Terrorismus, Spanien

Was im ersten Moment wie die Tat eines Einzelnen aussah, stellt sich nun als Werk einer organisierten Gruppe heraus.

18.08.2017 - 21:54:06

14 Tote bei Anschlägen - Spanien: Polizei vermutet organisierte Terror-Zelle. Hinter dem schweren Terroranschlag in Barcelona und weiteren Taten vermutet die Polizei eine Islamisten-Zelle.

  • Verletzte werden versorgt - Foto: Oriol Duran

    Polizisten und Sanitäter tragen eine verletzte Frau über die Straße. Foto: Oriol Duran

  • Verängstigte Passanten - Foto: Verängstigte Passanten in Barcelona. Foto: Manu Fernandez

    Verängstigte Passanten in Barcelona. Foto: Manu Fernandez

  • Im Einsatz - Foto: Europa Press

    Ein Reporter des staatlichen spanischen Fernsehens berichtet von einem riesigen Polizeiaufgebot, auch zahlreiche Krankenwagen sind im Einsatz. Foto: Europa Press

  • Barcelona - Foto: Ein Polizist sperrt in Barcelona eine Straße ab, nachdem ein Lieferwagen auf einer belebten Einkaufstraße in eine Menschenmenge gerast ist. Foto: Manu Fernandez

    Ein Polizist sperrt in Barcelona eine Straße ab, nachdem ein Lieferwagen auf einer belebten Einkaufstraße in eine Menschenmenge gerast ist. Foto: Manu Fernandez

  • Polizeisperre - Foto: Manu Fernandez

    Polizeisperre in Barcelona: Ein Lieferwagen ist in eine Menschenmenge auf einer belebten Einkaufstraße gerast. Foto: Manu Fernandez

  • Barcelona - Foto: Auf der Promenade Las Ramblas in Barcelona ist ein Kleintransporter in eine Menschenmenge gefahren. Foto: Manu Fernandez

    Auf der Promenade "Las Ramblas" in Barcelona ist ein Kleintransporter in eine Menschenmenge gefahren. Foto: Manu Fernandez

  • Menschenleere Innenstadt - Foto: Manu Fernandez

    Menschenleere Innenstadt: Polizisten sperren in Barcelona eine Straße ab. Foto: Manu Fernandez

  • Terroranschlag in Barcelona - Foto: Oriol Duran

    Sanitäter versorgen nahe des Boulevards Las Ramblas Verletzte. Foto: Oriol Duran

  • Panik - Foto: Oriol Duran

    Passanten rennen in der Nähe des Tatorts über eine Straße. Foto: Oriol Duran

  • Lagebesprechung - Foto: Conselleria De Interior/Europa Press/dpa

    Mitglieder der Regierung Kataloniens und Barcelonas besprechen nach der Attacke die Lage. Foto: Conselleria De Interior/Europa Press/dpa

  • Großeinsatz - Foto: Manu Fernandez

    Polizei- und Feuerwehrwagen blockieren eine Straße nahe der Flaniermeile Las Ramblas in Barcelona. Foto: Manu Fernandez

  • Nach Terroranschlag in Barcelona - Foto: Manu Fernandez

    Polizisten sichern den Bereich auf der Flaniermeile Las Ramblas, auf dem der Lieferwagen in eine Menschenmenge gefahren war. Foto: Manu Fernandez

  • Lage in Cambrils - Foto: Emilio Morenatti

    Ein Polizist patrouilliert Cambrils: In dem Badeort rund 100 Kilometer südwestlich von Barcelona erschossen die Einsatzkräfte fünf mutmaßliche Terroristen. Foto: Emilio Morenatti

  • Lage in Cambrils - Foto: Emilio Morenatti

    Tatort in Cambrils, wo fünf Terroristen abgefangen und erschossen wurden. Foto: Emilio Morenatti

  • Razzia in Ripoll - Foto: Francisco Seco

    Nach einer Razzia der spanischen Polizei: Das Haus, in dem der Hauptverdächtige Moussa Oukabir bis zuletzt mit seinen Eltern gewohnt hatte. Foto: Francisco Seco

