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Polizei, Kriminalität

Brand einer Strohpresse in Altentreptow

25.06.2020 - 21:33:35

Polizeipräsidium Neubrandenburg / Brand einer Strohpresse in ...

und Mastercard erwögen, Wirecard die Möglichkeit zu entziehen, Zahlungen über ihre Netzwerke zu leiten.

Laut Wirecard laufen Mitte nächster Woche insgesamt 1,3 Milliarden Euro an Krediten aus: "Ohne eine Einigung mit den Kreditgebern bestand die Wahrscheinlichkeit der Kündigung und des Auslaufens von Krediten mit einem Volumen von 800 Millionen Euro zum 30. Juni 2020 und 500 Millionen Euro zum 1. Juli 2020." Die Fortführbarkeit des Unternehmens sei "nicht sichergestellt". Nach Informationen der Nachrichtenagenturen dpa und Bloomberg hatten die Banken Wirecard gerade erst einige Tage Aufschub gewährt, um die langfristige Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu prüfen.

Damit ist ein vor einer Woche noch als solvent und zukunftsträchtig geltender Dax -Konzern in atemberaubender Geschwindigkeit abgestürzt. Die Anlegervereinigung DSW fordert rückhaltlose Aufklärung. "Das ist eine Katastrophe", sagte Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler auf Anfrage. "Bei Wirecard hat das System versagt" - das bezieht sich auf Vorstand und Aufsichtsrat ebenso wie auf die Bilanzprüfer von EY, die die Jahresabschlüsse testierten, und die behördliche Aufsicht durch die Bafin.

Die Wirtschaftsprüfer bei EY setzen sich zur Wehr: "Konspirativer Betrug, der darauf abzielt, die Investoren und die Öffentlichkeit zu täuschen, geht oft mit umfangreichen Anstrengungen einher, systematisch und in großem Stil Unterlagen zu fälschen." Auch mit umfangreich erweiterten Prüfungshandlungen sei es unter Umständen nicht möglich, diese Art von konspirativem Betrug aufzudecken.

"Dieser Fall muss komplett aufgeklärt werden, damit wir daraus lernen können", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Tüngler. "Das darf nicht wieder so laufen wie bei Volkswagen , dass sich das jahrelang hinzieht und dann mit einer Geldbuße endet."

Im Mittelpunkt des Skandals stehen mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Unmittelbarer Auslöser der Krise war das Eingeständnis finanzieller Unregelmäßigkeiten am Donnerstag vergangener Woche.

Am Freitag war Vorstandschef Braun zurückgetreten, am Montag räumte Wirecard dann die Luftbuchungen ein - die 1,9 Milliarden, die angeblich auf philippinischen Treuhandkonten lagern sollten, existieren mit "überwiegender Wahrscheinlichkeit" nicht, wie der Vorstand formulierte. Braun kam für eine Nacht in Untersuchungshaft, wurde am Dienstag aber gegen Kaution von fünf Millionen Euro wieder auf freien Fuß gesetzt.

Wirecard wickelt als Zahlungsdienstleister die bargeldlosen Geldflüsse zwischen Händlern auf der einen und Banken sowie Kreditkartenfirmen auf der anderen Seite ab. Die Aufklärung wird allein deshalb schwierig, weil sich ein wesentlicher Teil der Affäre in Südostasien abspielte: Zwei zentrale Figuren sind der ehemalige Wirecard-Finanzchef in Südostasien und ein Treuhänder, der bis Ende 2019 in Singapur für Wirecard aktiv war. Der Unternehmen betreute das - wie sich nun herausgestellt hat - in großen Teilen wahrscheinlich gar nicht existente Geschäft mit Drittfirmen, die angeblich für Wirecard Zahlungen im Mittleren Osten und in Asien abwickelten.

Ins Rollen gebracht hatte die Affäre die britische "Financial Times", die Anfang 2019 über mutmaßliche Manipulationen in Singapur berichtete. Da es anschließend zu außergewöhnlichen Kursstürzen der Wirecard-Aktie an der Frankfurter Börse gekommen war, hatten die Finanzaufsicht Bafin und die Münchner Staatsanwaltschaft zuerst Untersuchungen eingeleitet, ob illegale Manöver von Börsenspekulanten dahinter steckten.

Nun herrscht erst einmal Fassungslosigkeit: "Das ist von der Dimension her sehr schwer zu greifen", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Tüngler.

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