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Obs, Polizei

Polizeiinspektion Rotenburg / ++ Kriminalstatistik 2020: ...

24.03.2021 - 15:08:04

Polizeiinspektion Rotenburg / ++ Kriminalstatistik 2020: .... ++ Kriminalstatistik 2020: Niedriges Kriminalit?tsaufkommen und hohe Aufkl?rungsquote im Corona-Jahr 2020 ++ (FOTO)

Rotenburg - Kriminalstatistik 2020:

Niedriges Kriminalit?tsaufkommen und hohe Aufkl?rungsquote im Corona-Jahr 2020

## Grafik zur Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2020 und Fotos in der digitalen Pressemappe ##

Rotenburg. Im Rahmen eines Pressegespr?chs, zu dem die Polizeiinspektion Rotenburg die ?rtlichen Medienvertreter eingeladen hatte, stellten Inspektionsleiter Torsten Oestmann und sein Vertreter, der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes Fabian Bernert, am Mittwochvormittag die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2020 vor.

Bereits zum Ende des vergangenen Jahres hatte sich abgezeichnet, dass die Anzahl der Gesamtstraftaten im Landkreis Rotenburg in etwa auf gleichem Niveau wie 2019 liegen w?rde. Mit einem Anstieg um 138 auf 8.644 Taten verzeichnet die Statistik f?r 2020 somit ein leichtes Plus von 1,62 Prozent. Demgegen?ber legten die Ermittler der Polizei im Landkreis Rotenburg bei der Aufkl?rungsquote noch einmal deutlich zu. Sie verzeichnet mit 69,54 Prozent einen bislang noch nicht erreichten Wert. Damit setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre mit einem Kriminalit?tsaufkommen auf niedrigem Niveau und gleichzeitig hoher Aufkl?rungsquote erfreulich fort.

Dass die Menschen im Landkreis Rotenburg in einer sicheren Region leben, belegt auch die H?ufigkeitszahl. Dieser Wert gibt die Anzahl der Straftaten je 100.000 Einwohner wieder. Mit 5.278 Taten/100.000 E. liegt der Landkreis Rotenburg deutlich unter dem Landesschnitt in Niedersachsen von 6.219 und dem Bundesdurchschnitt von zuletzt etwa 6.500.

"Ich bin froh und stolz, dass meine Kolleginnen und Kollegen in diesem doch sehr au?ergew?hnlichen und belastenden Jahr eine so hervorragende Arbeit abgeliefert haben. Es hat sich wieder einmal gezeigt: Die B?rgerinnen und B?rger im Landkreis Rotenburg k?nnen sich auf ihre Polizei verlassen!", so Polizeichef Oestmann.

F?r die ?bergeordnete Polizeidirektion L?neburg mit ihren sechs Inspektionen L?neburg/L?chow/Uelzen, Heidekreis, Stade, Harburg, Celle und Rotenburg zeigt die Kriminalstatistik ein ?hnliches Bild. Den 73.975 Straftaten aus dem Jahr 2019 folgten im vergangenen Jahr 74.076 Straftaten. Direktionsweit sind damit die Straftaten um 0,14 Prozent leicht gestiegen. Die Aufkl?rungsquote hat sich mit 66,82 Prozent gegen?ber dem Vorjahr um 2,55 Prozent ebenfalls verbessert.

Landesweit verzeichnet die Nieders?chsische Polizei bei den Gesamtstraftaten einen R?ckgang um 9.424 F?lle (- 1,86%). Die durchschnittliche Aufkl?rungsquote liegt im Lande bei 64,28 Prozent (+ 0,84%).

Polizeipr?sident Thomas Ring, Chef von ?ber 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Polizeidirektion L?neburg, dazu: ""Bei einer leicht erh?hten Gesamtzahl aller erfassten Straftaten k?nnen wir uns zum wiederholten Male ?ber eine Steigerung der Aufkl?rungsquote freuen. Das ist f?r uns Ansporn und Verantwortung zugleich. Nur dank der hervorragenden Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im vergangenen Jahr konnten wir einen so hohen Anteil der Straftaten aufkl?ren."

T?tungsdelikte

Die Kriminalstatistik weist f?r das zur?ckliegende Jahr bei der Polizeiinspektion Rotenburg 13 zu bearbeitende, versuchte und vollendete T?tungsdelikte aus. Bei vier Taten handelt es sich um Vorf?lle aus dem Vorjahr, die erst im vergangenen Jahr abgeschlossen wurden.

