Prozesse, Terrorismus

Zwei Monate stockte der NSU-Prozess wegen Verfahrensstreits und Befangenheitsanträgen.

10.04.2018 - 12:20:06

Neuer Befangenheitsantrag - Start von Verteidiger-Plädoyers im NSU-Prozess noch offen. Jetzt soll endlich die letzte Etappe beginnen. Heute will das Gericht die ersten Verteidiger von Beate Zschäpe für ihre Plädoyers aufrufen - doch das zieht sich hin.

München - Der Beginn der seit Wochen mit Spannung erwarteten Verteidiger-Plädoyers im Münchner NSU-Prozess hat sich auch heute weiter hingezogen. Bis zur Mittagspause des Gerichts war unklar, ob es im Laufe des Tages damit losgehen würde oder nicht.

Gründe sind ein angekündigter neuer Befangenheitsantrag des Mitangeklagten André E. und daraus folgende neue Streitigkeiten zwischen den Prozessparteien.

Eigentlich sollten die Wunschverteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe, Hermann Borchert und Mathias Grasel, am Dienstag mit ihrem Plädoyer beginnen. Diverse Befangenheitsanträge, juristische Streitereien und eine kurze Krankheit Zschäpes hatten den Beginn ihres Schlussvortrags in den vergangenen Wochen immer weiter verzögert.

Die Bundesanwaltschaft und die Nebenkläger hatten ihre Plädoyers bereits Anfang Februar beendet. Die Anklagebehörde fordert für Zschäpe lebenslange Haft und anschließende Sicherungsverwahrung. Die heute 43-Jährige soll eines von drei gleichberechtigten Mitgliedern des «Nationalsozialistischen Untergrunds» gewesen sein und deshalb als Mittäterin an sämtlichen Verbrechen der Gruppe bestraft werden. Dazu zählen zehn Morde, neun davon aus rassistischen Motiven.

@ dpa.de

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