Konflikte, USA

Washington - US-Präsident Donald Trump hat am Freitagabend (Ortszeit) Militärschläge in Syrien befohlen.

14.04.2018 - 08:08:04

Dokumentation - Trumps Ansprache zum Angriff in Syrien im Wortlaut

«Meine amerikanischen Mitbürger, soeben habe ich den Streitkräften der Vereinigten Staaten befohlen, Präzisionsschläge auf Ziele auszuführen, die mit den Chemiewaffenfähigkeiten des syrischen Diktators Baschar al-Assad in Verbindung stehen. Ein gemeinsamer Einsatz mit den Streitkräften Frankreichs und des Vereinigten Königreiches ist im Gange.

Heute Nacht möchte ich Ihnen erklären, warum wir diese Maßnahme ergriffen haben.

Vor einem Jahr führte Assad einen brutalen Angriff mit chemischen Waffen gegen seine eigenen unschuldigen Menschen aus. Die Vereinigten Staaten haben darauf mit 58 Raketenschlägen reagiert, die zwanzig Prozent der syrischen Luftwaffe zerstörten.

Am vergangenen Samstag hat das Assad-Regime erneut chemische Waffen eingesetzt, um unschuldige Zivilisten zu töten - diesmal in der Stadt Duma nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus. Dieses Massaker war eine signifikante Eskalation eines Schemas von Chemiewaffeneinsätzen dieses schrecklichen Regimes.

Dieser teuflische und verabscheuungswürdige Angriff ließ Mütter, Väter, Säuglinge und Kinder vor Schmerz um sich schlagen und nach Luft schnappen. Dies sind nicht die Taten eines Menschen. Es sind die Verbrechen eines Monsters.

Nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs vor einem Jahrhundert schlossen sich zivilisierte Nationen zusammen, um die Kriegsführung mit Chemiewaffen zu verbieten. Chemiewaffen sind auf eine einzigartige Weise gefährlich, nicht nur, weil sie grausames Leid anrichten, sondern weil schon kleine Mengen eine umfassende Zerstörung anrichten können.

Es ist das Ziel unserer heutigen Aktion, von der Produktion, Verbreitung und Verwendung chemischer Waffen abzuschrecken. Die Schaffung dieser Abschreckung ist ein wichtiges nationales Sicherheitsinteresse der Vereinigten Staaten. Die gemeinsame amerikanische, britische und französische Reaktion auf diese Gräueltat wird alle Mittel unserer nationalen Macht - militärisch, wirtschaftlich und diplomatisch - beinhalten. Wir sind bereit, diese Reaktion aufrechtzuerhalten, bis das syrische Regime die Nutzung verbotener chemischer Mittel einstellt.

Ich habe heute Abend auch eine Botschaft an die beiden Regierungen, die die Hauptverantwortung dafür tragen, das kriminelle Assad-Regime zu unterstützen, auszurüsten und zu finanzieren.

Russland und den Iran frage ich: Was für eine Art Nation würde im Zusammenhang stehen wollen mit dem Massenmord an unschuldigen Männern, Frauen und Kindern?

Man kann die Nationen der Welt anhand ihrer Freunde beurteilen. Keine Nation kann auf lange Sicht damit erfolgreich sein, Schurkenstaaten, brutale Tyrannen und mörderische Diktatoren zu fördern.

Präsident Putin und seine Regierung haben der Welt 2013 eine Garantie versprochen, dass die chemischen Waffen Syriens beseitigt werden. Assads neuer Angriff - und die heutige Reaktion - sind das direkte Ergebnis von Russlands Versagen, dieses Versprechen zu halten.

Russland muss entscheiden, ob es diesen dunklen Pfad fortsetzen will, oder ob es sich den zivilisierten Nationen anschließen will, um eine Kraft für Stabilität und Frieden zu sein. Hoffentlich verstehen wir uns eines Tages mit Russland und vielleicht sogar mit dem Iran - aber vielleicht auch nicht.

Ich sage dies: Die Vereinigten Staaten haben eine Menge zu bieten, mit der größten und mächtigsten Wirtschaft der Weltgeschichte.

In Syrien tun die Vereinigten Staaten das, was notwendig ist, um das amerikanische Volk zu schützen - mit einer kleinen Streitmacht, die dazu eingesetzt wurde, das zu eliminieren, was vom IS übrig ist. Im vergangenen Jahr wurden fast 100 Prozent des Territoriums befreit, das einst vom sogenannten Kalifat des IS in Syrien und dem Irak kontrolliert wurde.

Die Vereinigten Staaten haben auch unsere Freundschaften im Nahen Osten wieder erneuert. Wir haben unsere Partner gebeten, mehr Verantwortung für die Sicherung ihrer Heimatregion zu übernehmen, einschließlich der Bereitstellung großer Geldbeträge für die Ressourcen, die Ausstattung und aller Bemühungen gegen den IS. Ein verstärktes Engagement unserer Freunde, darunter Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Ägypten und andere, kann gewährleisten, dass der Iran nicht von der Vernichtung des IS profitiert.

Amerika will unter keinen Umständen auf unbestimmte Zeit in Syrien präsent sein. Während andere Nationen ihren Beitrag verstärken, freuen wir uns auf den Tag, an dem wir unsere Krieger nach Hause bringen können. Und es sind große Krieger.

Wenn man sich in unserer sehr unruhigen Welt umschaut, dann machen sich die Amerikaner keine Illusionen. Wir können die Welt nicht vom Bösen befreien oder überall dort eingreifen, wo Tyrannei herrscht.

Keine Menge amerikanischen Blutes kann dauerhaft Frieden und Sicherheit im Nahen Osten schaffen. Es ist ein unruhiger Ort. Wir werden versuchen, es zu einem besseren Ort zu machen, aber es ist ein unruhiger Ort. Die Vereinigten Staaten werden ein Partner und ein Freund sein, aber das Schicksal der Region liegt in den Händen ihrer eigenen Leute.

Im letzten Jahrhundert haben wir direkt in die dunkelsten Stellen der menschlichen Seele geschaut. Wir sahen die Qual, die entfesselt werden kann, und das Böse, das sich ausbreiten kann. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs wurden mehr als eine Million Menschen durch chemische Waffen getötet oder verletzt. Wir wollen dieses grässliche Gespenst nie wieder sehen.

Heute haben die Nationen Großbritanniens, Frankreichs und der USA ihre rechtschaffene Macht gegen Barbarei und Brutalität eingesetzt.

Heute Abend bitte ich alle Amerikaner, ein Gebet für unsere edlen Krieger und unsere Verbündeten zu sprechen, während sie ihre Einsätze ausführen.

Wir beten, dass Gott den Leidenden in Syrien Trost spendet. Wir beten, dass Gott die ganze Region in eine Zukunft der Würde und des Friedens führen wird.

Und wir beten, dass Gott weiterhin über die Vereinigten Staaten wachen wird und sie segnen wird.

Danke und Gute Nacht. Vielen Dank.»

@ dpa.de

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