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Polizei, Kriminalit?t

Polizeidirektion Osnabr?ck / Kriminalstatistik 2020: Erneut ...

23.03.2021 - 12:07:52

Polizeidirektion Osnabr?ck / Kriminalstatistik 2020: Erneut .... Kriminalstatistik 2020: Erneut weniger Straftaten im Nordwesten Niedersachsens - mehr Gewalt gegen Polizisten und Rettungskr?fte

Osnabr?ck - Polizeipr?sident Michael Ma?mann res?mierend zur PKS 2020:

"Die Zahl der registrierten Straftaten ist erneut gesunken und stellt den geringsten Wert der letz-ten 32 Jahre dar. Und: Den Zahlen nach sind die Menschen in unserer Region immer weniger direkt von Kriminalit?t betroffen - das sind gute Nachrichten. Unsere Bilanz ist gut. Die Kolleginnen und Kollegen haben einen tollen Job gemacht. Dennoch: Einige Deliktsbereiche erfordern unsere ver-st?rkte Aufmerksamkeit." "Das vergangene Jahr war unter dem Eindruck der Pandemie auch f?r die Polizei ein ganz besonde-res und hatte Auswirkungen auf das Kriminalit?tsgeschehen. Kriminalit?t hat sich ver?ndert und verlagert sich mehr und mehr ins Netz. Ich sage aber auch ganz deutlich: Neben der Analyse der objektiven Kriminalit?tslage sind auch die Einbeziehung des Sicherheitsempfindens und des Anzeigeverhaltens der Menschen in unserer Region von gr??ter Bedeutung. Wir setzen eigene regionale Akzente, bilden Schwerpunkte und beteiligen uns an Projekten. Au?erdem erhoffe ich mir durch die neu aufgelegte Dunkelfeldstudie des LKA Niedersachsen weitere Erkenntnisse f?r unsere Arbeit."

Kernaussagen PKS 2020

- Gesamtzahl der Straftaten auf Tiefstand der letzten 32 Jahre - Aufkl?rungsquote steigt

- Rund 60% weniger Einbr?che seit 2017 - Zahl der Wohnungseinbr?che weiter stark r?ckl?ufig

- Polizeibeamte und Rettungskr?fte zunehmend Opfer von Gewalt und Respektlosigkeiten

- Kinder- und Jugendkriminalit?t: Verbreiten pornografischer Inhalte nimmt deutlich zu

- Bek?mpfung von Straftaten gegen Senioren bleibt Schwerpunkt - gr??ere Ermittlungserfolge zeigen Wirkung

- Sonderbetrachtung Corona-Pandemie: Kriminalit?tsgeschehen verringert und verlagert sich

Gesamtzahl der Straftaten auf Tiefstand der letzten 32 Jahre - Aufkl?rungsquote steigt

Das Straftatenaufkommen im Gebiet der Polizeidirektion Osnabr?ck, in der rund 1,5 Millionen Einwohner leben, ist abermals gesunken. Mit 79.245 Straftaten von den Ostfriesischen Inseln bis zum Teutoburger Wald ist dies der niedrigste Wert in der Kriminalstatistik seit 32 Jahren - 5,6% bzw. 4.680 F?lle weniger im Vergleich zum Vorjahr. Der positive Trend zeigt sich auch bei der Aufkl?rungsquote, die auf 64,99 % gesteigert werden konnte. Sehr erfreulich ist zudem die weiter r?ckl?ufige Entwicklung der Kriminalit?tsbelastung der Menschen in der Direktion. Den Zahlen nach sind die Menschen im Direktionsbereich immer weniger direkt von Kriminalit?t betroffen.

Trotz der positiven Zahlen ist das Sicherheitsempfinden der Bev?lkerung jedoch oftmals ein anderes. Neben der Analyse der objektiven Sicherheitslage ist deshalb die Einbeziehung des subjekti-ven Sicherheitsgef?hls der Menschen ein Schwerpunktthema. Beispielsweise beteiligt sich die Direktion in diesem Zusammenhang seit Dezember 2020 aktiv an einem bundesweiten Forschungs-projekt namens "WACHMANN". Ausgangsfrage: Wie k?nnen W-LAN-Router dazu dienen, unbe-fugte Eindringlinge zu erkennen und eine Alarmierung auszul?sen und wie k?nnen Staatsanwaltschaft und Polizei die digitalen Spuren bei ihrer Ermittlungsarbeit besser nutzen? In dem auf zwei Jahre ausgelegten Projekt sind auch die Universit?t Bonn und das Karlsruher Institut f?r Technologie (KIT) Partner.

