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Polizei, Kriminalit?t

Landeskriminalamt Schleswig-Holstein / LKA-SH: Achtung Geldw?sche: Das ...

14.01.2021 - 12:12:40

Landeskriminalamt Schleswig-Holstein / LKA-SH: Achtung Geldw?sche: Das .... LKA-SH: Achtung Geldw?sche: Das LKA warnt vor angeblich lukrativen Stellenangeboten f?r Finanz- und Warenagenten

Kiel - Die Geldw?schedienststelle des Landekriminalamtes registriert im Verlauf der Corona-Pandemie vermehrt, dass Menschen auf Anzeigen reagieren, die ihnen aus dem Homeoffice heraus leicht verdientes Geld suggerieren. Am Ende sehen sie sich dann allerdings oftmals mit einer Anzeige wegen des Verdachts der leichtfertigen Geldw?sche und einem Schuldenberg konfrontiert.

In Zeiten, in denen viele B?rger*innen sich gezwungen sehen, nach Nebent?tigkeiten aus dem Homeoffice heraus zu suchen, haben T?ter leichtes Spiel, die mit einer perfiden Masche einen vermeintlich sicheren Job mit guten Verdienstm?glichkeiten versprechen.

Mit seri?s wirkenden Suchanzeigen in einschl?gigen Internetportalen suchen sie so genannte "App-Tester". Es kommt auch vor, dass die T?ter gezielt Arbeitssuchende mit diesem Jobangebot ansprechen. Die Kontaktaufnahme erfolgt dann mittels Messenger, wie z.B. WhatsApp. Die Angeworbenen er?ffnen angeblich zu Testzwecken online Konten bei verschiedenen Banken. Sie erhalten sogar Verhaltenshinweise f?r die obligatorische Onlinebefragung per Videochat. Die Daten f?r die Konten geben sie dann an ihre Auftraggeber weiter, die die Zug?nge sofort ?ndern und die Konten dann f?r wenige Wochen nutzen, um aus Betrugstaten stammende Gelder in L?nder wie Litauen, Lettland, Russland oder die T?rkei zu transferieren, bis den Geldw?scheabteilungen der Banken diese Geldbewegungen auffallen und sie den Geldw?scheverdacht durch den Kontoinhaber zur Anzeige bringen. ?berweisungen von 20.000 bis 30.000 Euro pro Konto sind keine Seltenheit. Das eingegangene Geld wird in der Regel tagesaktuell durch die T?ter weitergeleitet.

Den "App-Testern" werden von den Anwerbern seri?s wirkende Arbeitsvertr?ge zugesandt. Wenn sie im Internet nach der Firma suchen, sto?en sie auf existierende Betriebe. Lediglich die angegebenen Mailadressen und Handynummern auf den Vertr?gen k?nnten Verdacht erregen. Pro eingerichtetem Konto werden 20 Euro Verg?tung vereinbart, die sie allerdings nie erhalten. Nicht selten werden 6 bis 8 Konten eingerichtet, bevor Banken und Polizei aufmerksam werden. Die gutgl?ubigen Kontoeinrichter fallen meist aus allen Wolken, wenn die Polizei sie mit ihren Taten konfrontiert.

Mit einer vermeintlich noch lukrativeren Masche werden in gleichen Portalen und mit ?hnlicher Anbahnungsform Menschen gesucht, die f?r die Auftraggeber Warenpakete annehmen, sammeln und weiter verschicken. Neben den bereits beschriebenen Arbeitsvertr?gen werden ihnen bis zu 16 Euro Stundenlohn versprochen. Sogar die bereits frankierten Adressaufkleber in die oben genannten Staaten werden ?bersandt. Die so genannten Warenagenten nehmen an sie adressierte P?ckchen mit Handys oder Tablets an und leiten sie dann in gr??eren Chargen weiter.

Die Begr?ndung f?r dieses "Gesch?ftsmodell" wird ihnen damit erkl?rt, dass man sich die Waren aufgrund angeblicher Handelssanktionen nicht direkt senden lassen kann oder die Waren hier angeblich schlicht billiger als in den Ziell?ndern seien. Zugrunde liegen hier nat?rlich Betrugsdelikte. In der Regel erfahren die Warenagenten erst dann von ihrem Fehlverhalten, wenn die Polizei auf sie zukommt.

"Die Hauptt?ter agieren aus der digitalen Deckung heraus und sind f?r uns schwer ermittelbar", erkl?rt Roland Otto, Mitarbeiter im Geldw?schesachgebiet des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein. Die Verfolgung von ins Ausland transferierten Geldern ist sehr aufw?ndig und oft schwierig. Auch die verschickten Pakete werden im Ausland noch mehrmals weitergeleitet, bevor sie ihren Empf?nger erreichen. Und die Handys, die oftmals die einzige Kontaktm?glichkeit zu den T?tern darstellen, sind meist auf nichtexistierende Personen angemeldet.

"Die Finanz- und Warenagenten, wie wir die App-Tester und Warenweiterleiter nennen, haben sich strafbar gemacht und k?nnen wegen leichtfertiger Geldw?sche belangt werden. So werden leichtgl?ubige Jobsuchende nicht selten zu teils hohen Geldstrafen verurteilt", erkl?rt der Ermittler. Aber das sind nicht die einzigen Folgen, denn neben der Vorstrafe werden sie meist auch f?r die entstandenen Sch?den haftbar gemacht und stehen pl?tzlich vor einem gro?en Schuldenberg.

R?ckfragen bitte an:

Landeskriminalamt Schleswig-Holstein Uwe Keller Telefon: 0431/160-41112 E-Mail: Presse.Kiel.LKA@Polizei.LandSH.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/2256/4811929 Landeskriminalamt Schleswig-Holstein

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