Kriminalität, Deutschland

Warum fuhr der Todesfahrer von Münster in die Menschenmenge? Nach wenigen Tagen kommen mehr und mehr Details ans Licht.

10.04.2018 - 08:04:05

Jetzt äußert sich der Vater - Suche nach dem Motiv des Todesfahrers von Münster. Doch das Motiv ist weiter unklar - und auch andere Fragen bleiben bislang offen. Nun äußert sich auch der Vater.

Münster - Immer mehr Details zum Täter werden nach der Todesfahrt von Münster bekannt - doch ein konkretes Motiv gibt es bislang nicht. Die Ermittler sind inzwischen sicher: Der 48-Jährige wollte sich umbringen.

Aber warum er zuvor mit einem Campingbus in eine Menge raste und so zwei Menschen tötete und 20 verletzte, das ist bislang nicht klar. Und die Ermittler sehen noch andere offene Fragen: Woher hatte der Mann die Waffe, mit der er sich erschoss? Und wieso wählte er ausgerechnet den Platz am Kiepenkerl?

Der Amokfahrer war am Samstagnachmittag mit seinem Kleinbus in der Münsteraner Altstadt in eine Gruppe gerast. Von den 20 Verletzten waren 3 am Montag noch immer in Lebensgefahr. Neue Informationen zum Gesundheitszustand gebe es womöglich am Dienstagmorgen, sagte ein Polizeisprecher.

Der Vater des Täters geht davon aus, dass eine psychische Krankheit seinen Sohn zu der Amokfahrt trieb. «Es war eine Krankheit, die ihn in zwei Welten hat leben lassen», sagte der 79-jährige Möbeldesigner der Deutschen Presse-Agentur und fügte hinzu: «Er bildete sich etwas ein, was das Gegenteil der Wirklichkeit war.» Sein Sohn habe schon 2015 von Selbstmord gesprochen.

Der Vater, der in dem kleinen Ort Madfeld im Hochsauerlandkreis (Nordrhein-Westfalen) lebt, sagte der dpa, sein Sohn habe an «Verfolgungswahn» gelitten. Er sei aber nicht gewalttätig gewesen. Sein Sohn sei auch in psychiatrischer Behandlung gewesen. Aber: «Er ist nicht oder falsch behandelt worden. Vielleicht hat er Medikamente bekommen, die die falschen Nebenwirkungen hatten», sagte der 79-Jährige.

Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt teilte zu den bisherigen Ermittlungsergebnissen mit: «Nach der bisherigen Analyse und Auswertung der vorliegenden Dokumente, Spuren und Aussagen sind die Ermittlungsbehörden sicher, dass der 48-Jährige in Suizidabsicht handelte.»

Bei der Durchsuchung der Wohnung des ledigen und kinderlosen Mannes sei unter anderem ein über einen Balken gelegtes Hanfseil mit Henkersknoten gefunden worden. Das sei ein «eindeutiger Hinweis». Für die Suizidabsicht des Täters spreche auch die Tatsache, dass er sich unmittelbar nach dem Stillstand des Fahrzeugs erschoss.

«Offensichtlich wollte sich der Täter nach der Todesfahrt direkt selber richten», bekräftigte der Leiter der Ermittlungskommission, Kriminalhauptkommissar Joachim Poll, in der Mitteilung. Warum der Täter den Vorplatz des Restaurants in der Münsteraner Innenstadt als Ziel seiner Todesfahrt gewählt hat, sei aber weiter unklar. Bislang habe man keine Beziehung des Täters zum Tatort herstellen können.

Wichtig sei den Ermittlern auch zu klären, wie der Mann in den Besitz der Waffe gelangte, die im ehemaligen Jugoslawien hergestellt wurde. Dabei spiele auch die Frage eine Rolle, ob diese Waffe schon einmal im Zusammenhang mit einer Straftat zum Einsatz kam. Nach Informationen des NRW-Innenministeriums war der Täter, ein Industriedesigner, weder in Besitz eines Waffenscheins noch einer Waffenbesitzkarte.

«Bei einer Gesamtschau der Indizien sind wir uns sicher, der Täter handelte in Suizidabsicht», unterstrich Poll. Diese eindeutige Absicht habe der Mann entgegen anderslautender Berichte im Zeitraum vor der Tat weder dargelegt noch gegenüber Dritten geäußert.

«Die mehrfach wahllos an Dritte übersandten Nachrichten enthalten keine ausdrückliche Ankündigung einer Selbsttötung. Sie sind jedoch Ausdruck einer zumindest temporären, psychischen Labilität», hieß es in der gemeinsamen Pressemitteilung der Ermittler weiter.