Rund 60% weniger Einbr?che seit 2017 - Zahl der Wohnungseinbr?che weiter stark r?ckl?ufig Einen nach 2019 nochmals ?berdurchschnittlichen R?ckgang verzeichnete die Direktion bei den Wohnungseinbr?chen. In den letzten vier Jahren konnte die Zahl der Einbr?che um rund 60 % reduziert werden. Insgesamt nahm die Zahl der F?lle in 2020 um 167 Taten bzw. 13,89 % deutlich ab und sank mit 1.035 Einbr?chen auf ein neues 30-Jahrestief. Die Aufkl?rungsquote sank von 28,1 % in 2019 leicht auf 26,96 %. Ma?mann: "Mehr als eine Halbierung der Einbr?che in den letzten vier Jahren ist eine Erfolgsgeschichte, die wesentlich auf die umfassende Pr?ventions- und Ermittlungsarbeit zur?ckzuf?hren ist. Das hat sich auch bei den T?tergruppierungen herumgesprochen."

Polizeibeamte und Rettungskr?fte zunehmend Opfer von Gewalt und Respektlosigkeiten Nicht nur f?r die Polizei ist das Ph?nomen Gewalt gegen Polizeibeamte ein Dauerthema, sondern auch f?r Rettungskr?fte und f?r ?ffentliche Personen. Im Jahr 2020 bilanzierte die Direktion allein bei den eigenen Polizeibeamten einen Anstieg um 13,32 % auf 604 F?lle. Auch Widerst?nde, t?tliche Angriffe, Beleidigungen und Respektlosigkeiten spielten dabei eine Rolle. Bei den Rettungskr?ften nahm die Zahl ebenfalls zu. Etwa zwei Drittel aller F?lle, geschahen unter dem Einfluss von Alkohol oder zunehmend anderer Drogen. Bedenklich: 1.340 Polizisten wurden im letzten Jahr in der Polizeidirektion selbst Opfer von Gewalt und trugen teilweise Verletzungen davon. Ma?mann: "Jeder zweite Polizeibeamte der Polizeidirektion ist den Zahlen nach im letzten Jahr selbst Opfer geworden - ein sehr trauriger Rekord. Ich betrachte diese Entwicklung mit gro?er Sorge. Es mangelt offensichtlich in Teilen der Gesellschaft an Respekt und Achtung gegen?ber Amtstr?gern."

Kinder- und Jugendkriminalit?t: Verbreiten pornografischer Inhalte nimmt deutlich zu Insgesamt sind die Fallzahlen im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalit?t positiv zu bewerten. Die Fallzahlen sind seit einigen Jahren konstant zur?ckgegangen und stagnieren im Vergleich auf niedrigem Niveau - aktuell bei 5.293 Straftaten. Bei detaillierter Betrachtung f?llt allerdings ein Deliktsbereich negativ auf: Die Verbreitung von pornografischen Inhalten: Hier verzeichnet die Direktion seit zwei Jahren starke Zunahmen - im letzten Jahr um 33,26 % auf 617 Taten. Auff?llig dabei ist die Ver?nderung der Altersstruktur bei den Tatverd?chtigen. Der Anteil der tatverd?chtigen Kinder- und Jugendlichen nahm um 40,31 % zu. In den allermeisten F?llen geht es um das Verbreiten von pornografischen Inhalten ?ber die sozialen Netzwerke und vor allem Messengerdienste wie WhatsApp. Besonders das Versenden und Teilen von entsprechenden Nackt- oder freiz?gigen Bildern bzw. Videos via Smartphone hat ?berproportional zugenommen. Teilweise gelangten entsprechende Inhalte anschlie?end in die sozialen Netzwerke. Die bei Sch?lern sehr beliebten sogenannten (WhatsApp-) Sticker sowie Memes spielen dabei eine zentrale Rolle. Mit nur wenigen Klicks ist ein solcher Sticker, beispielsweise mit einem Nacktbild eines Kindes, fertiggestellt bzw. manipuliert und versendbar. Der Erwerb, die Verbreitung und der Besitz solcher Inhalte ist nach dem Strafgesetzbuch strafbar und kann mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu f?nf Jahren bestraft werden.