In der Nacht zu Neujahr 2020 hatte ein 46-j?hriger, alkoholisierter Mann die Besatzung eines Rettungswagens mit einem K?chenmesser bedroht. Der Tatvorwurf gegen ihn lautete versuchter Totschlag.

Anfang Februar lauerten mehrere T?ter einem 41-j?hrigen Mann am Sportplatz in Oerel auf. Den T?tern wird vorgeworfen, das Opfer geschlagen und mit einem Messerstich am Bein verletzt zu haben. Gegen 6 Beschuldigte wurde wegen des Verdachts des versuchten Mordes ermittelt.

Ebenfalls im Februar t?tete ein 57-j?hriger Ehemann seine 52-j?hrige Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung in Kirchtimke. Im April versuchte ein damals 57-j?hriger Mann in der eigenen Wohnung in Hepstedt seine 55-j?hrige Ehefrau zu t?ten. Im ersten Fall wurde wegen Totschlags, im zweiten Fall wegen versuchten Mordes ermittelt.

Am 24. Juni kam es zum Mord an dem 27-j?hrigen Ivorer Amadou Diabate in dessen Wohnung in Zeven. Der Mordprozess findet derzeit beim Landgericht in Stade statt.

Im November ertrank ein 4-j?hriges Kind in der W?mme in Rotenburg. Die Rotenburger Polizei ermittelt gegen die 40-j?hrige Mutter wegen des Verdachts des Totschlags.

Bei den drei anderen F?llen handelt es sich um einen angezeigten h?uslichen Unfall, Ermittlungen zum Tod eines neugeborenen Kindes und einen Fall des Versuchs von T?tung auf Verlangen.

Wohnungseinbr?che

Die Anzahl der Wohnungseinbr?che ist im vergangenen Jahr von 267 Taten im Vorjahr auf 160 zur?ckgegangen. Damit sinkt die Zahl um ?ber 40 Prozent. Der enorme R?ckgang in diesem sensiblen Deliktsbereich d?rfte auf die allgemeine Situation in der Corona-Zeit zur?ckzuf?hren sein. Trotz der erfreulichen Entwicklung steht die Verhinderung und Aufkl?rung von Wohnungseinbr?chen weiterhin ganz oben auf der Agenda der Polizei.

Eigentumskriminalit?t und Rohheitsdelikte

Auch die Anzahl der einfachen und schweren Diebst?hle ist im vergangenen Jahr zur?ckgegangen. Die Beamten verzeichneten mit 2.153 Taten 403 F?lle weniger als 2019.

"Der R?ckgang der Eigentumsdelikte bei gleichzeitiger Zunahme von Verm?gens- und F?lschungsdelikten zeigt eindeutig, dass sich das Leben mehr in das Internet verlagert hat. Die gute Aufkl?rungsquote beweist, dass wir diesen Wandel polizeilich bislang gut umgesetzt haben," erkl?rt dazu der Leiter der Kripo, Fabian Bernert.

Bei den Fahrraddiebst?hlen sank die Anzahl der Taten ebenfalls deutlich. 2020 wechselten 296 R?der durch Fahrradklau ihren Besitzer. In 64 F?llen ermittelte die Polizei Tatverd?chtige. Das entspricht einer Aufkl?rungsquote von ?ber 20 Prozent. In diesem Zusammenhang weisen die Ordnungsh?ter noch einmal auf die Aktionen "Anschlie?en statt Abschlie?en" und "Fahrrad sucht Anschluss" hin. Erfahrungsgem?? reicht es nicht aus, die zum Teil teuren R?der nur abzuschlie?en. Besser ist es, sein Fahrrad beispielsweise an ein Verkehrszeichen, einen Lichtmast oder ein anderes Rad anzuschlie?en.

Anders sah es bei den Raubtaten aus. Im vergangenen Jahr ermittelten die Beamten in 41 F?llen von Raub - das waren 5 Taten mehr als 2019. In 34 F?llen ?berf?hrte die Polizei einen T?ter und erreichte damit eine Aufkl?rungsquote von knapp 83 Prozent.

