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Polizei, Kriminalit?t

Kistenklauer und falsche Nichte

13.01.2021 - 15:02:22

Kreispolizeibeh?rde M?rkischer Kreis / Kistenklauer und falsche ...

L?denscheid - Die falschen Enkel rufen wieder an - in den vergangenen Tagen insbesondere in L?denscheid, Kierspe und Altena. Einmal hatten sie Erfolg. "Rat mal, wer hier ist?" So oder ?hnlich beginnen die Anrufe bei ?lteren Mitb?rgern immer und immer wieder - in mancher Woche dutzendfach. In der Regel geht es um f?nfstellige Summen. Ein Treffer unter 40 oder 50 Telefonaten und der Aufwand lohnt sich f?r die T?ter. Am Montag zahlte ein ?lteres Ehepaar aus L?denscheid. Eine Anruferin ?berzeugte die Senioren davon, dass sie ihre Nichte sei. Die Betr?gerin lieferte die L?gengeschichte in der Variante "g?nstige Gelegenheit": Sie habe eine Eigentumswohnung ersteigert und solle nun sofort den Kaufpreis auf den Tisch legen. Andere T?ter erfinden eine Notlage wie Verkehrsunfall oder Corona-Erkrankung. Immer jedoch "dr?ngt die Zeit" und die Opfer sollen sofort und ohne zu ?berlegen zahlen.

Die hilfsbereiten L?denscheider taten ihr M?glichstes. Sie h?tten zwar nicht die geforderte Summe, w?rden aber ihr Konto leeren. Wie so oft, so wechselten auch in diesem Fall die Gespr?chspartner. Die Betr?ger spinnen teilweise komplexe L?gengeschichten, um ihre Story zu untermauern und sprechen fast immer akzentfrei Deutsch. Tats?chlich sitzen wahrscheinlich alle T?ter nebeneinander in einem ausl?ndischen Call-Center und verbinden sich abwechselnd mit dem Opfer. Einer spielt den Enkel, der n?chste einen Anwalt, der n?chste mimt den strengen Polizeibeamten, usw.

Die Gespr?chspartner verdonnern ihre Opfer zum Stillschweigen. Das Ganze nimmt oft konspirative Z?ge an, so sehr werden die Opfer mit raffinierten psychologischen Tricks verwirrt, bedroht oder umgarnt. So bekam auch der L?denscheider Senior die Anweisung, nichts von dem Anruf der Nichte zu sagen. Stattdessen log er am Geldschalter, er wollte zu einer Versteigerung. Die Bankmitarbeiter mussten ihm glauben und zahlten das geforderte Geld aus.

Nat?rlich kommt nie der angebliche Enkel zum Geldabholen. Es gibt immer Ausreden: Mal sitzt die Enkelin angeblich bei der Polizei, mal liegt sie fast im Sterben auf der Corona-Krankenstation. Oder, wie in diesem Fall, muss die angebliche Nichte zu ihrer Bank, um das Geld direkt per "Blitz?berweisung" an das Amtsgericht zu ?berweisen. Am Nachmittag gegen 16.30 Uhr stand der Geldbote - angeblich ein Mitarbeiter einer Anwalts-Kanzlei - auf der Gustavstra?e und lie? sich von dem Senior den Briefumschlag mit der hohen Geldsumme aush?ndigen.

Die Polizei warnt weiter vor der Betrugsmasche. Wer sich einmal auf ein solches Gespr?ch einl?sst, der wird die T?ter so schnell nicht mehr los. ?ber Stunden und Tage werden die Opfer bearbeitet, verwirrt, bedroht und unter Druck gesetzt. Deshalb r?t die Polizei, sich erst gar nicht auf das Fragespiel einzulassen. Wer etwas will, der soll sich mit seinem Namen melden. Rufen Sie die angeblichen Enkel unter der ihnen bereits bekannten Rufnummer zur?ck. Holen Sie sich Rat bei echten Freunden oder der echten Polizei. Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen.

Betr?ger suchen oft in den ?blichen Telefonverzeichnissen nach ?lter klingenden Vornamen. Wer seinen Vornamen im Telefonbuch abk?rzt und seine Adresse wegl?sst, der verringert die Gefahr solcher betr?gerischen Anrufe. Bekannte oder Verwandte kennen die Nummer ohnehin.

Ein Unbekannter hat am Dienstag einem Supermarkt Unterm Freihof erst das Leergut gestohlen, um es dann direkt wieder abzugeben und das Pfandgeld zu kassieren. Gegen 11 Uhr machte eine Kundin das Personal auf den Kistenklauer aufmerksam. Eine Mitarbeiterin pr?fte die Aufnahmen der ?berwachungskamera. Die zeigen die ganze Dreistigkeit: Der sch?tzungsweise 40-j?hrige Mann holt die vor dem Laden aufgestapelten acht Getr?nkekisten weg und tr?gt sie kurz darauf in die nebenan gelegene Getr?nkeabteilung. Er l?sst sich das Pfandgeld auszahlen und verschwindet. Die Polizei sichtete die Aufnahmen und ermittelt wegen Diebstahls. Der Tatverd?chtige ist ca. 1,80 Meter gro?, trug Jeans und schwarze Jacke. Hinweise bitte unter Tel. 9199-0.

R?ckfragen bitte an:

Kreispolizeibeh?rde M?rkischer Kreis Pressestelle Polizei M?rkischer Kreis Telefon: +49 (02371) 9199-1220 bis -1222 E-Mail: pressestelle.maerkischer-kreis@polizei.nrw.de http://maerkischer-kreis.polizei.nrw

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