Trotz des hohen Engagements polizeilicher Pr?ventionsteams und Pr?ventionsma?nahmen von Schulen, Kommunen und anderen Institutionen, fehlt offensichtlich gerade bei den ganz jungen Menschen, die ein Smartphone besitzen, die n?tige Medienkompetenz. Viele der jungen Men-schen wissen nicht, dass sie sich strafbar machen. Hier kn?pft eine neuartige Informationsveranstaltung der Direktion an: Unter dem Titel "Whatsapp, Instagram und Snapchat: was geht uns Eltern das an?" werden im Mai rund 500 Lehrer, Schulleiter und Eltern bei einem Webinar dem Hauptreferenten Moritz Becker zuh?ren. Das Webinar ist bereits ausgebucht, die Nachfrage ist riesig. Becker ist Sozialp?dagoge, Eltern-Medien-Trainer und "nebenbei" selbst Vater. Er arbeitet f?r den Verein smiley e.V. aus Hannover. Au?erdem ist er Lehrbeauftragter an der Universit?t Hannover und freiberuflich unter anderem f?r die nieders?chsische Landesmedienanstalt t?tig. Ma?mann: "Unsere Erfahrungen belegen, dass die Medienkompetenz bei den jungen Menschen ganz und gar nicht ausreicht. Es besteht akuter Handlungsbedarf. Wir m?ssen die jungen Menschen fr?hzeitiger und noch mehr ?ber die Gefahren und die rechtlichen Grenzen der Nutzung des Internets aufkl?ren. Eltern und Lehrern kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Auch die Polizei leistet ihren Beitrag und verst?rkt ihr Engagement."

Bek?mpfung von Straftaten gegen Senioren bleibt Schwerpunkt - gr??ere Ermittlungserfolge zeigen Wirkung Bei den Straftaten zum Nachteil von Senioren ist von Schockanrufen, Enkeltricks, falschen Gewinnversprechen oder falschen Polizeibeamten die Rede. ?ltere Menschen werden mitunter durch perfide Tricks der T?ter bzw. T?terbanden um ihr Erspartes gebracht. Das Sicherheitsempfinden ist dadurch stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Direktion hatte hier bereits 2018 einen Schwerpunkt gesetzt und die Ermittlungen intensiviert und konzentriert. Das geschieht auch zunehmend in den Polizeiinspektionen. W?hrend bei den Enkeltrick-F?llen die Zahlen anstiegen, sank die Zahl der F?lle bei den falschen Polizeibeamten ?berdurchschnittlich stark. Auch wenn die meisten F?lle im Versuchsstadium stecken bleiben, lag der Schaden im letzten Jahr bei mehr als 620.000 Euro - 200.000 Euro weniger als im Vorjahreszeitraum.

Einen gro?en Schlag gegen falsche Polizeibeamte konnte die Polizeidirektion im Februar 2020 verzeichnen, bei dem auch die Hinterm?nner einer international agierenden Callcenter-Bande ermit-telt und festgenommen werden konnten - darunter auch der mutma?liche Kopf der ca. 70 Mitglieder starken Bande. Neben der Osnabr?cker Polizei waren auch die Polizei Koblenz und auf internationaler Ebene die t?rkische Polizei an den Ermittlungen beteiligt - eine m?gliche Verurteilung steht noch aus. Die Ermittler beschlagnahmten bei Durchsuchungen mehrere hochwertige Autos, Bargeld und Schmuck. Der Schaden bei den bundesweit betroffenen Betrugsopfern bel?uft sich allein in diesem Ermittlungsverfahren auf rund drei Millionen Euro. Ma?mann: "Unsere erfolgreiche internationale Zusammenarbeit hat offensichtlich Wirkung bei den gro?en Callcenter-Banden gezeigt, denn die Fallzahlen sinken. Fast immer l?uft die Kommunikation ?ber das Telefon. Wir brauchen klare Kompetenzen im Bereich der Vorratsdatenspeicherung, da Ermittlungen oft erst Wochen und Monate sp?ter gef?hrt werden."

Neben der konzentrierten Ermittlungsarbeit ist die Pr?vention der zweite zentrale Baustein zur Verhinderung solcher Straftaten. Die Polizei hat mit intensiver Pr?ventionsarbeit auf den starken Anstieg der Fallzahlen in den vergangenen Jahren reagiert. Neben Warnhinweisen in zielgruppengerechten Medien und einer proaktiven ?ffentlichkeitsarbeit, ist eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern eingespielte Routine. In Osnabr?ck wurde j?ngst vom Pr?ventionsteam ein Theaterst?ck zur Sensibilisierung ?lterer Menschen entwickelt. Schauspieler gehen mit der Polizei in der Region auf Tour und stellen dem ?lteren Publikum spielerisch die Maschen der T?ter vor. Auch in Impfzentren machen Polizisten direktionsweit auf das Thema aufmerksam und sensibilisieren ?ltere Menschen.

