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Obs, Polizei

Polizeipr?sidium Einsatz / Konstanz - Corona-Jahr 2020 ...

26.05.2021 - 17:22:20

Polizeipr?sidium Einsatz / Konstanz - Corona-Jahr 2020 .... Konstanz - Corona-Jahr 2020 hinterl?sst positive Spuren bei der Bootskriminalit?t (FOTO)

G?ppingen - Erfreulicher R?ckgang der Diebst?hle von Au?enbordmotoren und Sportbooten in Deutschland - Kompetenz-Zentrum Bootskriminalit?t identifiziert gestohlene Motoren und hochwertige Motor- und Segelyachten - Erfolge durch schnelle Fahndungsaufrufe in Europa - 20-j?hriges Jubil?um

Das Kompetenz-Zentrum Bootskriminalit?t Baden-W?rttemberg (KBK) bei der Wasserschutzpolizeistation Konstanz, das dem Polizeipr?sidium Einsatz mit Sitz in G?ppingen angegliedert ist, nahm vor 20 Jahren seine Arbeit auf. Die zun?chst drei Ermittler leisteten eine europaweit beachtete Aufbauarbeit, die mit der Sammlung von Informationen ?ber die Herstellerkennzeichnung maritimer Gegenst?nde und dem Aufbau eines eigenen Archivs begann. Es folgten die Erstellung einer eigenen Recherchedatenbank - der umfangreichsten ihrer Art in Europa -, der Aufbau eines nationalen und internationalen Fahndungsnetzwerks und die regelm??ige Schulung von Kontrolleinheiten im In- und Ausland. Die von Anfang an europ?isch ausgerichtete Arbeit f?hrte bereits ab 2005 zu mehreren Unterst?tzungseins?tzen des KBK im Ausland. Diese Eins?tze h?ufen sich mittlerweile. So unterst?tzte das KBK im Jahre 2019 bei zwei im Rahmen eines EU-Projekts angelegten, gro?en und sehr erfolgreichen Kontrollaktionen in Montenegro vor Ort bei der Identifizierung maritimer Gegenst?nde. Seit 2020 fungiert das KBK als offizieller Ansprechpartner f?r Frontex, soweit es um die Abkl?rung maritimer Gegenst?nde geht. In dieser Funktion waren die Fahnder im Oktober 2020 bei einer europaweit angelegten Gro?fahndung mit 22 teilnehmenden EU-Staaten gefordert. Die Bilanz: Zwei sichergestellte Motorboote, ein Jetski und f?nf Au?enbordmotoren.

Die aktuell vier Ermittler des KBK erhielten im Jahre 2020 deutlich weniger Anfragen im Rahmen von Kontrollen als in den Vorjahren, was sich auch in den Sicherstellungswerten niederschlug. Zeitweise Grenzschlie?ungen und scharfe Grenzkontrollen wirkten sich auf die Reiset?tigkeit der ?berwiegend international agierenden T?tergruppen aus. In den Monaten April und Mai, in denen die Grenzen komplett geschlossen waren, wurden nur 15 bzw. 18 gestohlene Motoren in die Fahndungsdatei aufgenommen. Diese Monate geh?rten in den Vorjahren bereits zur "Hauptsaison" der Diebe mit jeweils rund 100 Diebst?hlen.

Dennoch gelang es in Zusammenarbeit mit Polizeidienststellen in Deutschland und sieben europ?ischen L?ndern insgesamt 28 Sportboote, f?nf Jetski, 76 Au?enbordmotoren und elf Bootstrailer im Gesamtwert von 1.957.000 Euro sicherzustellen.

Als besonders vorteilhaft erwies sich hierbei das Netzwerk, ?ber das sich Fahndungsaufrufe schnell und direkt an den Grenzen im europ?ischen Raum verbreiten lassen.

So wurde das KBK am Vormittag des 06.10.2020 von der zum Polizeipr?sidium Offenburg geh?renden Polizeistation Lichtenau dar?ber informiert, dass in der vorausgegangenen Nacht bei einem Bootsh?ndler ein Jetboot Chaparral Vortex 243 VRX mit auff?lliger gr?ner Lackierung mitsamt Trailer vom Gel?nde entwendet wurde. Noch am Vormittag erstellte das KBK ein bebildertes Fahndungsblatt und verschickte es ?ber das Netzwerk an die Grenzdienststellen. Um die Mittagszeit des 07.10.2020 meldete sich ein kroatischer Grenzbeamter beim KBK und teilte mit, dass ihm das auff?llig lackierte Boot vom Fahndungsblatt am kroatisch-serbischen Grenz?bergang Bajakovo aufgefallen war. Mit weiterer Unterst?tzung konnten schlie?lich Sportboot und Trailer im Wert von 55.000 Euro eindeutig identifiziert und sichergestellt werden. Die beiden bulgarischen T?ter wurden in Haft genommen.

