Terrorismus, Explosionen

Zwei Monate nach dem Anschlag am Londoner Parlament erschüttert ein weiterer Terrorangriff die Briten.

24.05.2017 - 13:15:18

Hintergrund - Terroranschlag in Manchester: Was wir wissen - und was nicht. Mindestens 22 Menschen kommen am Montagabend ums Leben - Ziel waren Kinder und Jugendliche, die ein Popkonzert besuchten.

WAS WIR WISSEN

Die Tat: Nach Angaben der Polizei brachte ein männlicher Täter am Montagabend gegen 22.30 Uhr Ortszeit einen selbstgebauten Sprengsatz zur Explosion, als die Besucher nach einem Konzert die Halle verließen. Am Tatort handelte er alleine. Er kam dabei ums Leben.

Der Täter: Die Polizei identifizierte den Mann als Salman Abedi, 22 Jahre alt. Er war den britischen Sicherheitsbehörden bekannt, wie Großbritanniens Innenministerin Amber Rudd sagte. Nachbarn zufolge war die aus Libyen stammende Familie streng gläubig und in der Moschee engagiert.

Die Verdächtigen: Die Polizei nahm am Dienstag einen 23 Jahre alten Mann und am Mittwoch drei weitere Männer in Manchester fest.

Die Opfer: Laut Polizei wurden bei der Explosion mindestens 22 Menschen und der Täter getötet, unter den Opfern waren Kinder und Jugendliche. Das jüngste bekannte Todesopfer war acht Jahre alt. Mindestens 59 Menschen kamen verletzt in Krankenhäuser, viele davon lebensgefährlich. Viele weitere Opfer wurden rund um den Anschlagsort von Helfern versorgt.

Der Tatort: Die Manchester Arena ist eine Multifunktionsarena mit mehr als 21 000 Plätzen, die häufig für Konzerte genutzt wird. Am Montagabend spielte die US-Musikerin Ariane Grande dort ein Konzert ihrer «Dangerous Woman»-Tour. Die Explosion ereignete sich im Eingangsbereich der Halle.

Die Reaktion der Politik: Premierministerin Theresa May und Herausforderer Jeremy Corbyn unterbrachen den Wahlkampf für die Parlamentswahl am 8. Juni.

WAS WIR NICHT WISSEN

Die Opfer: Viele Details zu den Opfern, etwa wie viele Kinder getötet und verletzt wurden, sind noch unklar.

Das Motiv: Warum genau der Täter das Attentat beging und ob er absichtlich das Konzert mit vielen jungen Besuchern als Ziel auswählte, ist offen.

Der IS-Kontakt: Vieles deutet darauf hin, dass der Täter in Verbindung zur Terrormiliz IS stand. Frankreichs Innenminister Gérard Collomb nennt das unter Berufung auf britische Ermittler «erwiesen», seine britische Amtskollegin Amber Rudd widerspricht aber. Collomb zufolge reiste Abedi vor dem Anschlag nach Libyen und wohl auch nach Syrien, in beiden Ländern ist der IS aktiv. Die Terrormiliz hatte den Täter als ihren «Soldaten» bezeichnet.

Die Verdächtigen: In welcher Beziehung die vier festgenommen zum Täter und zueinander standen, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Laut BBC soll einer der Männer Abedis Bruder sein.

@ dpa.de

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