Verletzte werden versorgt - Foto: Oriol DuranVerängstigte Passanten - Foto: Verängstigte Passanten in Barcelona. Foto: Manu FernandezIm Einsatz - Foto: Europa PressBarcelona - Foto: Ein Polizist sperrt in Barcelona eine Straße ab, nachdem ein Lieferwagen auf einer belebten Einkaufstraße in eine Menschenmenge gerast ist. Foto: Manu FernandezPolizeisperre - Foto: Manu FernandezBarcelona - Foto: Auf der Promenade Las Ramblas in Barcelona ist ein Kleintransporter in eine Menschenmenge gefahren. Foto: Manu FernandezMenschenleere Innenstadt - Foto: Manu FernandezTerroranschlag in Barcelona - Foto: Oriol DuranPanik - Foto: Oriol DuranLagebesprechung - Foto: Conselleria De Interior/Europa Press/dpaGroßeinsatz - Foto: Manu FernandezNach Terroranschlag in Barcelona - Foto: Manu FernandezLage in Cambrils - Foto: Emilio MorenattiLage in Cambrils - Foto: Emilio MorenattiRazzia in Ripoll - Foto: Francisco Seco

Barcelona - Die Terrorattacken in Spanien waren nach ersten Erkenntnissen der Polizei nicht das Werk von Einzeltätern, sondern einer organisierten Islamisten-Zelle.

Die Ermittler ordneten der mutmaßlichen Terrorgruppe am Freitag drei Vorfälle zu: Den schweren Anschlag mit einem Kleintransporter auf Barcelonas Flaniermeile Las Ramblas, bei dem am Donnerstag 13 Passanten getötet wurden, einen vereitelten Angriff in der Küstenstadt Cambrils und die Explosion in einem Wohnhaus in der Ortschaft Alcanar.

Der mutmaßliche Haupttäter von Barcelona ist Medienberichten zufolge tot. Er sei unter den fünf Terroristen gewesen, die in der Nacht zum Freitag rund 100 Kilometer südlich in Cambrils erschossen wurden, berichteten die Zeitung «El País» und andere spanische Medien am Abend unter Berufung auf Polizeikreise. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht. Vier weitere mutmaßliche Terroristen wurden festgenommen. Den Anschlag im Herzen Barcelonas reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich.

Unklar war bis zum Freitagabend, ob sich unter den Todesopfern auch Deutsche befinden. Fünf Opfer seien noch nicht identifiziert, sagte ein Vertreter der katalanischen Regionalregierung bei der Ankunft von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) in Barcelona. Damit sei auch noch nicht auszuschließen, dass Deutsche unter den Toten seien, fügte er hinzu.

Nach Angaben des Außenministeriums in Berlin wurden 13 vorwiegend junge Leute aus Deutschland verletzt. Unter den verletzten Deutschen befänden auch eine deutsch-griechische Familie sowie mehrere Einzelpersonen und Mitglieder zweier Jugendgruppen.

Die Tat erinnerte an einen ähnlichen Terrorakt vor fast genau acht Monaten auf dem Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche, als der 24-jährige Tunesier Anis Amri einen Lastwagen in eine Menschenmenge steuerte. Augenzeugen berichteten, in Barcelona sei der Fahrer eines weißen Lieferwagens mit etwa 80 Stundenkilometern in die Menge auf den Las Ramblas gerast. Ein Tourist sagte, der Fahrer sei Zickzack gefahren, «um ein Maximum an Fußgängern zu erwischen». 13 Menschen kamen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt.

Nur Stunden später wurde im Badeort Cambrils eine Frau von fünf flüchtenden Terroristen getötet. Die Gruppe stand nach Angaben der Polizei kurz davor, einen ähnlichen Anschlag wie in Barcelona zu verüben. Die Männer hätten jedoch die Flucht ergriffen, als sie mit ihrem Auto von der Polizei gestoppt wurden. Die Verdächtigen seien davongerast und hätten Passanten angefahren, hieß es. Dabei wurden sieben Menschen verletzt, eine Frau starb später.

