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Dorling Kindersley Verlag GmbH / Buch-Tipp: Deutsche Geschichte - ...

11.02.2019 - 11:27:06

Dorling Kindersley Verlag GmbH / Buch-Tipp: Deutsche Geschichte - .... Buch-Tipp: "Deutsche Geschichte" - Große Bild-Enzyklopädie, die mit Fakten Wissen schafft (AUDIO)

München - Anmoderationsvorschlag:

Auch wenn die Zahl 2019 auf den ersten Blick ziemlich krumm wirkt, gibt es in diesem Jahr viele runde Jubiläen: Zum Beispiel können wir uns über 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland freuen, genau wie über 70 Jahre Bundesrepublik - und 30 Jahre ohne Mauer zwischen Ost und West. Aber auch abseits von solchen runden Jahrestagen und Großereignissen ist unsere Geschichte sehr vielfältig und darf auf keinen Fall in Vergessenheit geraten. Warum das so wichtig ist, verrät uns jetzt der Historiker und einer der sieben Hauptautoren der großen Bild-Enzyklopädie "Deutsche Geschichte", Dr. Patrick Oelze, hallo.

Begrüßung: "Hallo!"

1. Herr Dr. Oelze, wieso ist es Ihrer Meinung nach so wichtig, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen?

O-Ton 1 (Dr. Patrick Oelze, 34 Sek.): "Na man sollte sich mit der eigenen Geschichte aus vielen Gründen beschäftigen. Ich will mal nur ein paar nennen. Weil der Rückblick manchmal helfen kann, große Linien zu entdecken, die die eigene Gegenwart prägen, beispielsweise. Weil in vielen - auch in politischen - Zusammenhängen Geschichte gerne als Argument verwendet wird, und zwar häufig auch verzerrend, und dann ist es eben gut, wenn man die Fakten kennt und antworten kann. Und nicht zuletzt, weil man aus der Geschichte vielleicht nicht direkt lernen kann, aber weil es doch sehr viele beeindruckende Menschen gibt, denen man begegnen kann - Männern und Frauen, an denen man sich orientieren kann. Die vielleicht sogar Vorbilder sein können."

2. Jetzt reicht das durchschnittliche Wissen über die Deutsche Vergangenheit ja höchstens bis Anfang des 20. Jahrhunderts - Stichwort Erster Weltkrieg und Weimarer Republik. Was glauben Sie, woran das liegt?

O-Ton 2 (Dr. Patrick Oelze, 32 Sek.): "Naja, einmal ist das ja ganz natürlich. Das liegt daran, dass wir uns vor allem für die Geschichte interessieren, zu der wir auch noch sowas wie ein persönliches Verhältnis entwickeln können. Also wenn wir Eltern, Großeltern, vielleicht sogar Urgroßeltern befragen können, an deren Erfahrungen anknüpfen können. Damit hat das zu tun. Zum anderen gibt es in der deutschen Geschichte natürlich einen starken Fokus - und auch zu recht - auf der Geschichte des 20. Jahrhunderts: NS, Holocaust und Zweiter Weltkrieg. Das führt natürlich dazu, dass andere Themen häufig ein bisschen hinten runterfallen in der öffentlichen Wahrnehmung."

3. Wie sieht für Sie eine gelungene Vermittlung von Geschichte aus?

O-Ton 3 (Dr. Patrick Oelze, 31 Sek.): "Eine gelungene Vermittlung von Geschichte gibt es meines Erachtens, wenn man sich einen Begriff schafft von der Wirklichkeit der Menschen vergangener Zeiten. Und um sich einen Begriff von der Wirklichkeit zu schaffen, braucht man eben nicht nur Texte, die beschreiben, sondern man braucht vor allem auch Bilder. Das ist der Ansatz auch der Bild-Enzyklopädie. Wir wollen mit den vielen Bildern, die diese Bild-Enzyklopädie prägen, Geschichte möglichst anschaulich und lebendig machen. Das kommt auch heutigen Sehgewohnheiten der Menschen sehr viel mehr entgegen."

4. Was unterscheidet Ihr Buch von anderen Geschichtsbüchern?

O-Ton 4 (Dr. Patrick Oelze, 40 Sek.): "Das eine ist, die herausgehobene Rolle der Bilder. Wir haben hunderte von Gemälden, Stichen, Fotografien, Portraits und Skulpturen in dem Buch. Und das ganze Buch ist von den Bildern her aus aufgebaut - nicht von den Texten her. Die Bilder waren zuerst da. Dann haben wir die Texte dazu gestellt. Und das erzeugt eine ganz einzigartige Bildkraft und Bildsprache, die ich von keinem anderen Geschichtswerk her so kenne. Und was mir besonders gefällt, ist, dass es innerhalb der Seiten Verweise gibt. Das heißt, Sie können selbst immer entscheiden, wo Sie mit dem, was Sie gerade gelesen haben, irgendwo später im Buch andocken. Also Sie können Ihren eigenen Weg durch das Buch sich suchen und müssen es nicht von vorne nach hinten lesen."

5. Die Enzyklopädie arbeitet ja (wie erwähnt) vor allem mit Bildern - wie haben Sie die alle zusammen bekommen und wie lange hat die Arbeit am Buch gedauert?

O-Ton 5 (Dr. Patrick Oelze, 28 Sek.): "Es gab eine zentrale Bildrecherche. Die ist durchgeführt worden von dem verantwortlichen Buchgestalter, der gleichzeitig Historiker ist. Also da hat man die visuelle Kompetenz und die historische praktisch in einer Hand gehabt. Und da sind über Monate über 340.000 Bilder gesichtet worden. Und diese erste Auswahl ist dann von uns Autoren nochmal geprüft worden, verändert worden, erweitert worden. Also dass man wirklich sagen kann: die Arbeit an den Bildern hat genauso viel Zeit in Anspruch genommen, wie die Arbeit an den Texten."

6. Jetzt ist vieles in der Geschichte ja schon lange Geschichte: Gibt es trotzdem noch überraschende Momente für Sie als Experten, die Sie dann auch den Lesern vermitteln können?

O-Ton 6 (Dr. Patrick Oelze, 29 Sek.): "Ja, auch für mich gibt es immer wieder Aha-Momente. Für mich zum Beispiel war es bei der Erstellung des Buches sehr interessant zu erfahren, wie noch am Ende des Mittelalters - also vor Industrialisierung, Fabrikarbeit und Durchsetzung der Uhr als alltägliches Mittel für die Zeitmessung - ganz andere Lebensrhythmen gegolten haben. Und wenn wir heute über Beschleunigung klagen, kann es vielleicht helfen zu sehen, dass dieser Prozess nicht erst mit dem Aufkommen der neuen Medien startet, sondern eigentlich eine Jahrhunderte lange Geschichte hat."

Dr. Patrick Oelze, Historiker und einer der sieben Hauptautoren der großen Bild-Enzyklopädie "Deutsche Geschichte". Vielen Dank für das Gespräch!

Verabschiedung: "Ich danke! Tschüss!"

Abmoderationsvorschlag:

Für alle, die jetzt Lust auf Geschichtsvermittlung der etwas anderen Art bekommen haben und neugierig auf "Deutsche Geschichte - Die große Bild-Enzyklopädie" sind: Das Buch ist bei Dorling Kindersley erschienen und illustriert die wichtigsten Epochen unserer Geschichte auf beeindruckende Weise - insgesamt waren sieben renommierte Historiker daran beteiligt.

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