Prozesse, Kriminalität

Zweites Urteil im Missbrauchsfall bei Freiburg: Ein Soldat der Bundeswehr muss ins Gefängnis.

16.05.2018 - 15:58:05

Junge gegen Geld vergewaltigt - Acht Jahre Haft für Soldaten wegen Kindesmissbrauchs. Er hat gestanden, den Jungen zweimal vergewaltigt zu haben.

Freiburg - Im deutschlandweit Aufsehen erregenden Fall eines vielfach missbrauchten Jungen im Raum Freiburg ist ein Bundeswehrsoldat zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Zudem ordnete das Landgericht die Zahlung von 12 500 Euro Schmerzensgeld an das Kind an, ein heute neun Jahre alter Junge aus Staufen. Auf Sicherungsverwahrung, wie sie die Staatsanwaltschaft und die Vertreterin der Nebenklage gefordert hatten, verzichtete das Gericht. Es fehle die rechtliche Grundlage für diese Maßnahme, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin zur Begründung (Az.: 6 KLs 160 Js 33561/17).

Der Soldat hat gestanden, den Jungen im vergangenen Jahr zweimal vergewaltigt und dafür Geld gezahlt zu haben. Die Mutter des Jungen und der Stiefvater, alles Deutsche, seien dabei gewesen. Auch sie missbrauchten das Kind, wie das Gericht feststellte. Die Taten wurden gefilmt und die Filme an andere weitergeleitet.

Es ist das zweite Urteil in dem Missbrauchsfall, der vor vier Monaten bekannt wurde. Weitere Prozesse folgen. Insgesamt gibt es acht Tatverdächtige, jeder ist einzeln angeklagt.

Der Junge war mehr als zwei Jahre lang in Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen worden. Seine Mutter (48) und ihr Lebensgefährte (39) sollen dafür verantwortlich sein. Der Prozess gegen sie beginnt am 11. Juni in Freiburg.

Im Prozess gegen den Soldaten hatte die Staatsanwältin zwölf Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung gefordert, der Verteidiger vier Jahre Haft ohne Sicherungsverwahrung. Die Anwältin der Nebenklage, die das Opfer vertritt, plädierte auf elf Jahre Gefängnis, Sicherungsverwahrung und 12 500 Euro Schmerzensgeld.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die am Prozess Beteiligten haben nach Angaben des Gerichts eine Woche Zeit, Revision einzulegen.

Verurteilt wurde der nicht vorbestrafte Deutsche wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, Vergewaltigung, Zwangsprostitution und wegen des Besitzes von Kinderpornografie.

Vor einem Monat hatte das Freiburger Landgericht einen 41-Jährigen deutschen Gelegenheitsarbeiter zu zehn Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Es war das erste Urteil in dem Fall.

Festgenommen wurde der Soldat im vergangenen Oktober in seiner Kaserne der deutsch-französischen Brigade in Illkirch-Graffenstaden bei Straßburg im Elsass. Er sitzt seither, wie alle Verdächtigen, in Untersuchungshaft. Nach Angaben des Heeres ist er vorläufig des Dienstes enthoben und darf keine Uniform mehr tragen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Mafia-Verfahren beginnt unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Die Angeklagten stehen wegen bandenmäßigen Drogenhandels sowie Körperverletzung, Waffenbesitz und Brandstiftung vor Gericht. Einem von vier Hauptbeschuldigten wird zudem versuchter Mord vorgeworfen. Alle Männer sind Italiener oder italienischstämmig. Monatelange Ermittlungen zusammen mit der Staatsanwaltschaft Palermo hatten Bezüge zu Mafia-Clans wie Cosa Nostra oder 'Ndrangheta ergeben. Karlsruhe - Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen hat in Karlsruhe ein Prozess gegen neun Männer begonnen, die der italienischen Mafia zugerechnet werden. (Politik, 21.09.2018 - 10:10) weiterlesen...

Scharfe Sicherheitskontrollen - «Mafia-Prozess» in Karlsruhe gestartet. Aus Platzgründen wird zunächst in Karlsruhe verhandelt. Dort rüstet sich das Landgericht mit erheblichen Sicherheitsvorkehrungen. Neun Angeklagte, 17 Verteidiger, 67 Verhandlungstage - das Landgericht Konstanz startet in einen Mammutprozess gegen mögliche Mafiosi. (Politik, 21.09.2018 - 10:02) weiterlesen...

Scharfe Sicherheitskontrollen - «Mafia-Prozess» startet in Karlsruhe. Aus Platzgründen wird zunächst in Karlsruhe verhandelt. Dort rüstet sich das Landgericht mit erheblichen Sicherheitsvorkehrungen. Neun Angeklagte, 17 Verteidiger, 67 Verhandlungstage - das Landgericht Konstanz startet in einen Mammutprozess gegen mögliche Mafiosi. (Politik, 21.09.2018 - 08:20) weiterlesen...

Lange Haftstrafe - Hip-Hop-Produzent Suge Knight umgeht Mordprozess. Suge Knight drohte eine lebenslange Haftstrafe. Jetzt hat der Hip-Hop-Produzent mit der Staatsanwaltschaft einen Deal gemacht. Am 4. Oktober soll das Strafmaß verkündet werden. Lange Haftstrafe - Hip-Hop-Produzent Suge Knight umgeht Mordprozess (Polizeimeldungen, 21.09.2018 - 07:40) weiterlesen...

Prozess gegen mutmaßliche Mafiosi beginnt in Karlsruhe. Einem von vier Hauptbeschuldigten wird dabei versuchter Mord vorgeworfen: Laut Anklage soll er im Mai 2017 in ein Restaurant in Hüfingen im Schwarzwald geschossen haben. Verletzt wurde niemand. Die Männer sollen in großem Stil mit Drogen gehandelt haben und mit den Mafia-Organisationen Cosa Nostra und 'Ndrangheta in Verbindung stehen. Verhandelt wird aus Platzgründen und unter größeren Sicherheitsvorkehrungen vorläufig in Karlsruhe. Karlsruhe - Neun mutmaßliche Mafiosi stehen ab heute unter anderem wegen Drogenhandels, Körperverletzung und Brandstiftung vor dem Landgericht Konstanz. (Politik, 21.09.2018 - 03:46) weiterlesen...

Koch erneut wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht. Die Anklage wirft dem 37-jährigen Deutschen 22 Taten vor, die er zwischen 1995 und 2015 begangen haben soll. So soll er schon als 14-Jähriger in einem Kinderheim eine Siebenjährige vergewaltigt haben. Als 18-Jähriger soll er sich mehrfach an einem 13-Jährigen vergangen haben. Düsseldorf - Vor zwei Jahren lockte er einen Jungen aus der Schweiz nach Düsseldorf und verging sich an ihm: Ein einschlägig vorbestrafter Koch aus Düsseldorf steht ab heute erneut wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Vergewaltigung vor Gericht. (Politik, 21.09.2018 - 03:44) weiterlesen...