Bei den anderen Rohheitsdelikten - das sind neben den Raubtaten vor allem K?rperverletzungen und Freiheitsdelikte - verzeichnet die Kriminalstatistik mit 1.494 Taten einen leichten R?ckgang. Im Jahr zuvor hatte es 79 Taten mehr gegeben. K?rperverletzungen werden in der Regel aufgekl?rt, da sich T?ter und Opfer meistens kennen. Die Aufkl?rungsquote liegt erfahrungsgem?? hoch bei deutlich ?ber 90 Prozent.

Cybercrime/Internetkriminalit?t

Im Fachkommissariat und in den Arbeitsfeldern f?r Betrugsdelikte registrierten die Beamten einen deutlichen Anstieg an Straftaten. Mit 989 Cybercrime-Delikten musste die Polizei im vergangenen Jahr 557 Anzeigen mehr aufnehmen, als noch 2019. Das ist in diesem Kriminalit?tsfeld ein deutliches Plus von ?ber rund 129 Prozent.

Damit wird der Trend der ansteigenden Fallzahlen auf Landes- und Polizeidirektionsebene best?tigt. Auch diese negative Entwicklung d?rfte auf die Gesamtsituation in der Pandemiezeit und die damit verbundene Verlagerung der Kriminalit?t in den virtuellen Raum zu erkl?ren sein.

H?usliche Gewalt

Die Anzahl der F?lle von H?uslicher Gewalt ist im zur?ckliegenden Corona-Jahr 2020 um 5 angezeigte Taten leicht gestiegen. Hatte es 2019 383 F?lle im Landkreis gegeben, waren es 2020 387. Zu einem m?glichen Dunkelfeld l?sst sich allerdings nur wenig sagen.

Sexualdelikte

Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist f?r das Jahr 2020 im Landkreis Rotenburg einen auff?llig hohen Anstieg an Sexualdelikten aus. Auf 103 F?lle im Jahr 2019 folgten jetzt 450 Taten.

Diese Entwicklung l?sst sich mit der Arbeit einer Ermittlungsgruppe des Polizeikommissariats Zeven erkl?ren. Die Beamten werteten rund 1.500 sexualisierte Chats auf unterschiedlichen Messenger-Dienstes auf sichergestellten Smartphones eines Beschuldigten aus. Der Mann schrieb minderj?hrige Opfer zumeist mit Texten mit sexualisiertem Inhalt an. Teilweise verschickte er anz?gliche Fotos. Aufgrund von 350 Chats wurde der Anfangsverdacht einer Straftat begr?ndet und gegen diesen Beschuldigte jeweils ein Strafverfahren eingeleitet.

Pr?ventionshinweise f?r Eltern:

Kinder haben oft schon ab dem Grundschulalter ein eigenes Smartphone und nutzen damit soziale Medien. Leider werden in diesen Medien h?ufig gewaltverherrlichende, rassistische und sexualisierte Inhalte verbreitet. Daher treten Sie bitte mit Ihren Kindern in einen offenen Dialog. Besprechen Sie die Chatinhalte und sensibilisieren Sie ihr Kind f?r grenz?berschreitende ?u?erungen oder Bilder.

Auch bei Jugendlichen sollten Sie als Eltern darauf achten, dass Ihre Kinder in den sozialen Medien vorsichtig agieren. Ein wichtiger Tipp ist hier, dass jugendliche Internetnutzer ihren Account nicht ?ffentlich einstellen. Die Einstellung "Privat" l?sst einen Zugriff von Fremden auf die Inhalte nicht zu. Auch bei Chatanfragen von unbekannten Personen, sollten Nutzer vorsichtig sein und solche Anfragen im Zweifel ablehnen.

Jugend- und Heranwachsendenkriminalit?t

Aufgrund rechtlicher und gesetzlicher ?nderungen ist der seit Jahrzenten gepr?gte Begriff der Jugendkriminalit?t erweitert worden. Neben Kinder (unter 14 Jahren) und Jugendlichen (14 bis unter 18 Jahren) ist die Gruppe der Heranwachsenden (18 bis unter 21 Jahren) hinzugekommen. Ab 21 Jahren spricht man rechtlich von Erwachsenen.

Die Gesamtzahl der jungen Tatverd?chtigen (TV bis unter 21 Jahre) ist in allen Bereichen im Jahr 2020 r?ckl?ufig. Dies entspricht der bundesweiten Entwicklung der letzten Jahre. Der im Jahr 2017, entgegen dem allgemeinen Trend, kurzfristige erhebliche Anstieg minderj?hriger Tatverd?chtiger, setzt sich nicht fort.

