Westfalen-Blatt

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zum CDU-Vorsitz

03.12.2018 - 23:06:37

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zum CDU-Vorsitz. Bielefeld - NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat es im Sinn, Thomas Strobl spricht's direkt aus: »Bitte lasst uns alle daran denken, dass nach dem 7. Dezember der 8. Dezember kommt.« Was der baden-württembergische CDU-Chef damit sagen will, ist klar: ...

Bielefeld - NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat es im Sinn, Thomas Strobl spricht's direkt aus: »Bitte lasst uns alle daran denken, dass nach dem 7. Dezember der 8. Dezember kommt.« Was der baden-württembergische CDU-Chef damit sagen will, ist klar: So sehr sich die CDU derzeit für die Entdeckung der innerparteilichen Demokratie feiert, so sehr wird sie sich ab Freitagabend mit der Frage beschäftigen müssen, was im Lager der Verlierer passiert, wenn Annegret Kramp-Karrenbauer oder Friedrich Merz den Kampf um den Parteivorsitz gewonnen hat.

Dass Jens Spahn als dritter prominenter Bewerber kaum mehr eine Chance auf den Sieg hat, gilt als ausgemacht. Ihm aber wird eine Schlappe am wenigsten anhaben können. Der 38-Jährige hat die Zeit, die sich Kramp-Karrenbauer nicht nehmen will und die sich Merz kaum mehr nehmen kann.

Die Saarländerin hat bereits erklärt, sie werde im Fall einer Niederlage nur noch ehrenamtlich Politik machen. Merz dagegen will sein Engagement auch dann fortsetzen, wenn er nicht Nachfolger von Angela Merkel im Amt des CDU-Vorsitzenden wird. Das aber ist leichter gesagt als getan. Aktuell besetzt der 63-Jährige überhaupt kein Amt in erster politischer Reihe der CDU, von dem aus er weiter »mitmachen« könnte.

Noch schwerer wirkt für die Partei aber die Tatsache, dass die Enttäuschung über eine Niederlage nirgendwo größer sein dürfte als im Merz-Lager. Das liegt sowohl an der monströsen Überhöhung des Kandidaten durch seine Anhänger als auch an deren absurder Heilserwartung, mit Merz komme die gute alte Zeit und - wichtiger noch - die gute alte CDU zurück. Beides lässt es unwahrscheinlich erscheinen, hier faire Verlierer finden zu können.

Das erklärt vielleicht auch die Neigung, die Kontrahentin so penetrant wie wahrheitswidrig »Mini-Merkel« zu nennen. Eine Respektlosigkeit, die der Titulierung »Mutti« für Angela Merkel an Dummheit in nichts nachsteht. Mini ist an Kramp-Karrenbauer allenfalls ihre Körpergröße. Auf ihr politisches Talent sollte man davon aber lieber nicht schließen, dass ist ja im Fall der Kanzlerin schon mal gründlich schiefgegangen.

Die CDU hat bis dato einen wahrlich beeindruckenden Wettstreit dargeboten um das höchste Amt, das die Partei zu vergeben hat. Und doch muss sie höllisch aufpassen, nicht rückwirkend von diesem Dreikampf zerrissen zu werden. Wer immer diese Wahl gewinnt, wird fürs Erste alle Hände voll zu tun haben, die Spaltung der CDU zu verhindern.

Vielleicht kann die geschickte Wahl eines Generalsekretärs helfen, das Lager der Verlierer einzubinden. Merz will dafür auf eine Frau aus dem Osten setzen. Kramp-Karrenbauer dagegen könnte in OWL fündig werden - beim Paderborner Bundestagsabgeordneten und Chef der Mittelstandsvereinigung Carsten Linnemann.

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