Ein anderes Beispiel: Am 23.10.2020 um 13.56 Uhr bat ein Kollege der Fahndungsgruppe Leipzig das KBK um Unterst?tzung. Im Marinahafen in Dresden wurden vier Au?enbordmotoren mit 25-50 PS entwendet. Es gab einen Hinweis auf das Transportfahrzeug, einen Mercedes-Benz Vito. Bereits um 14.13 Uhr versendete der KBK-Fahnder eine Sofortfahndung mit Hinweis auf das Fahrzeug. Einer der Empf?nger war ein vom KBK geschulter ungarischer Grenzbeamter, der eigentlich frei hatte, als er die Nachricht erhielt. Er informierte umgehend seine Kollegen an der ungarisch-rum?nischen Grenze bei Naglac. Nur wenige Minuten sp?ter, um 15.20 Uhr, fuhr das Fahrzeug dort vor. Alle vier Motoren im Gesamtwert von 15.000 Euro wurden sichergestellt und die T?ter festgenommen.

Die Verm?genswerte, an deren Sicherstellung die Fahndungseinheit in den 20 Jahren ihres Bestehens ma?geblich beteiligt war, summieren sich auf ?ber 44 Mio. Euro. Hinzu kamen sogenannte Beif?nge, wie zum Beispiel Pkw, Motorr?der, E-Bikes, Fahrr?der, Baumaschinen, aber auch au?ergew?hnliche Artikel wie Trompeten und Reits?ttel im Gesamtwert von ca. 1,5 Mio. Euro. Nebenbei unterst?tzte das KBK inl?ndische Polizeidienststellen bei Verm?genabsch?pfungen in einer Gesamtsumme von noch einmal 1,2 Mio. Euro.

Mit deutschlandweit 149 entwendeten Sportbooten wurden im vergangenen Jahr knapp 17% weniger Bootsdiebst?hle gegen?ber 2019 registriert. Gemessen an den "Boomjahren" 2014 und 2015 mit 280 und 278 Booten ist das ein ?beraus erfreulicher R?ckgang um 47%.

Noch deutlicher ist der Abw?rtstrend bei den Diebst?hlen von Au?enbordmotoren. Nachdem 2019 bundesweit noch 795 Au?enbordmotoren in die Fahndungslisten aufgenommen wurden, ging die Anzahl der neu erfassten Bootsmotoren 2020 um 32% auf insgesamt 541 zur?ck. Gemessen am "Boomjahr" 2016 ist das sogar ein R?ckgang um 62%!

In Baden-W?rttemberg best?tigt sich das insgesamt niedrige Niveau der letzten Jahre mit zehn Booten in 2020, auch wenn 2019 nur sieben Boote zu verzeichnen waren. Im bundesweiten Trend liegt der R?ckgang bei den Motoren von 32 in 2019 auf 20 Motoren in 2020.

Der Bodenseeraum: Die Bodenseeanrainer meldeten f?r 2020 nur zwei entwendete Boote in der Schweiz sowie zwei 6 PS Au?enbordmotoren und zwei Boote am Baden-W?rttembergischen Ufer. Der Gesamtschaden liegt unter 5.000 Euro.

Die Gesamtschadensh?he im Deliktsbereich Bootskriminalit?t in Deutschland betr?gt 2020 knapp 5 Mio. Euro.

Neben gezielten Beutez?gen durch gut organisierte Banden, die durchaus auch fabrikneue Motoren aus Lagerhallen entwenden, gibt es aber ebenso das Ph?nomen, dass T?ter ihre "Reisekasse" durch den Diebstahl einzelner Au?enbordmotoren aufbessern. Das Diebesgut l?sst sich auch hierzulande leicht ?ber das Internet verkaufen und so warnen die Fahnder vor "faulen" Angeboten im Internet. Gestohlene Au?enbordmotoren sind zum Teil mit professionell gef?lschten Seriennummern versehen. Aber auch gestohlene Sportboote werden im Netz mit auf den ersten Blick plausiblen Historien angeboten.