Die Ermittlungskommission werte weiterhin alle Hinweise aus, befrage Zeugen und untersuche die sichergestellten Spuren und Beweismittel. Allein über das Hinweisportal des BKA seien bislang rund 40 Dateien hochgeladen worden. Immer noch meldeten sich Menschen und wollten die Ermittlungsarbeit der Polizei mit ihren Hinweisen unterstützen.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Antisemitismus in Deutschland - Zentralratspräsident warnt Juden vor Tragen der Kippa Im großstädtischen Milieu lieber nicht: Der Zentralratspräsident Schuster warnt Juden davor, sich in deutschen Großstädten offen zu ihrer Religion zu bekennen. (Politik, 24.04.2018 - 10:54) weiterlesen...

Oralverkehr in Berliner S-Bahn - Mann zieht Notbremse. Fahrgäste, darunter auch Kinder, hätten ungehindert beobachten können, wie eine 36-jährige Frau am Sonntag gegen 11.30 Uhr ihren 38-jährigen Begleiter befriedigt habe, teilte die Bundespolizei mit. Nach Aufforderungen, die sexuellen Handlungen zu unterlassen, sei es zu einem heftigen Streit gekommen, bei dem mehrere Menschen verletzt wurden. Ein Fahrgast zog im Ostbahnhof die Notbremse. Berlin - Öffentlicher Oralsex zur Mittagszeit in einer Berliner S-Bahn hat zu einer Schlägerei und einem Polizei-Einsatz geführt. (Politik, 23.04.2018 - 18:50) weiterlesen...

Polizei entdeckt in Kleinbus 100 Kilogramm Ekelfleisch. Es lag auf einer blutverschmierten Plane und war bereits von Maden befallen, wie die Behörde in Koblenz mitteilte. Das Ekelfleisch wurde sichergestellt, dem Bus die Weiterfahrt verboten. Bei der Verkehrskontrolle auf der Autobahn 3 bei Heiligenroth in Rheinland-Pfalz stellten die Beamten zudem fest, dass der Fahrer bereits 23 Stunden ohne Pause hinter dem Steuer saß. Außerdem waren die Bremsen des Fahrzeugs kaputt und es fehlte der vorgeschriebene Fahrtenschreiber. Heiligenroth - Rund 100 Kilogramm vergammeltes Fleisch hat die Polizei in einem Kleinbus entdeckt. (Politik, 23.04.2018 - 15:52) weiterlesen...

Merkel beklagt Antisemitismus bei Flüchtlingen und anderen. «Wir haben jetzt auch neue Phänomene, indem wir Flüchtlinge haben oder Menschen arabischen Ursprungs, die wieder eine andere Form von Antisemitismus ins Land bringen», sagte Merkel in einem Interview des Nachrichtensenders «Channel 10 News». Kein jüdischer Kindergarten, keine Schule, keine Synagoge könnten ohne Polizeischutz sein. «Das bedrückt uns», betonte Merkel. Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gegenüber einem israelischen Fernsehsender neue Formen des Antisemitismus in Deutschland beklagt. (Politik, 23.04.2018 - 06:48) weiterlesen...

Wilde Verfolgungsjagd auf der A7 von Hannover bis Göttingen. Der 51 Jahre alte Fahrer aus Hessen lieferte sich mit der Polizei eine wilde Verfolgungsfahrt von Hannover bis Göttingen. Dabei rammte er mehrfach ein vor ihm fahrendes Polizeiauto bei einer Geschwindigkeit von bis zu 180 Kilometern pro Stunde und gefährdete Unbeteiligte. Hildesheim - Bei einer Verfolgungsjagd auf der Autobahn A7 soll ein Mann mit seinem Transporter zielgerichtet auf zwei Polizisten zugefahren sein - einer von ihnen konnte sich nur mit einem Sprung über die Leitplanke retten. (Politik, 23.04.2018 - 00:02) weiterlesen...

Kanufahrerin entdeckt verpackte Leiche in Kanal. Eine Kanufahrerin hatte das verschnürte Paket im Wasser treibend gesehen und die Polizei verständigt. Mit Hilfe der Wasserschutzpolizei konnte die Leiche wenig später geborgen werden, wie die Staatsanwaltschaft Duisburg mitteilte. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus und setzte eine Mordkommission ein. Die Leiche wurde für weitere Untersuchungen in die Rechtsmedizin gebracht. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Oberhausen - Ein verpackter Leichnam ist im Rhein-Herne-Kanal in Oberhausen entdeckt worden. (Politik, 22.04.2018 - 18:54) weiterlesen...