Medien, Menschenrechte

Washington / Istanbul - In der Affäre um ihren vermissten Gastautor Dschamal Chaschukdschi bringt ein Artikel der «Washington Post» die saudischen Behörden in Erklärungsnot.

10.10.2018 - 09:44:07

Regimekritischer Autor - Vermisster Journalist: Bericht lenkt Verdacht auf Saudis

  • Recep Tayyip Erdogan - Foto: Michael Kappeler

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan stellt im Fall Chaschukdschi Forderungen an Saudi-Arabien. Foto: Michael Kappeler

  • Mohammed bin Salman - Foto: Rainer Jensen/Archiv

    Dem saudischen Thronfolgers, Kronprinz Mohammed bin Salman, wird von Beobachtern eine zunehmend aggressive Außenpolitik vorgeworfen. Foto: Rainer Jensen/Archiv

  • Chaschukdschi - Foto: Virginia Mayo/AP

    Der saudische Journalist Dschamal Chaschukdschi ist spurlos verschwunden. Foto: Virginia Mayo/AP

  • Fall Chaschukdschi - Foto: Emrah Gurel/AP

    Saudi-Arabien weist jedwede Verantwortung für das Verschwinden des Journalisten Chaschukdschi zurück. Hier die jemenitische Friedensnobelpreisträgerin Tawakkol Karman bei einer Demo in Iastanbul. Foto: Emrah Gurel/AP

  • Protest - Foto: Lefteris Pitarakis/AP

    Mitglieder des türkisch-arabischen Journalistenverbandes halten Poster mit Fotos von Dschamal Chaschukdschi in Istanbul. Foto: Lefteris Pitarakis/AP

  • Vermisst - Foto: Lefteris Pitarakis/AP

    Eine Journalistin hält ein Bild des vermissten saudischen Schriftstellers Dschamal Chaschukdschi. Foto: Lefteris Pitarakis/AP

  • Istanbul - Foto: Eine Frau wartet an einer Absperrung am saudi-arabischen Konsulat in Istanbul. Foto:

    Eine Frau wartet an einer Absperrung am saudi-arabischen Konsulat in Istanbul. Foto:

  • Saudischer Schriftsteller vermisst - Foto: Uncredited/CCTV via Hurriyet/AP

    Ein Videostandbild zeigt laut türkischer Zeitung Hurriyet den saudischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi beim Eintritt in das saudi-arabische Konsulat in Istanbul. Foto: Uncredited/CCTV via Hurriyet/AP

  • Dschamal Chaschukdschi - Foto: Hasan Jamali/AP

    Der saudische Journalist Dschamal Chaschukdschi wird seit einer Woche vermisst. Foto: Hasan Jamali/AP

Recep Tayyip Erdogan - Foto: Michael KappelerMohammed bin Salman - Foto: Rainer Jensen/ArchivChaschukdschi - Foto: Virginia Mayo/APFall Chaschukdschi - Foto: Emrah Gurel/APProtest - Foto: Lefteris Pitarakis/APVermisst - Foto: Lefteris Pitarakis/APIstanbul - Foto: Eine Frau wartet an einer Absperrung am saudi-arabischen Konsulat in Istanbul. Foto:Saudischer Schriftsteller vermisst - Foto: Uncredited/CCTV via Hurriyet/APDschamal Chaschukdschi - Foto: Hasan Jamali/AP

Demnach wurden in Riad schon vor dem Verschwinden des regimekritischen Journalisten Pläne geschmiedet, den 59-Jährigen gefangen zu nehmen und zu verhören - oder sogar zu töten. Das gehe aus Informationen des US-Geheimdienstes hervor, der die Kommunikation zwischen saudischen Regierungsvertretern ausgespäht habe, berichtete die US-Zeitung in der Nacht zum Mittwoch.

Chaschukdschi wird seit einer Woche vermisst. Der Saudi betrat das Konsulat seines Heimatlandes in Istanbul vor mehr als einer Woche, um Papiere für seine Hochzeit abzuholen, kam aber nicht wieder heraus. Nach Einschätzung türkischer Polizei- und Geheimdienstkreise wurde er im Konsulat ermordet. Saudi-Arabien weist die Vorwürfe zurück und beharrt darauf, dass Chaschukdschi erst nach dem Verlassen des Konsulats verschwunden sei. Die türkischen Behörden erhoffen sich nun von einer Durchsuchung des Konsulats neue Erkenntnisse.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Can Dündar kritisiert nach weiterem Haftbefehl «neue Hexenjagd». Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu hatte gemeldet, die Maßnahme stehe im Zusammenhang mit Ermittlungen zu den großen regierungskritischen Gezi-Protesten von 2013. Istanbul - Der in Deutschland lebende Ex-Chef der türkischen regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet» kritisiert nach einem weiteren Haftbefehl gegen ihn eine «neue Hexenjagd» der Regierung. (Politik, 06.12.2018 - 12:48) weiterlesen...

Ex-«Cumhuriyet»-Chef - Can Dündar kritisiert nach Haftbefehl «neue Hexenjagd» Istanbul - Der in Deutschland lebende Ex-Chef der türkischen regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet» kritisiert nach einem weiteren Haftbefehl gegen ihn eine «neue Hexenjagd» der Regierung. (Politik, 06.12.2018 - 12:42) weiterlesen...

Gezi-Proteste: Haftbefehl für Dündar. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, die Maßnahme stehe im Zusammenhang mit Ermittlungen zu den großen regierungskritischen Gezi-Protesten von 2013. Die hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan damals brutal niederschlagen lassen. Demnach sieht der Staatsanwalt es als erwiesen an, dass Dündar Verbindungen zum Zivilgesellschaftsaktivisten Osman Kavala hatte - ihn hält die Regierung für einen Organisator der Proteste. Istanbul - Ein Istanbuler Gericht hat einen Haftbefehl gegen den in Deutschland lebenden Ex-Chef der regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet» ausgestellt. (Politik, 06.12.2018 - 00:58) weiterlesen...

Deutsche Stiftungen im Visier - Gezi-Proteste: Türkei stellt Haftbefehl für Can Dündar aus. Im Visier: der in Deutschland im Exil lebende Ex-Chef der regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet». Mitbetroffen: deutsche politische Stiftungen. Die türkische Regierung will wissen, wer hinter den regierungskritischen Massenprotesten von 2013 steckte. (Politik, 05.12.2018 - 21:56) weiterlesen...