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Polizei, Dokument

Polizeidirektion Oldenburg / +++ Polizeiliche Kriminalstatistik ...

23.03.2021 - 14:12:51

Polizeidirektion Oldenburg / +++ Polizeiliche Kriminalstatistik .... +++ Polizeiliche Kriminalstatistik 2020 +++ Neuer Tiefstand bei Straftaten +++ Deutlicher R?ckgang bei Wohnungseinbr?chen +++ Verst?rkter Kampf gegen Kinderpornografie +++

Oldenburg - Erneut weniger Straftaten insgesamt, erneut weniger Diebst?hle, erneut weniger Wohnungseinbr?che: Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) der Polizeidirektion Oldenburg f?r das von der Coronapandemie gepr?gte Jahr 2020 weist in vielen Bereichen positive Ergebnisse aus, die den Trend der vergangenen Jahre best?tigen. In einigen Kriminalit?tsfeldern sind jedoch auch Zunahmen zu verzeichnen.

"Die Menschen k?nnen sich auch weiterhin in unserer Region sicher f?hlen", betonte Polizeipr?sident Johann K?hme am Dienstag bei der Vorstellung der PKS. "Die Straftaten sind erneut gesunken und befinden sich auf dem niedrigsten Wert der vergangenen 30 Jahre. Dies ist einerseits das Resultat der guten polizeilichen Arbeit, welche die Kolleginnen und Kollegen Tag f?r Tag leisten", so K?hme weiter: "Aber nat?rlich muss man bei der Bewertung der Zahlen andererseits auch die au?ergew?hnlichen Umst?nde im Jahr 2020 ber?cksichtigen. Corona hat nicht nur die Welt ver?ndert, sondern sich sicherlich auch auf die Formen der Kriminalit?t ausgewirkt."

+++ Kriminalit?tsbelastung sinkt, Aufkl?rungsquote steigt +++

Zusammengenommen wurden im vergangenen Jahr 89.619 Straftaten im Zust?ndigkeitsbereich der Polizeidirektion Oldenburg registriert. Dies sind noch einmal 1.960 weniger (2,14%) als in 2019 und stellt einen historischen Tiefstwert dar. Zum Vergleich im letzten 10-Jahres-Zeitraum: 2012 betrug die Zahl der Straftaten noch 115.853, was einen R?ckgang von 22,64% zu 2020 bedeutet.

Die anhaltend sinkende Kriminalit?tsbelastung in der Region verdeutlicht auch der Blick auf die so genannte H?ufigkeitszahl, womit die Zahl der registrierten Straftraten pro 100.000 Einwohner ausgedr?ckt wird. Demnach ist die Gefahr, in der Polizeidirektion Oldenburg Opfer einer Straftat zu werden, erneut zur?ckgegangen. Die H?ufigkeitszahl von 5.134 liegt unterhalb der des Landes (6.219).

Weiterhin positiv entwickelt sich auch die Aufkl?rungsquote, die 64,74% im Jahr 2020 betrug und somit im 10-Jahresvergleich nach 2019 (63,71%) einen neuen H?chstwert erreichte.

+++ Diebst?hle und Wohnungseinbr?che gehen stark zur?ck +++

Zwar bilden die Diebstahldelikte mit 29,61% weiterhin den gr??ten Teil der polizeilichen Ermittlungsverfahren. Im Jahr 2020 verringerte sich ihre Anzahl jedoch noch einmal deutlich um 4.480 Taten von 31.012 (2019) auf nunmehr 26.532, was einen R?ckgang von 14,45% bedeutet. Im Vergleich zum Jahr 2000 mit 60.211 Diebstahlsdelikten haben sich die Straftaten sogar mehr als halbiert.

