Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Polizeimeldungen, Gesellschaft

Für Konfliktforscher Andreas Zick ist die Tat von Halle nicht überraschend gekommen, da die Forschung seit mehr als fünf Jahren eine Radikalisierung in weiten Teilen der Gesellschaft beobachtet.

11.10.2019 - 10:27:08

Konfliktforscher Zick: Antisemitismus wird aktionsorientierter

"Der Antisemitismus ist im Rechtsextremismus ein Kernelement. Wenn sich die Szene radikalisiert und seit 2015 die Parole ausgibt, sich in den Widerstand zu bewegen, dann war es zu erwarten, dass der Antisemitismus als ein einigendes Element auch immer hasserfüllter und aktionsorientierter wird", sagte der Forscher der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Die Tat und der Ablauf zeigten, "wie professionell die Radikalisierung verlaufen kann", so der der Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld: "Dazu gehörten Waffen- und Uniformbeschaffung, die Produktion von Ideologien und Videos." Bei Juden in Deutschland müsse man von einem "immensen Bedrohungsgefühl" ausgehen, sagte Zick mit Verweis auf eine Befragung von 500 jüdischen Menschen im Sommer 2016. "Viele Menschen können sich nicht vorstellen, was jüdische Menschen im Alltag erleben", fügte er hinzu. Für sie sei es nun wichtig, "sichtbare Sicherheit und Solidarität" zu erleben. "Sie müssen sehen können, dass der Antisemitismus nicht als Ausnahme, ungewünschte Abweichung oder Krankheit beurteilt wird", so Zick. Um Rechtsextremismus und Antisemitismus zu bekämpfen, sprach sich Zick für eine Zusammenarbeit zwischen Politik und Forschung aus: "Ich würde zu einer genauen Fallanalyse raten, die nicht nur kurz in Behörden abläuft, sondern systematisch mit der Frage einhergeht, wie jene, die präventiv agieren können, sich besser miteinander verbinden können." Die Politik müsse Beratung und Begleitung einholen: "Dass es ohne die Forschung nicht weitergeht, sollte allen klar sein."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Polizei meldet für 2019 bereits 12.500 rechte Straftaten Die Polizei hat in diesem Jahr bereits knapp 12.500 Straftaten von Neonazis und anderen Rechten registriert. (Polizeimeldungen, 16.10.2019 - 14:34) weiterlesen...

CDU-Innenexperte will Online-Rasterfahndung gegen Rechtsextreme Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle (Saale) fordert der CDU-Innenexperte Marc Henrichmann eine Online-Rasterfahndung im Kampf gegen Rechtsextremismus in Deutschland. (Polizeimeldungen, 16.10.2019 - 00:01) weiterlesen...

Justizministerin will strenger gegen Beleidigungen vorgehen Vor dem Hintergrund verstärkter Attacken auf Kommunalpolitiker will Bundesjustizministerin Christine Lambrecht den Beleidigungsparagrafen verschärfen. (Polizeimeldungen, 13.10.2019 - 00:04) weiterlesen...

Cyber-Kriminologe fordert Ausweitung des NetzDG auf Online-Games Der Cyber-Kriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger geht davon aus, dass die Tat des Attentäters von Halle durch Online-Spiele inspiriert wurde und er sie wie ein solches Spiel inszeniert hat. (Polizeimeldungen, 11.10.2019 - 10:17) weiterlesen...

Antisemitismusbeauftragter will mehr Einsatz gegen Judenfeindlichkeit Nach dem Anschlag auf die Synagoge von Halle (Saale) hat der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, die Deutschen dazu aufgerufen, Judenfeindlichkeit in keiner Form zu tolerieren. (Polizeimeldungen, 10.10.2019 - 21:16) weiterlesen...

Kommunen fordern breites Bündnis gegen Rechtsextremismus Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, hat nach dem Anschlag in Halle (Saale) alle gesellschaftlich wichtigen Institutionen zu einer Reaktion aufgefordert. (Polizeimeldungen, 10.10.2019 - 17:11) weiterlesen...