Es gibt Kernaussagen, die Jugend- und Heranwachsendenkriminalit?t betreffen:

- Delinquenz (straff?lliges Verhalten) ist m?nnlich. Knapp 80 % der Tatverd?chtigen (432 minderj?hrige TV, 313 heranwachsende TV) im Bereich der Polizeiinspektion Rotenburg sind m?nnliche T?ter.

- Delinquenz junger Menschen ist von gruppendynamischen Prozessen gepr?gt (45% der 553 Minderj?hrigen handelten nicht allein).

Der Anteil jugendlicher und heranwachsender Tatverd?chtiger liegt f?r den Landkreis Rotenburg bei 23,34 %.

Die am h?ufigsten begangenen Straftaten minderj?hriger und heranwachsender Tatverd?chtiger sind Sachbesch?digungen, K?rperverletzungsdelikte, Bet?ubungsmitteldelikte und Ladendiebst?hle.

- Von den 145 tatverd?chtigen Kindern wurden unter anderem 40 Sachbesch?digungen, 32 K?rperverletzungen und 23 Ladendiebst?hle begangen.

- 401 jugendliche Tatverd?chtige fielen insbesondere bei 91 K?rperverletzungsdelikten, 73 Sachbesch?digungen und 66 Rauschgiftdelikte auf.

- Bei den 395 Heranwachsenden steht die Begehung von Rauschgiftdelikten mit 91 Delikten auf Platz 1 der am h?ufigsten begangenen Straftaten.

Auff?llig ist der R?ckgang der Straftaten im Schulkontext um 31,58 %. Dies ist im Berichtsjahr mit den Schulschlie?ungen aufgrund der Corona-Pandemie zu begr?nden. Nach einem landesweit g?ltigen Konzept werden Minderj?hrige und Heranwachsende bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen (intensive / h?ufige Straftatenbegehung innerhalb eines Kalenderjahres) als sogenannte Intensivt?ter eingestuft. Hier erfolgt eine konzentrierte Sachbearbeitung (stets der gleiche Ansprechpartner bei der Polizei) und nach M?glichkeit enge Zusammenarbeit mit weiteren Beteiligten, wie zum Beispiel Jugendamt, Schule, Schulsozialarbeit, Streetworkern. In dieses Konzept sind aktuell f?nf Intensivt?ter eingestuft. Dabei handelt es sich ausschlie?lich um m?nnliche Personen im Alter von 15 bis 20 Jahren (drei Jugendliche und zwei Heranwachsende).

Gewalt gegen Polizeibeamte

F?r das zur?ckliegende Jahr verzeichnet die Statistik 71 Straftaten gegen?ber Polizeibeamten/innen. Dabei handelte es sich h?ufig um Widerstandshandlungen wie Treten, Schlagen und Spucken bei polizeilichen Standardma?nahmen. Gesch?digt wurden 167 Beamte/innen. In 16 F?llen wurden dabei gef?hrliche Gegenst?nde wie Messer oder Schlagwerkzeuge genutzt. Zehn Polizisten/innen wurde verletzt, vier weniger als 2019. Aber auch Beleidigungen mussten sich die Beamten/innen im Dienst anh?ren.

Zusammenfassend zieht Polizeipr?sident Thomas Ring f?r seine Polizeidirektion folgendes Fazit: "Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizeidirektion haben die neuen Herausforderungen und schwierigen Aufgaben in 2020 hervorragend erf?llt. Daf?r m?chte ich mich bei allen Polizeibesch?ftigten herzlich bedanken. Insbesondere k?nnen wir mit der landesweit h?chsten Aufkl?rungsquote sowie den R?ckg?ngen der Wohnungseinbruchdiebst?hle zufrieden sein. Klar ist aber auch, dass wir nicht nachlassen d?rfen. Wir werden uns weiterhin mit gro?em Engagement f?r die Belange unserer B?rgerinnen und B?rger einsetzen."

F?r weitere R?ckfragen stehe ich gerne zur Verf?gung.

R?ckfragen bitte an:

Polizeiinspektion Rotenburg Pressestelle Heiner van der Werp Telefon: 04261/947-104 E-Mail: pressestelle(at)pi-row.polizei.niedersachsen.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/59459/4872400 Polizeiinspektion Rotenburg

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