Auch die Zahl der Wohnungseinbruchdiebst?hle ist weiter gesunken, im Jahr 2020 waren es mit 1.709 Taten 221 weniger (-11,45%) im Vergleich zum Vorjahr und damit so wenige wie seit mehr als 30 Jahren nicht mehr. Angesichts der Beschr?nkungen im Zuge der Coronapandemie (z.B. Reisefreiheit) sowie ver?nderter Arbeitsbedingungen (Homeoffice) ist von entsprechenden Auswirkungen auf die Fallzahlen auszugehen.

"Wenn die Menschen ?fter zu Hause sind, passieren weniger Einbr?che. Gelegenheit macht Diebe - andersherum gilt das eben auch", stellte Polizeivizepr?sident Andreas Sagehorn fest, betonte aber zugleich, dass Corona nicht der einzige Grund f?r die Abnahme von Wohnungseinbruchdiebst?hlen sei: "Die Zahl der Wohnungseinbr?che geht seit Jahren zur?ck. Das zeigt, dass unsere Ma?nahmen greifen und wir die richtigen Schwerpunkte gesetzt haben."

Als effektive Elemente der Bek?mpfungsstrategie haben sich regelm??ige Kontrollen, die l?nder?bergreifende polizeiliche Zusammenarbeit sowie die gezielte Beratung der Menschen im Rahmen der Kriminalpr?vention erwiesen. So scheiterte im Jahr 2020 in ca. 45% der F?lle (773 Taten) bereits der Versuch, in das Wohnobjekt einzudringen. Der kontinuierlich ansteigende Anteil der Versuchstaten ist ein Hinweis darauf, dass der technische Einbruchsschutz immer effektiver wird und auch so weniger Tatgelegenheiten bestehen. Auch die Aufkl?rungsquote konnte im Jahr 2020 auf 26,04% gesteigert werden (2019: 24,61%).

+++ Mehr F?lle von h?uslicher Gewalt +++

Im Bereich der h?uslichen Gewalt hat sich der seit Jahren anhaltende Anstieg der Fallzahlen im Jahr 2020 mit 3.764 Straftaten im Jahr fortgesetzt. Im Vergleich zu 2019 bedeutete dies eine Zunahme von 292 Taten (+7,48%). Unter h?uslicher Gewalt f?llt in der polizeilichen Kriminalstatistik jede Form der physischen, psychischen und/oder sexualisierten Gewalt zwischen Menschen, die in nahen Beziehungen stehen oder standen.

"Die Zahlen sind bedr?ckend, denn dahinter stehen schlimme pers?nliche Schicksale", sagt Polizeipr?sident Johann K?hme. Ob die erneute Zunahme von h?uslicher Gewalt im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit der Corona-Krise steht, sei noch nicht eindeutig zu beantworten. "Es ist einerseits ein langj?hriger steigender Trend festzustellen. Wir ahnen aber auch, dass viele Taten aus Angst oder Scham nach wie vor gar nicht anzeigt werden und das Hellfeld nur einen Teil der tats?chlichen Dimension darstellt", so K?hme.

Wichtige Erkenntnisse erhofft sich die Polizeidirektion Oldenburg in diesem Zusammenhang von der Dunkelfeldstudie des Landeskriminalamtes Niedersachsen, die Ende M?rz 2021 startet. Bei dieser Erhebung zu Sicherheit und Kriminalit?t in Niedersachsen liegt der Schwerpunkt auf den Bereich der h?uslichen Gewalt. "Wenn es gelingt, das Dunkelfeld aufzuhellen, kann die Polizei ihre Pr?ventions- und Hilfsangebote noch gezielter einsetzen und h?usliche Gewalt noch wirksamer bek?mpfen", sagte K?hme.

+++ Ermittlungsgruppen zur Bek?mpfung von Kinderpornografie +++

Einen erneuten Anstieg gab es bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Im Jahr 2020 erh?hten sich die F?lle um weitere 8,90 % (144 Taten) auf insgesamt 1.762. Insbesondere nehmen weiterhin die F?lle von "Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinderpornografischer Schriften" stark zu (+ 17,22%).