Sonderbetrachtung Corona-Pandemie: Das Kriminalit?tsgeschehen verringert und verlagert sich Die Corona-Pandemie stellt die Polizei heute wie auch im letzten Jahr vor gro?e Herausforderungen: Im Jahr 2020 registrierte die Polizeidirektion 5.012 Straftaten bzw. Ordnungswidrigkeiten im Zusammen mit Verst??en gegen das Infektionsschutzgesetz oder der regionalen Corona-Verordnungen. Zur Durchsetzung der staatlichen Eind?mmungsma?nahmen wurde die Polizeipr?senz erh?ht, was sicherlich auch zum R?ckgang des allgemeinen Straftatenaufkommens gef?hrt hat. Auch die durch die Corona-Pandemie ver?nderten Alltagsroutinen der Bev?lkerung hatten zur Folge, dass weniger klassische Straftaten begangen wurden. Auff?llig: Straftaten verlagern sich auch durch die Pandemie zunehmend ins Internet. Die Internetkriminalit?t steigt um 10 % auf 5.445 Taten. Der Anteil der Internetkriminalit?t am Gesamtaufkommen der Straftaten in der Direktion steigt - er betr?gt mittlerweile rund 7 %. Die Dunkelziffer bei den Internetstraftaten d?rfte aber viel h?her sein - das belegen auch die Dunkelfeldstudien in Niedersachsen.

Der R?ckgang der Taten speziell bei den Wohnungseinbr?chen d?rfte auch pandemiebedingte Gr?nde haben. Seit M?rz letzten Jahres kam es zu einer deutlichen Reduzierung der Tatgelegenheiten. Viele Einwohner hielten sich vermehrt zu Hause auf. Das schreckte potentielle mitunter T?ter ab. Bei den Raub- und K?rperverletzungsdelikten sanken die Fallzahlen ebenfalls deutlich um mehr als 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Urs?chlich hierf?r d?rfte das stark eingeschr?nkte Freizeit- und Ausgehverhalten sein, welches ebenfalls zu weniger Tatgelegenheiten f?hrte. Clubs, Diskotheken und Bars waren ab dem 16.03.2021 geschlossen und ?ffentliche Veranstaltungen untersagt. Der Deliktsbereich H?usliche Gewalt nahm im letzten Jahr deutlich um 11,84 % zu - von 3.294 auf 3.684 Taten. Pandemiebedingte Faktoren f?hrten offensichtlich auch zu vermehrten interfamili?ren Eskalationen, verbunden mit k?rperlichen Angriffen. Die Polizeidirektion ist mit den regionalen Netzwerkpartnern im st?ndigen Austausch. Auch die Pr?ventionsarbeit in diesem Kontext hat einen hohen Stellenwert. Zudem wird die nieders?chsische Dunkelfeldstudie erstmals im Hinblick auf dieses Deliktsfeld ausgeweitet. Bei den Betrugsstraftaten verzeichnet die Direktion neue perfide Maschen. Ein Beispiel: Unter dem Vorwand, alsbald eine Impfung erhalten zu k?nnen, gaukelten Telefonbetr?ger ?lteren Menschen vor, dass sie f?r die anstehende Impfung in Vorleistung gehen m?ssten. Es blieb bei den F?llen beim Versuch, die Anrufer merkten den Betrug und beendeten das Gespr?ch. Auch beim Betrug ?ber sog. Fake-Shops nahm die Zahl der F?lle - sicherlich auch coronabedingt - von 236 auf 692 (rd. 200 %) drastisch zu. Beim Subventionsbetrug im Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen lag die Zahl im letzten Jahr bei 140 F?llen. Ma?mann: Auch f?r die Polizei ist die Bew?ltigung der Pandemie einer der gr??ten Herausforderungen in der Geschichte. Die Polizei hat in der ?ffentlichen Wahrnehmung der Pandemiebek?mpfung eine ganz zentrale Rolle. Dessen sind wir uns bewusst."

R?ckfragen bitte an:

Polizeidirektion Osnabr?ck Marco Ellermann Telefon: 0541 - 327 1024 E-Mail: pressestelle@pd-os.polizei.niedersachsen.de http://www.pd-os.polizei-nds.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/104232/4870983 Polizeidirektion Osnabr?ck

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