Extremismus, Terrorismus

Zeitweise soll Sami A.

13.07.2018 - 11:46:06

Gerichtsbeschluss kam später - Sicherheitskreise: Ex-Leibwächter von Bin Laden abgeschoben. Leibgardist Osama bin Ladens gewesen sein. Seit 2005 lebte er in Bochum, nun wurde der Tunesier in sein Heimatland abgeschoben - obwohl ein Gericht das zuvor untersagt hatte.

Berlin/Düsseldorf - Der Ex-Leibwächter des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden ist Sicherheitskreisen zufolge aus Deutschland abgeschoben worden.

Den Angaben nach wurde Sami A. an diesem Freitag um 7.00 Uhr mit einer Chartermaschine von Düsseldorf aus in sein Heimatland Tunesien gebracht, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet.

Erst am Donnerstag hatte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen entschieden, dass Sami A. vorerst nicht abgeschoben werden darf. Es liege keine diplomatisch verbindliche Zusicherung der tunesischen Regierung vor, dass dem Tunesier im Falle der Rückkehr keine Folter drohe, teilte das Verwaltungsgericht am Freitagmorgen mit.

Sami A. lebte seit Jahren mit Frau und Kindern in Bochum. Der Tunesier war von den Behörden als sogenannter Gefährder eingestuft worden. Er war Ende Juni festgenommen und in ein Abschiebegefängnis gebracht worden, nachdem das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) ein Abschiebeverbot aufgehoben hatte.

Dagegen wehrte sich Sami A. zuletzt mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht. Das Abschiebeverbot bleibe bis zu einer abschließenden Entscheidung im Klageverfahren wirksam, heißt es in dem Beschluss vom Donnerstag.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) am Freitagmorgen über das Abschiebeverbot für den Ex-Leibwächter des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden informiert. Das Fax mit der Entscheidung vom Donnerstagabend sei um 8.27 Uhr an das BAMF gefaxt worden, sagte ein Gerichtssprecher.

Zu diesem Zeitpunkt saß Sami A. aber nach Informationen aus Sicherheitskreisen bereits im Flugzeug nach Tunesien. Die Maschine war gegen 7.00 Uhr auf dem Flughafen Düsseldorf gestartet, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet.

Das Verwaltungsgericht hatte entscheiden, dass Sami A. vorerst nicht abgeschoben werden darf. Es liege keine diplomatisch verbindliche Zusicherung der tunesischen Regierung vor, dass dem Tunesier im Falle der Rückkehr keine Folter drohe.

@ dpa.de

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