Kriminalität, Polizei

Bundespolizeidirektion München: Migranten bleibt längerer Transport auf Ladefläche erspart / Erwachsene mit Kindern zwischen Baustoffen, Eimern und Gerümpel

10.01.2023 - 13:38:50

Bundespolizeidirektion München: Migranten bleibt längerer Transport auf Ladefläche erspart / Erwachsene mit Kindern zwischen Baustoffen, Eimern und Gerümpel. Greiling / B13 / Bad Tölz - Dank einer Polizeikontrolle auf der B13 ist einer neunköpfigen Migrantengruppe, darunter drei Kinder, eine längere Fahrt auf der Ladefläche eines Transporters zwischen Baustoffen, Eimern und sonstigem Gerümpel erspart geblieben. Beamte der Polizeiinspektion Bad Tölz haben das Fahrzeug Sonntagnacht (8. Januar) im Rahmen einer Verkehrskontrolle bei Greiling gestoppt. Die eingeschaltete Bundespolizei in Rosenheim geht dem aktuellen Ermittlungsstand zufolge davon aus, dass die neun türkischen Staatsangehörigen in Bad Tölz abgeholt worden sind, nachdem sie zuvor über die deutsch-österreichische Grenze geschleust und anschließend abgesetzt worden waren.

Da die Migranten, die familiär miteinander verbunden sind, von ihren Schleusern offenkundig zurückgelassen worden waren, wandten sie sich telefonisch an eine ihnen bekannte Person, die bereits in Deutschland lebt. Der verständigte Mann, ein 23-jähriger Türke, und sein 26-jähriger Begleiter, der ebenfalls ursprünglich aus der Türkei stammt, fuhren mit dem Transporter nach Bad Tölz. Dort wiesen sie ihren ortsunkundigen Landsleuten einen Platz auf der Ladefläche zu. Nach wenigen Minuten Fahrzeit zwischen Baumaterialien und Abfall geriet der Wagen in die Verkehrskontrolle. Die zwei Abholer konnten sich mit deutschen Aufenthaltsgestattungen ausweisen. Dagegen verfügten die anderen Erwachsenen, drei Frauen im Alter von 19, 23 und 39 Jahren und fünf Männer im Alter zwischen 20 und 42 Jahren sowie die 7-, 9- und 13-jährigen Kinder, über keine Einreise- oder Aufenthaltspapiere. Eigenen Angaben zufolge wollten sie nach Hannover, wo ein Verwandter von ihnen wohnen soll.

Die Migranten wurden zur Bundespolizei nach Rosenheim gebracht. Dort schilderten sie, dass sie bereits mehrere Wochen unterwegs gewesen wären. Aus ihrer Heimat seien sie geflohen. Die Schleuserorganisation, der sie sich anvertraut hätten, habe für die Beförderungsetappen über Bosnien, Italien und Österreich für alle neun Personen über 30.000 Euro verlangt. Um die Schleuser zu bezahlen, habe der Vater der Kinder sein Haus in der Türkei verkauft. Inzwischen richten sich die Ermittlungen der Bundespolizei gegen diese Schlepper. Die beiden Abholer konnten am Montag, nachdem sie wegen des Verdachts der Beihilfe zum illegalen Aufenthalt angezeigt worden waren, die Rosenheimer Bundespolizeiinspektion wieder verlassen. Nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen wurde die neunköpfige Migrantengruppe einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet.

Rückfragen bitte an:

Dr. Rainer Scharf
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Der bahn- und grenzpolizeiliche Verantwortungsbereich der
Bundespolizeiinspektion Rosenheim, der das Bundespolizeirevier
Garmisch-Partenkirchen zugeordnet ist, erstreckt sich auf die
Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen
sowie auf die Stadt und den Landkreis Rosenheim. Die rund 450
Inspektionsangehörigen gehen zwischen Chiemsee und Zugspitze
besonders gegen die grenzüberschreitende Kriminalität vor. In einem
etwa 200 Kilometer langen Abschnitt des deutsch-österreichischen
Grenzgebiets wirken sie vor allem dem Einschleusen von Ausländern
sowie der ungeregelten, illegalen Migration entgegen. Ferner sorgt
die Rosenheimer Bundespolizeiinspektion auf rund 370 Bahnkilometern
und in etwa 70 Bahnhöfen und Haltepunkten für die Sicherheit von
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