Kriminalität, Deutschland

Was war das Motiv des Todesfahrers von Münster? Sein Vater zeigt sich sicher: Sein Sohn sei psychisch krank gewesen und habe in zwei Welten gelebt.

09.04.2018 - 22:02:05

In zwei Welten gelebt? - Vater von Todesfahrer: Schuld ist seine psychische Krankheit. Und er äußert den Verdacht, der 48-Jährige könnte falsch behandelt worden sein.

Brilon - Nach der Todesfahrt von Münster geht der Vater des Täters davon aus, dass eine psychische Krankheit seinen Sohn dazu getrieben hat. «Es war eine Krankheit, die ihn in zwei Welten hat leben lassen.»

Das sagte der 79-jährige Möbeldesigner der Deutschen Presse-Agentur und fügte hinzu: «Er bildete sich etwas ein, was das Gegenteil der Wirklichkeit war.» Deshalb glaube er auch nicht, dass die Polizei das Motiv der Tat jemals klären wird. «Das Motiv war die Krankheit in seinem Kopf.» Sein Sohn habe schon 2015 von Selbstmord gesprochen.

Der 48 Jahre Jens R. war am Samstag mit einem Campingbus in der Innenstadt von Münster in eine Menschenmenge gerast. Eine 51-jährige Frau und ein 65-jähriger Mann wurden getötet, am Montag waren noch drei der Verletzten in Lebensgefahr. Jens R. erschoss sich.

Der Vater, der in dem kleinen Ort Madfeld im Hochsauerlandkreis (Nordrhein-Westfalen) lebt, sagte der dpa, sein Sohn habe an «Verfolgungswahn» gelitten. Er sei aber nicht gewalttätig gewesen.

Die Zeitung «Die Welt» zitierte den Vater mit der Aussage, das letzte Mal hätten sie vor etwa einem Vierteljahr Kontakt gehabt: «Er muss in seinem Kopf durch die Krankheit Höllenqualen gehabt haben.» Der dpa sagte der Vater: «Er ist vor zweieinhalb Jahren am Rücken operiert worden.» Die OP habe drastische gesundheitliche Folgen gehabt. «Er konnte nicht mehr arbeiten. Da hat er sehr drunter gelitten.»

Der 79-Jährige sagte, sein Sohn sei in psychiatrischer Behandlung gewesen. Aber: «Er ist nicht oder falsch behandelt worden. Vielleicht hat er Medikamente bekommen, die die falschen Nebenwirkungen hatten.»

Der Vater bestätigte einen «Spiegel»-Bericht, wonach er schon 2015 dem sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt Münster erklärt hatte, dass sein Sohn suizidgefährdet sei. «Er hat damals am Telefon gesagt, es gehe ihm sehr schlecht. Da ist auch der Satz gefallen: «Vielleicht lebe ich ja nicht mehr lange.»» Aufgrund des Hinweises habe Jens R. seinen Vater wegen Verleumdung angezeigt, berichtet der «Spiegel».

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Kretschmer: Chemnitz-Ereignisse Bewährungsprobe für Sachsen. Es müsse gelingen, statt Beschimpfungen und Anfeindungen wieder in eine vernünftige Diskussion zu kommen, sagte der CDU-Politiker vier Wochen nach dem gewaltsamen Tod eines Chemnitzers der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Und er werde nicht zulassen, dass Chemnitz in Verruf komme, weil es sich gut verkaufe, wenn man ganze Städte an den Pranger stellt und es wieder um den Osten geht. Dresden - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer wertet die Ereignisse von Chemnitz als Bewährungsprobe für den Freistaat. (Politik, 22.09.2018 - 06:30) weiterlesen...

Weil lobt Nahles: Kritische Stimmen «sehr ernst genommen». «Sie hat erkannt und offen eingeräumt, dass das Ergebnis der Beratungen mit Merkel und Seehofer mit dem Gerechtigkeitsempfinden vieler Menschen nicht vereinbar war», sagte Weil. Auf Bitten von SPD-Chefin Nahles wollen Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer Maaßens umstrittene Beförderung neu verhandeln. Hannover - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat den Vorstoß seiner Parteivorsitzenden Andrea Nahles für Neuverhandlungen über die Zukunft des bisherigen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen gelobt. (Politik, 21.09.2018 - 22:58) weiterlesen...

Scholz nennt Neuverhandlungen über Maaßens Zukunft «klug». Die Beförderung Maaßens zum Innen-Staatssekretär habe «bei vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht so großes Einverständnis gefunden», sagte der Finanzminister. Insofern sei es klug, wenn Politik darauf reagiere. Auf Bitten von SPD-Chefin Andrea Nahles wollen Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer Maaßens umstrittene Beförderung neu verhandeln. Berlin - Vizekanzler Olaf Scholz hat den Vorstoß der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles für Neuverhandlungen über die Zukunft des bisherigen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen unterstützt. (Politik, 21.09.2018 - 21:56) weiterlesen...

Kühnert: Maaßen darf kein öffentliches Amt mehr bekleiden. Der «Welt» sagte er: Maaßen habe eindrucksvoll bewiesen, dass er in verantwortungsvoller Position nichts verloren habe. Es gehe um nichts weniger als das Vertrauen in den demokratischen Rechtsstaat. Auf Bitten von SPD-Chefin Andrea Nahles wollen Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer Maaßens umstrittene Beförderung neu verhandeln. Berlin - Juso-Chef Kevin Kühnert fordert angesichts der Neuverhandlungen der Koalitionsspitzen über die Zukunft von Hans-Georg Maaßen, der bisherige Verfassungsschutzchef dürfe künftig kein öffentliches Amt mehr bekleiden. (Politik, 21.09.2018 - 20:52) weiterlesen...

Neuverhandlung des Maaßen-Deals nach Brief von Nahles. Merkel erklärte sich dazu bereit und kündigte an, schon «im Laufe des Wochenendes» eine «gemeinsame, tragfähige Lösung» finden zu wollen. Auch Seehofer zeigte sich offen für erneute Gespräche. Berlin - Überraschende Wende im Fall Maaßen: Auf Bitten der in schwere Turbulenzen geratenen SPD-Chefin Andrea Nahles wollen Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer die umstrittene Beförderung des Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen zum Innenstaatssekretär neu verhandeln. (Politik, 21.09.2018 - 19:54) weiterlesen...

Merkel: Wollen Lösung im Fall Maaßen am Wochenende finden. Man wolle «im Laufe des Wochenendes» eine «gemeinsame, tragfähige Lösung» finden, sagte Merkel vor Journalisten in München. München - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angekündigt, schon am Wochenende mit den Koalitionspartnern CSU und SPD über eine Lösung im Fall des bisherigen Verfassungsschutzchefs Hans-Georg Maaßen zu beraten. (Politik, 21.09.2018 - 19:46) weiterlesen...