Bei dieser Polizeiaktion soll auch der Fahrer des Tatfahrzeugs in Barcelona getötet worden sein, wie Medien ohne Nennung eines Namens oder von Einzelheiten berichteten.

Die Sicherheitskräfte hatten zuvor mitgeteilt, sie fahndeten nach einem 17-Jährigen mit dem Namen Moussa Oukabir als Haupttäter. Er soll seinem älteren Bruder dessen Pass gestohlen und damit den Transporter angemietet haben, mit dem Anschlag auf der Flaniermeile Las Ramblas verübt wurde. Ob Moussa Oukabir auch der Fahrer des Transporters war, war unklar.

Die Polizei vermutet, dass die Terroristen ihre Attacken schon seit längerer Zeit in dem 10 000-Einwohner-Ort Alcanar südlich von Tarragona vorbereitet haben, wo sich am Mittwoch die Explosion in dem Wohnhaus ereignet hatte. Dabei hatte es einen Toten gegeben. Am Freitag wurde dort spanischen Medienberichten zufolge eine zweite Leiche gefunden. In dem Gebäude sollen nach Informationen der Zeitung «El Pais» etwa 20 Gasflaschen gelagert worden sein. «Alles begann in Alcanar», titelte das angesehene Blatt. Die Polizei gehe davon aus, dass der Terrorzelle etwa zwölf Mitglieder angehörten.

In Ripoll 100 Kilometer nördlich von Barcelona, in Cambrils und im nochmals weiter südlichen Alcanar nahm die Polizei bis Freitag vier mutmaßliche Terroristen fest. Keiner von ihnen sei bis dahin durch terroristische Aktivitäten in Erscheinung getreten.

Am Ort des Terroranschlags von Barcelona kam es am Freitagabend zu lautstarken Auseinandersetzungen zwischen rechten Demonstranten und Passanten. Die Demonstranten tauchten am Abend unweit der Einmündung des Rambla-Boulevards zur Plaça Catalunya auf. Sie trugen Flaggen mit dem Symbol der Identitären Bewegung sowie Transparente mit Aufschriften wie «Defend Europe» und «Stop Islamization of Europe». Eine Menschenmenge stellte sich ihnen entgegen und rief lautstark «Faschisten raus aus unseren Stadtvierteln!».

Wegen der Demonstrationen konnte Bundesaußenminister Gabriel dort nicht der 13 Todesopfer gedenken. Er und der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian hatten auf der Flaniermeile Las Ramblas am Freitagabend Blumen niederlegen wollen.

Die katalanischen Rettungsdienste teilten mit, die Opfer der Anschläge von Barcelona und Cambrils stammten vermutlich aus 34 Ländern. Die Zahl sei vorläufig. Wie viele Opfer aus welchem Land stammen, war noch ungewiss.

Seit vergangenem Sommer war es in Europa wiederholt zu Anschlägen mit Fahrzeugen gekommen. Im Juli 2016 raste ein Attentäter mit einem Lkw in Nizza in eine Menschenmenge. 86 Menschen starben. Beim Anschlag mit einem gekaperten Laster auf den Berliner Weihnachtsmarkt wurden im Dezember 2016 zwölf Menschen getötet. Im Frühjahr 2017 gab es zudem tödliche Attacken mit Fahrzeugen in London und Stockholm.

Nach dem islamistischen Anschlag von Barcelona einigten sich Union, SPD, Linke, Grüne und FDP auf leichte Einschränkungen beim Wahlkampf. Bei den Veranstaltungen werde am Freitag und Samstag auf laute Musik verzichtet, zudem werde es Gedenkminuten geben, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Berlin gut fünf Wochen vor der Bundestagswahl am 24. September. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sagte, auch in einer politischen Auseinandersetzung sei es «wichtig, dass die Demokraten ein klares Signal der Geschlossenheit geben.»

Barcelona gedachte der Opfern mit einer Schweigeminute. Auf der berühmten Plaça de Catalunya versammelten sich am Freitag um 12 Uhr unter anderem auch König Felipe VI. und Ministerpräsident Mariano Rajoy sowie zahlreiche weitere Politiker und Behördenvertreter.

@ dpa.de

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