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Lingen - Jubiläum: 15 Jahre BISS und Gewaltschutzgesetz

10.04.2017 - 13:31:43

Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim / Lingen - ...

Lingen - Das Foto zeigt Mitarbeiterinnen der BISS und die Leitung der Polizeiinspektion

Seit nunmehr 15 Jahren sind die Beratungs- und Interventionsstellen (BISS) ein fester Bestandteil des Kampfes gegen häusliche Gewalt im Emsland und der Grafschaft Bentheim. Laut einer Studie der World Health Organisation (WHO) wird weltweit etwa jede dritte und in der EU jede sechste Frau, einmal in ihrem Leben Opfer von häuslicher Gewalt. Darunter fällt nicht nur die körperliche sondern eben auch die oft unterschätzte psychische Gewalt. Die BISS gehört jeweils zum Sozialdienst katholischer Frauen (SKF). Die hauptamtlichen Beraterinnen versuchen mit den Opfern Handlungsoptionen zu erarbeiten. Sie gestalten Sicherheitsplanungen und beschäftigen sich mit der Situation der Kinder. Am Donnerstagnachmittag wurde das Jubiläum unter Moderation von Marita Theilen, Geschäftsführerin des SKF Lingen, im Rahmen einer kleinen Feierstunde in den Räumlichkeiten der Polizeiinspektion in Lingen begangen. Nach einem Pilotprojekt aus 2001 wurden die Beratungsstellen mit Einführung des Gewaltschutzgesetzes in den Landkreisen dauerhaft installiert. Nachdem sich die Institutionen in den Anfangsjahren zunächst im Bewusstsein der Polizei sowie auch der Opfer etablieren mussten, stiegen die behandelten Fälle von 228 in 2002 auf 1204 in 2016 an. Insgesamt sind in den vergangenen 15 Jahren in den beiden Landkreisen mehr als 11000 Opfer von häuslicher Gewalt beraten worden. Etwa 85-90 Prozent der Beratungen entfallen auf Frauen. Die Anzahl männlicher Opfer ist in den vergangen Jahren stetig gestiegen. Behandelt wird dabei ausdrücklich nicht nur die Gewalt in Beziehungen, sondern beispielsweise auch die zwischen Vater und Sohn. Andrea von Haugwitz, Beraterin in der BISS Meppen, lobte ausdrücklich die Zusammenarbeit mit den Polizeidienststellen. "Die von dort automatisch gefertigten Protokolle nach Fällen häuslicher Gewalt, bilden einen Großteil unserer Arbeitsgrundlage", so Frau von Haugwitz. Die Beratungsstellen warten dann aber nicht auf den Anruf der Opfer. Sie nehmen proaktiv Kontakt zu ihnen auf und bieten ihre Hilfe an. Die Zustimmungsquote bei diesen Angeboten liegt etwa bei 90 Prozent. Mit den gesellschaftlichen Veränderungen, änderten sich auch die Ansprüche an die Beraterinnen. Allein in 2016 wurden 404 Frauen mit Migrationshintergrund beraten. Die Opfer kamen dabei aus insgesamt 44 unterschiedlichen Nationen. Auch außerhalb der BISS und der Polizei haben sich weitere Institutionen des Themenfeldes häusliche Gewalt angenommen. Die Krankenhäuser in Meppen, Papenburg und Nordhorn dokumentieren unter der Überschrift ProBeweis Verletzungen oder sonstige körperliche Folgen von physischer- und körperlicher Gewalt. Dabei sollen Beweise für mögliche Strafverfahren nachhaltig gesichert werden. Die Initiative Kompass befasst sich intensiv mit Kindern, die häusliche Gewalt erlebt haben. Zu guter Letzt gibt es in beiden Kreisen ein Projekt des Sozialdienstes katholischer Männer, das sich mit den männlichen Tätern bei häuslicher Gewalt beschäftigt. Karl-Heinz Brüggemann, Leiter der Polizeiinspektion Emsland / Grafschaft Bentheim, gratulierte den Beraterinnen und den Geschäftsführerinnen ausdrücklich zu ihrem Jubiläum. Er erklärte, wie sich über die Jahre auch der Blickwinkel der Polizei auf die Thematik verändert hat. Die stetig steigenden Fallzahlen erklärte er dabei vor allem mit einem geänderten Anzeigeverhalten. "Der Arbeit der Beratungsstellen ist es zu verdanken, dass Frauen bei Gewalterfahrungen schneller den Weg zur Polizei finden", sagte Brüggemann. Er betonte ihre enorme Wichtigkeit und ließ keinen Zweifel daran, sie auch zukünftig mit unvermindertem Engagement zu unterstützen.

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