Kriminalität, Prozesse

Zehn Wochen nach Prozessbeginn will das Landgericht Detmold im Missbrauchsprozess von Lügde das Urteil verkünden.

05.09.2019 - 04:46:05

Lange Haftstrafen gefordert - Urteil im Missbrauchsprozess Lügde soll heute fallen. Die Staatsanwaltschaft hatte hohe Haftstrafen und die Sicherungsverwahrung für die beiden Angeklagten gefordert.

Detmold - Im Prozess um den jahrelangen sexuellen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz im ostwestfälischen Lügde wird heute das Urteil erwartet.

Vor dem Landgericht Detmold sind zwei 56 und 34 Jahre alte deutsche Männer angeklagt. Sie sollen jahrelang in mehreren hundert Fällen insgesamt 34 Kinder schwer sexuell missbraucht haben. Der Ältere soll dabei laut Anklage in mehr als 200 Fällen in die Körper von Kindern eingedrungen sein.

Einige Opfer sollen zur Tatzeit noch im Kindergartenalter gewesen sein. Die meisten Taten sollen die Männer in der Unterkunft von Andreas V. auf dem Campingplatz an der Grenze zu Niedersachsen begangen haben.

Die Staatsanwaltschaft hat für den 56-Jährigen Andreas V. 14 Jahre, für den 34-jährigen Mario S. zwölfeinhalb Jahre Freiheitsstrafe gefordert sowie für beide die anschließende Sicherungsverwahrung. Der Verteidiger von Andreas V. hat auf zwölf Jahre plädiert, der Verteidiger von Mario S. ein «möglichst großes vertretbares Entgegenkommen» für seinen Mandanten erbeten. Auch er rechnet mit einem Urteil «im zweistelligen Bereich». Beide verwiesen am letzten Verhandlungstag auf die frühen Geständnisse ihrer Mandanten.

Der Prozess hatte Ende Juni - vor zehn Wochen - begonnen. Aus Opferschutzgründen fand er in weiten Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am Rande des Prozesses berichteten Nebenklägervertreter von schweren Traumata ihrer Mandanten.

@ dpa.de