Parteien, CSU

Wenn es um einen Nachfolger für den bayerischen Ministerpräsidenten geht, fällt immer der Name von Markus Söder.

29.11.2017 - 21:22:05

Herrmann gegen Söder? - Spekualtionen über Kampfabstimmung in der CSU. Möglicherweise steht aber noch ein weiterer Franke für Seehofers Erbe bereit.

  • Horst Seehofer - Foto: Sven Hoppe

    Allgemein wird erwartet, dass Seehofer 2018 nicht mehr als Spitzenkandidat zur Landtagswahl antritt. Foto: Sven Hoppe

  • Markus Söder - Foto: Sven Hoppe

    Im Machtkampf um den nächsten Spitzenkandidaten für das Ministerpräsidentenamt will die CSU-Landtagsfraktion ein entscheidendes Wort mitreden. Foto: Sven Hoppe

  • Joachim Herrmann - Foto: Sven Hoppe

    Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann kommt zu einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion in München. Foto: Sven Hoppe

  • Joachim Herrmann - Foto: Sven Hoppe

    Joachim Herrmann war bei der Bundestagswahl im September Spitzenkandidat der CSU. Foto: Sven Hoppe

Horst Seehofer - Foto: Sven HoppeMarkus Söder - Foto: Sven HoppeJoachim Herrmann - Foto: Sven HoppeJoachim Herrmann - Foto: Sven Hoppe

München - In der CSU droht ein Machtkampf um die Spitzenkandidatur bei der bayerischen Landtagswahl 2018. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann will nach übereinstimmenden Medienberichten in die Fußstapfen von Horst Seehofer treten und Ministerpräsident werden.

Sollte Herrmann tatsächlich seinen Hut in den Ring werfen, wäre mit einer Kampfabstimmung zwischen Herrmann und Finanzminister Markus Söder zu rechnen.

Im Bayerischen Fernsehen wollte Herrmann die Berichte nicht kommentieren. «Ich bleibe dabei, ich sage da im Moment nichts zu, ist das ein Gebot des Anstands», sagte der 61-Jährige in der «Münchner Runde». Zunächst müsse Seehofers Erklärung am Sonntag oder Montag abgewartet werden.

Herrmann soll nach Berichten von «Süddeutscher Zeitung» und «Münchner Merkur» bereits am Montag in einer vertraulichen Runde in der bayerischen Staatskanzlei angekündigt haben, sich um die Spitzenkandidatur zu bewerben. An dem Treffen soll neben Seehofer ein kleiner Kreis weiterer hochrangiger CSU-Politiker teilgenommen haben. Eine Bestätigung war am Mittwochabend nicht zu erhalten.

In der CSU schlugen die Berichte dem Vernehmen nach «wie eine Bombe» ein. Die Landtagsfraktion sei in heller Aufregung, hieß es am Abend. Herrmann gilt als einer der loyalsten Unterstützer Seehofers, Söder als dessen größter Kritiker - damit würden sich die beiden Lager in der CSU bei der Kandidatenkür offen gegenüberstehen.

Am kommenden Montag will die CSU-Landtagsfraktion noch vor einer Sitzung des Parteivorstands ihren Favoriten wählen - die Entscheidung hat aber keine bindende Wirkung für den Vorstand. In der Fraktion werden Söder deutlich mehr Anhänger und Unterstützer zugeordnet als Herrmann, der bereits CSU-Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl war. Die CSU fuhr dabei im September ein historisch schlechtes Wahlergebnis ein, seither steht Seehofer unter Druck.

Herrmann war in den vergangenen Wochen bereits wiederholt für die personelle Neuaufstellung der CSU von Parteifreunden ins Spiel gebracht worden. Er selbst verweigerte bisher aber jegliche Antworten und verwies stets auf die noch ausstehende Aussage Seehofers.

Zumindest in der Landtagsfraktion sehen viele Herrmann aber auch kritisch. Sie fürchten, dass er die CSU im kommenden Jahr bei der Verteidigung der absoluten Mehrheit nicht hinreichend unterstützen könnte. Insbesondere wegen der in Bayern starken AfD sehen hier viele Söder als besseren Kandidaten. Auch Söder hat sich noch nicht zu seinen Karriereplänen geäußert, seine Bereitschaft ist aber seit Jahren ein offenes Geheimnis in der CSU.