Ein Grund f?r die in j?ngster Vergangenheit stark zunehmenden Fallzahlen im Bereich der Kinderpornografie ist die fortschreitende Digitalisierung: Foren, Chats und Messengerdienste sind leicht zug?nglich und dienen oft als Austauschportale. Automatisierte Meldesysteme, durch die identifizierte strafrechtliche Verst??e an das Bundeskriminalamt (BKA) gemeldet und als Ermittlungsverfahren in die Bundesl?nder gegeben werden, tragen ebenfalls zu den steigenden Kinderpornografie-Zahlen bei.

Problematisch ist auch, dass strafbare Inhalte von minderj?hrigen Sch?lerinnen und Sch?lern verbreitet und empfangen werden. "Dies geschieht h?ufig unbedacht, weswegen wir der Pr?ventionsarbeit an Schulen weiterhin gro?er Bedeutung beimessen. Die Anzeigenbereitschaft hat sich dadurch bereits sehr verbessert", sagte Polizeivizepr?sident Andreas Sagehorn, der unterstrich: "Die Bek?mpfung der Kinderpornografie ist und bleibt ein vorrangiges Thema f?r die Polizei."

Als Reaktion auf die zunehmenden Straftaten der Kinder- und Jugendpornografie werden zum 1. April 2021 in allen Polizeiinspektionen innerhalb der Polizeidirektion Oldenburg st?ndige Ermittlungsgruppen zur Bek?mpfung von Kinderpornografie eingerichtet. "Mit Kinderpornografie ist unvorstellbares Leid verbunden. Durch die noch schnellere und bessere Bearbeitung dieser F?lle k?nnen wir den Fokus k?nftig noch st?rker darauf legen, andauernde Missbrauchstaten zu erkennen und zu unterbinden", erkl?rte Andreas Sagehorn.

+++ Wieder mehr Internetkriminalit?t in 2020 +++

Nachdem die Tendenz zuletzt leicht r?ckl?ufig gewesen war, sind die Zahlen zur Internetkriminalit?t nun wieder deutlich angestiegen. So wurden im Jahr 2020 insgesamt 7.170 Taten registriert, bei denen das Internet bei der unmittelbaren Ausf?hrung eine Rolle gespielt hat. Im Vergleich zum Vorjahr (6.199) ist dies ein Zuwachs von 15,66 % - auch hier d?rfte sich die Beschr?nkungen durch die Coronapandemie ausgewirkt haben. In Ermangelung anderer M?glichkeiten wichen die Straft?terinnen und Straft?ter f?r kriminelle Handlungen in den virtuellen Raum aus. Den Gro?teil der Gesamtf?lle - circa 70 Prozent - nehmen Betrugstaten ein.

Im Kontext der zunehmenden Hasskriminalit?t im Internet sind die 391 F?lle von Beleidigungen zu sehen, was einen leichten Anstieg zu den Vorjahren darstellt. Allerdings d?rfte im Bereich der Internetkriminalit?t generell ein gro?es Dunkelfeld bestehen, da davon auszugehen ist, dass eine Vielzahl solcher Taten erst gar nicht zur Anzeige gebracht wird.

Hinweis: Im Anhang erhalten Sie die Pressemitteilung sowie die Pr?sentation der PKS im PDF-Format. F?r R?ckfragen stehen die Verantwortlichen der Polizeidirektion Oldenburg gerne telefonisch zur Verf?gung. Bitte nehmen Sie hierzu zun?chst Kontakt mit der Pressestelle auf.

R?ckfragen bitte an:

Polizeidirektion Oldenburg Pressestelle Theodor-Tantzen-Platz 8 26122 Oldenburg Tel.: 0441/799-1041/-1043/-1045 E-Mail: pressestelle@pd-ol.polizei.niedersachsen.de Homepage: www.polizei-oldenburg.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/62353/4871308 Polizeidirektion Oldenburg

@ presseportal.de