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Justiz, Prozesse

Wochenlang galt ein Mann als vermisst, dann wurden an einem Waldstück Knochenteile entdeckte.

10.08.2021 - 10:22:10

Justiz - Kannibalismus-Verdacht: Mordprozess gegen Lehrer in Berlin. Nach und nach setzten Ermittler ein Puzzle zusammen - bis zu einem verstörenden Verdacht.

Berlin - In einem Fall von mutmaßlichem Kannibalismus hat am Berliner Landgericht der Mordprozess gegen einen 41-jährigen Lehrer begonnen.

Er soll im September 2020 einen 43 Jahre alten Mann umgebracht haben, um sich durch die Tötung sexuell zu befriedigen und um Teile der Leiche essen zu können. Begleitet von großem öffentlichen Interesse wurde die Verhandlung am Dienstag eröffnet.

Der Deutsche soll das Opfer nur wenige Stunden vor der Tat über ein Dating-Portal kennengelernt haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einer sadistisch-kannibalistisch geprägten sexuellen Motivation aus. Es hätten sich keine Hinweise dafür ergeben, dass das Opfer in seine Tötung «eingewilligt» habe. Die Leiche soll der Lehrer anschließend noch in seiner Wohnung in Berlin-Pankow zerteilt und Leichenteile an verschiedenen Orten in der Stadt abgelegt haben. Das Opfer, ein Monteur, galt wochenlang als vermisst.

Das Verbrechen kam ans Licht, nachdem im November Knochenteile an einem Waldstück in Berlin-Buch entdeckt worden waren. Ermittlungen, bei denen Personen- und Leichenspürhunde eingesetzt wurden, führten später zu dem 41-Jährigen. Der Lehrer befindet sich seit Mitte November in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind 18 Verhandlungstage bis Mitte Oktober geplant.

© dpa-infocom, dpa:210809-99-784882/7

@ dpa.de