Offen ist noch, wie sich Seehofer verhält. Viele in der Partei gehen davon aus, dass er zunächst den Posten des Parteichefs behalten wird, ein Verzicht auf die Spitzenkandidatur gilt aber als wahrscheinlich. Sollte Seehofer auch nicht mehr für das Amt des Parteichefs zur Verfügung stehen, gelten Landesgruppenchef Alexander Dobrindt und Parteivize Manfred Weber als aussichtsreiche Kandidaten. Doch auch von ihnen gibt es noch keine Aussagen dazu.

Alle in der Partei warten auf Seehofers für Montag angekündigte Erklärung. Die finale Entscheidung zur Spitzenkandidatur steht dann am 15. und 16. Dezember auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg an, dann soll auch der Vorstand turnusmäßig neu gewählt werden.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Söder mahnt zu konsequenter Abschiebungspolitik. «Der Rechtsstaat verliert an Akzeptanz, wenn er seine eigenen Gesetze nicht durchsetzen kann», sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. In der Debatte über eine stärkere Würdigung von Patriotismus und Heimatgefühl sagte Söder: «Die Politik in Berlin hat das wichtige Thema Heimat und Kultur zu wenig beachtet ? vielleicht aus Sorge, belächelt zu werden». München - Der deutsche Staat muss sich aus Sicht des designierten bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder weiter stark darum bemühen, abgelehnte Asylbewerber in ihre Heimatstaaten abzuschieben. (Politik, 17.02.2018 - 07:02) weiterlesen...

Gentiloni appelliert an SPD: Sagt Ja zur großen Koalition. Er wisse, wie schwer dies vielen Sozialdemokraten falle. «Doch Europa braucht eine stabile deutsche Regierung», sagte er der «Süddeutschen Zeitung». Die politische Linke, wie er sie sehe, nehme die Herausforderung an. «Sie verkriecht sich nicht in ihrer eigenen Identität.» Dies sei umso wichtiger, als Europa eine beispiellos gute Konjunktur erlebe und stark wachsen könne. Berlin - Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni hat an die SPD-Basis appelliert, beim Mitgliederentscheid der mit der Union ausgehandelten Koalition zuzustimmen. (Politik, 16.02.2018 - 09:02) weiterlesen...

Merkel weist Kritik an GroKo-Kompromissen entschieden zurück. Die Menschen wollten jetzt eine stabile Regierung und «dass wir uns nicht permanent mit uns selbst beschäftigen», sagte die Kanzlerin beim politischen Aschermittwoch der CDU in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern. Der Verzicht auf neue Schulden sei ein Markenzeichen der CDU und werde dies auch in Zukunft bleiben. In der Partei gibt es erheblichen Unmut, weil das bisher CDU-geführte Ministerium für Finanzen an die SPD gehen soll. Demmin - CDU-Chefin Angela Merkel ist parteiinterner Kritik wegen zu vieler Zugeständnisse für eine neue Koalition entschieden entgegengetreten. (Politik, 14.02.2018 - 22:34) weiterlesen...

Politischer Aschermittwoch - Söder-Show, SPD-Wirren und eine «Wir-schaffen-das»-Kanzlerin. Das beeinflusst die Stimmung. Nur bei der CSU hat einer Grund zum Feiern. Es ist ein besonderer politischer Aschermittwoch: Nie zuvor stand Deutschland um diese Zeit nach einer Wahl ohne neue Regierung da. (Politik, 14.02.2018 - 21:24) weiterlesen...

Politischer Aschermittwoch - Merkel weist Kritik an GroKo-Kompromissen entschieden zurück. War die Kanzlerin zu nachgiebig? Zerknirscht zeigt sie sich beim ersten Auftritt vor der Basis nicht. In der CDU brodelt es wegen des Verlusts wichtiger Ministerien in einer künftigen Bundesregierung. (Politik, 14.02.2018 - 20:08) weiterlesen...

«Mann mit Haaren im Gesicht» - Gabriel entschuldigt sich bei Schulz. Gabriel sagte der «Zeit», er habe zunächst per SMS um Verzeihung gebeten für seine Bemerkung zum «Mann mit den Haaren im Gesicht». Berlin - Der geschäftsführende Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich beim zurückgetretenen SPD-Chef Martin Schulz für seine jüngste Attacke entschuldigt. (Politik, 14.02.2018 - 19:18) weiterlesen...