,8 %, ein im bundesweiten Vergleich sehr hoher Wert. Mit dazu beigetragen hat die durch das Polizeipräsidium Mittelfranken bereits im Jahr 2014 gegründete "Besondere Aufbauorganisation Wohnraumeinbruchdiebstahl" (BAO WED).

Im Jahr 2017 wurden 98 Fälle von Straftaten gegen das Leben erfasst. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 7 Fälle (+7,7 %) bei einer Aufklärungsquote von 93,9 %.

Die Gewalt gegen Polizeibeamte erreichte im Jahr 2017 erneut einen traurigen Spitzenwert mit 1054 Delikten (+5,4 %). Verglichen mit dem niedrigsten Wert 2011 (830 Delikte) bedeutet dies einen Deliktszuwachs um 224 Fälle (+27 %).

Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind im Jahr 2017 mit einem Plus von 253 Fällen (+30,3 %) auf 1.088 Fälle stark angestiegen. Ursächlich hierfür ist unter anderem eine umfangreiche Novellierung des Sexualstrafrechts. Tathandlungen, die bisher lediglich den Tatbestand der Beleidigung erfüllten, werden nun den Sexualstraftaten zugeordnet. Weitere Tatbestände wurden ausgeweitet bzw. modifiziert, um bisher straflose Handlungen zu sanktionieren, Stichwort ("Nein heißt Nein"). Neu eingeführt wurden in diesem Zusammenhang die PKS-Deliktsschlüssel der Sexuellen Belästigung (§ 184i StGB) und des Sexuellen Übergriffs (§ 177 StGB).

Die Betäubungsmittelkriminalität erreichte 2017 mit 7.746 Delikten (+3,7 %), auch aufgrund polizeilicher Kontroll- und Ermittlungstätigkeit, ein Höchstniveau. Im Stadtgebiet Nürnberg ist ein Rückgang um 113 Delikte auf 4.461 Fälle (-2,5 %) zu verzeichnen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtzahl der Politisch motivierten Straftaten im Berichtsjahr 2017 um 9 auf insgesamt 712 Fälle angestiegen. Dies bedeutet einen Zuwachs von 1,3 %. Die Aufklärungsquote lag bei 51,7 %. Im Phänomenbereich Rechts sank die Anzahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 68 Delikte auf 337 Fälle. Dies bedeutet einen Rückgang um 16,8 %. Die Propagandadelikte stellten davon mit einem Anteil von 179 Straftaten erneut die stärkste Deliktsgruppe dar. Dabei bestanden die Tathandlungen in der Regel im öffentlichen Zeigen oder Schmieren von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen oder dem Rufen verbotener Parolen. Die rechtsmotivierten Gewaltstraftaten sind im Berichtszeitraum von 21 Fällen im Vorjahr auf 8 Straftaten gesunken. Im Phänomenbereich Links sind die Fallzahlen im Jahr 2017 (196 Fälle) nahezu identisch mit dem Vorjahr (193 Fälle). Deliktische Schwerpunkte linker Kriminalität waren Sachbeschädigungen und sonstige Straftaten wie z. B. Beleidigungen. Unter den 196 Straftaten waren 25 Gewaltstraftaten (Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte im Rahmen von Versammlungsgeschehen) zu verzeichnen. Die politisch motivierten Straftaten im Phänomenbereich Ausländer sind im Jahr 2017 um 20 Fälle (-52,8 %) auf 14 Delikte gesunken. Die vorliegenden Straftaten sind in der Regel auf Meinungsäußerungen im Zusammenhang mit Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem Zeigen verbotener kurdischer Symbole, bzw. Beleidigung des politischen Gegners zurückzuführen. Zu berücksichtigen gilt ferner, dass religiös motivierte Straftaten seit 2017 in dem gesonderten Phänomenbereich "Religiöse Ideologie" (9 Straftaten, davon fünf Gewaltstraftaten) geführt werden.

Die mittelfränkische Polizei wird auch in Zukunft bei der Bekämpfung der Kriminalität ihre Strategie dem veränderten Täterverhalten und neuen Kriminalitätsformen anpassen. Mit Präventionskonzepten und geschulten kriminalpolizeilichen Fachberatern versucht die mittelfränkische Polizei, die Entwicklung der Kriminalität weiterhin positiv zu beeinflussen und die Fallzahlen zu senken.

Einzelheiten unter http://www.polizei.bayern.de/mittelfranken/krim inalitaet/statistik/index.html/43745

Elke Schönwald /gh

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