Vorsicht ist immer geboten, wenn Dokumente fehlen und die Vorgeschichte unklar ist. Um die B?rger davor zu sch?tzen, Diebesgut zu kaufen und sich dabei wom?glich selbst strafbar zu machen, bieten die Ermittler des KBK an, das Wunschobjekt vor dem Kauf ?berpr?fen zu lassen. Dieses Angebot gilt auch f?r B?rger aus der Schweiz und ?sterreich. Anfragen k?nnen telefonisch (+49 7531 5902-300) an das Kompetenz-Zentrum Bootskriminalit?t gerichtet werden. Unter folgendem Link der Polizei Baden-W?rttemberg steht ein Flyer mit der Darstellung von Risiken und Hinweisen zum Kauf eines gebrauchten Sportbootes zum Download zur Verf?gung: https://praevention.polizei-bw.de/wp-content/uploads/sites/20/201 6/10/faltblatt_bootskauf.pdf

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang ausdr?cklich darauf hin, dass nach deutschem Recht an gestohlenen Gegenst?nden kein Eigentum erworben werden kann, selbst wenn der Gegenstand bei einem H?ndler gekauft wurde!

Eine g?ngige Masche: Betr?ger k?dern Interessenten durch extrem g?nstige Preisangebote. Angeblich befindet sich das Kaufobjekt im Ausland, soll jedoch nach einer Vorauszahlung f?r den Transport vor die Haust?r des Interessenten zur Besichtigung geliefert werden. Es wird versprochen, dass bei Nichtgefallen ohne Risiko und unter R?ckerstattung der Transportkosten vom Kaufvertrag zur?ckgetreten werden kann. Geht der Kaufinteressent auf die Forderung ein, ist er sein Geld los - das f?r ihn vermeintlich gute Gesch?ft findet jedoch nie statt.

Die Transportmasche funktioniert aber auch in die andere Richtung: Ein Kaufinteressent meldet sich bei einem seri?sen Anbieter und macht die Vorauszahlung f?r den Transport zur Bedingung f?r den Abschluss des Gesch?fts.

Die Kreativit?t der Betr?ger ist schier unersch?pflich. Sie verweisen auf Links von scheinbar existierenden oder auch seri?sen Spediteuren oder Bootsh?ndlern aus dem Ausland, bei denen das Boot angeblich zu besichtigen ist. Sie verwenden gescannte, evtl. verf?lschte P?sse und Bootsurkunden. Falsche oder betr?gerisch erlangte echte Kontodaten verst?rken das Gef?hl, dass der Verkauf stattfinden wird und das Gegen?ber seri?s ist. Manchmal geht es den Betr?gern auch nur darum, an pers?nliche Daten zu kommen.

Wichtige Hinweise der Polizei:

- Gehen Sie mit pers?nlichen Daten bei Internetangeboten ?u?erst sparsam um. - ?bermitteln Sie nie gescannte pers?nliche Dokumente wie Reisepass, Bootsurkunden usw. Sie k?nnen sicher sein, dass Ihre Dokumente bei den n?chsten Aktionen der Betr?ger in irgendeiner Form verwendet werden, um andere damit zu t?uschen! - ?bermitteln Sie NIEMALS Ihre Bankdaten! - Kontaktieren Sie das KBK, wenn Sie beim Boots-/Motorenkauf oder -verkauf unsicher sind. H?ufig sind die von den Betr?gern verwendeten Kontaktdaten bereits bekannt. - Werden Sie selbst zum Fahnder und nutzen Sie unsere Plakataktion mit den Abbildungen gesuchter Boote. Sie finden das Plakat (derzeit noch Ausgabe 2019) auf der Internetseite der Polizei Baden-W?rttemberg.

https://praevention.polizei-bw.de/wp-content/uploads/sites/20/2016/10/plakat_ges tohlene_boote.pdf

R?ckfragen bitte an:

Polizeipr?sidium Einsatz Telefon: (07161) 616-1222 E-Mail: goeppingen.ppeinsatz@polizei.bwl.de http://www.polizei-bw.de/

Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/110981/4925156 Polizeipr?sidium Einsatz

@ presseportal.de