Anschlag, Ruhrgebiet

Zwei mutmaßliche Terror-Planer sind gefasst.

09.01.2023 - 04:37:08

Ermittlungen zu Anschlagsplänen nach Anti-Terror-Einsatz. Wie groß war die Gefahr eines islamistisch motivierten Giftanschlags? Einsatzkräfte suchen nun in zwei Garagen nach Hinweisen.

  • In diesem Wohn- und Geschäftshaus in Castrop-Rauxel wurde der Verdächtige festgenommen. - Foto: Federico Gambarini/dpa

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  • Wegen der Gefahren, die von in der Wohnung vermuteten Giftstoffen ausgehen können, trugen die Einsatzkräfte in Castrop-Rauxel Schutzanzüge. - Foto: Marc Gruber/7aktuell.de/Marc Gruber/dpa

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  • In Castrop-Rauxel ist es zu einem Großeinsatz der Polizei und der Feuerwehr gekommen. - Foto: Christoph Reichwein/dpa

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In diesem Wohn- und Geschäftshaus in Castrop-Rauxel wurde der Verdächtige festgenommen. - Foto: Federico Gambarini/dpaWegen der Gefahren, die von in der Wohnung vermuteten Giftstoffen ausgehen können, trugen die Einsatzkräfte in Castrop-Rauxel Schutzanzüge. - Foto: Marc Gruber/7aktuell.de/Marc Gruber/dpaIn Castrop-Rauxel ist es zu einem Großeinsatz der Polizei und der Feuerwehr gekommen. - Foto: Christoph Reichwein/dpa

Im Zusammenhang mit dem Anti-Terror-Einsatz in Castrop-Rauxel durchsuchen Einsatzkräfte nun zwei Garagen, die dem 32 Jahre alten Beschuldigten zugeordnet werden. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Montagmorgen mit. Zuvor hatte der Fernsehsender Welt berichtet.

Nach den Festnahmen zweier iranischer Brüder ermitteln die Sicherheitsbehörden weiter dazu, wie konkret deren Pläne für einen islamistisch motivierten Giftanschlag gewesen sind.

Die beiden Männer im Alter von 32 und 25 Jahren sollen laut der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf versucht haben, die Giftstoffe Cyanid und Rizin zu beschaffen, um «eine unbestimmte Anzahl von Personen» zu töten. Zumindest bei der Durchsuchung der Wohnung des 32-Jährigen in Castrop-Rauxel in der Nacht zum Sonntag wurde aber kein Gift gefunden.

Rizin ist auf Kriegswaffenliste

Am Sonntagabend wurde gegen die beiden Brüder Haftbefehl erlassen, wie die dpa aus Ermittlerkreisen erfuhr. Die Generalstaatsanwaltschaft sieht den Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und der Verabredung zu einem Verbrechen, nämlich Mord. Das hochgiftige Rizin wird nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in der Kriegswaffenliste unter «Biologische Waffen» aufgeführt. Cyanid ist ebenfalls hochgiftig, bereits kleinste Mengen wirken bei Menschen tödlich.

Zunächst hatte sich der Verdacht gegen den 32-Jährigen gerichtet. In seiner Wohnung hielt sich bei dem Einsatz in der Nacht zum Sonntag aber auch der 25-Jährige auf. Wie konkret die möglichen Anschlagspläne fortgeschritten waren und was ein mögliches Ziel gewesen wäre, blieb zunächst unklar.

Wie die dpa aus Sicherheitskreisen erfuhr, wird vermutet, dass der 32-Jährige Anhänger einer sunnitischen islamistischen Terrorgruppe ist. Er soll demnach nicht im Auftrag staatlicher iranischer Behörden gehandelt haben. Der 25 Jahre alte Bruder war der Polizei demnach zwar zuvor bekannt, allerdings aus Gründen, die nicht mit islamistischem Terror zusammenhängen. Die Männer sollen sich beide seit 2015 in Deutschland aufhalten.

Entscheidende Hinweise von US-Geheimdiensten

Die deutschen Ermittler waren wegen eines Tipps von Kollegen aus den USA aktiv geworden. Laut dem Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft hatte es einen Hinweis einer US-amerikanischen Sicherheitsbehörde auf den 32-Jährigen gegeben.

Der Terrorismusexperte Peter Neumann wies darauf hin, dass bei fast jedem aufgedeckten Terrorplan der vergangenen Jahre der entscheidende Hinweis von US-Geheimdiensten gekommen sei. Der Unions-Innenexperte Alexander Throm kritisierte die Abhängigkeit Deutschlands von ausländischen Nachrichtendiensten.

«Diese Abhängigkeit stellt ein beträchtliches Sicherheitsrisiko dar, welches mit der restriktiven Haltung der Ampel gegenüber unseren eigenen Diensten noch größer wird», sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit Blick auf die rot-grün-gelbe Bundesregierung.

@ dpa.de