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Basketball, Kriminalität

Basketball-Legende Dirk Nowitzki ist mit einer dunkelhäutigen Schwedin verheiratet.

03.06.2020 - 12:44:06

Rassismus in den USA - Nowitzki: «Ich habe Angst um die Zukunft meiner Kinder». Dem in Dallas lebenden Würzburger gehen rassistische Vorfälle in den USA besonders nah. «Wir müssen jetzt was ändern», fordert er inmitten der aktuellen Unruhen.

Dallas - Superstar Dirk Nowitzki ist vom Fall George Floyd und den Rassismus-Debatten in seiner Wahlheimat USA persönlich tief getroffen.

«Ich bin am Boden zerstört und traurig, dass wir so etwas immer und immer wieder sehen. Ich habe Angst um die Zukunft meiner Kinder», twitterte der langjährige deutsche Basketballprofi der Dallas Mavericks. Nowitzki ist mit der dunkelhäutigen Schwedin Jessica Olsson verheiratet, deren Mutter aus Kenia stammt. Das Paar hat zwei Söhne und eine Tochter und lebt seit über 20 Jahren in der texanischen Metropole.

Mit emotionalen Worten reagierte Nowitzki auf den Tod des Afroamerikaners Floyd, der in den USA massive Unruhen ausgelöst hat. Familien hätten seit Generationen so gefühlt, schrieb der 41-Jährige weiter: «Wir müssen jetzt etwas ändern.» Der gebürtige Würzburger sicherte seine Stimme und seine Unterstützung zu. «Können wir freundlich und respektvoll sein, können wir zuhören und voneinander lernen? Können wir unsere Kinder erziehen?», fragte Nowitzki.

Mit dem Herzen sei er bei der Familie Floyd und allen anderen Familien, die Rassismus und soziale Ungerechtigkeit erleben würden. Er schloss sich mit seiner Stellungnahme den Protesten und Solidaritäts-Aktionen von internationalen Sport-Stars an, nachdem Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben gekommen war. Der weiße Ex-Polizist, der Floyd sein Knie in den Nacken gedrückt hatte, muss sich wegen Totschlags und «Mordes dritten Grades» verantworten. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Weltweit protestieren derzeit auch Sportler gegen Rassismus und Polizeigewalt. In der Fußball-Bundesliga gab es Solidaritätsgesten, die nach dem Wunsch der FIFA ungestraft bleiben sollen. Der Weltverband sprach sich in einer Stellungnahme dafür aus, dass in diesem Zusammenhang «gesunder Menschenverstand» genutzt werde und die Umstände berücksichtigt werden.

Der NBA-Coach und Trainer der US-Olympiaauswahl, Gregg Popovich, hatte US-Präsident Donald Trump für sein Verhalten in den Tagen des Protests scharf kritisiert und beleidigt. «Er ist nicht nur spaltend. Er ist ein Zerstörer. In seiner Gegenwart zu sein, lässt dich sterben», sagte Popovich dem Magazin «The Nation» und nannte Trump einen «geistesgestörten Idioten». «Ich bin entsetzt darüber, dass wir einen Anführer haben, der nicht sagen kann, dass schwarze Leben wichtig sind», so der 71 Jahre alte Coach der San Antonio Spurs.

Nowitzki hatte sich schon 2017 tief enttäuscht von Trump gezeigt, als dieser Spieler aus der American-Football-Liga NFL für deren Hymnen-Protest kritisiert und die Einladung an NBA-Champion Golden State Warriors zum obligatorischen Meisterschaftsbesuch im Weißen Haus zurückzog. «Es sind schwierige Zeiten. Du musst das Beste tun, um zusammenzuhalten und die Liebe sowie all die guten Dinge anstatt die schlechten Dinge in den Nachrichten zu fördern», sagte er damals.

Für sein soziales Engagement erhielt Nowitzki 2019 das Bundesverdienstkreuz am Bande und reiste zusammen mit seiner Frau und Tochter Malaika im Februar dieses Jahres mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Staatsbesuch nach Kenia. Die 2,13 Meter große Basketball-Legende hatte im vergangene Jahr erklärt, dass er eine Greencard beantragen und einen US-Pass erhalten wolle.

In seiner alten Heimat untersagt die Basketball-Bundesliga, in der zahlreiche Amerikaner spielen, vor dem am 6. Juni in München beginnenden Meisterturnier ihren Profis Protestaktionen während des Spielbetriebs. «Grundsätzlich ist es so, dass politische Äußerungen im Ligabetrieb verbal oder non-verbal nicht gestattet sind», sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz der Deutschen Presse-Agentur auf die Frage, ob Spieler mit Slogans auf Shirts oder Ausrüstungsgegenständen gegen Rassismus protestieren dürfen, wie dies zuletzt von Fußballprofis zu sehen war.

«Für uns gilt wie im Fußball: Wir treiben Sport und es gibt keine politischen Äußerungen in jedwede Richtung, da öffnen wir nicht die Tür», betonte Ligachef Holz. Er sagte aber auch: «Gleichwohl hätten wir Verständnis, wenn das Thema gerade die Spieler aus den USA beschäftigt.»

@ dpa.de