Wahlen, Präsident

Wahl im Schatten des Terrors: Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen stimmt Frankreich über seinen neuen Präsidenten ab.

23.04.2017 - 19:22:06

Richtungswahl - Präsident oder Präsidentin? Europa bangt um Frankreich. Europa blickt vor allem auf das Abschneiden der Rechtspopulistin Marine Le Pen. Das Rennen bleibt bis zuletzt offen.

  • Ausnahmezustand - Foto: Kay Nietfeld

    Nach den Terroranschlägen der vergangenen Jahre findet die Wahl erstmals unter den Bedingungen des Ausnahmezustands statt. Foto: Kay Nietfeld

  • Präsidentschaftswahl - Foto: Kay Nietfeld

    Die Wahl findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Foto: Kay Nietfeld

  • Wahlplakate - Foto: Kay Nietfeld

    Wahlplakate mit den Spitzenkandidaten für die Präsidentschaftswahl in Frankreich. Foto: Kay Nietfeld

  • Wen wird er wählen? - Foto: Emilio Morenatti

    Wen wird er wählen? Ein Mann nimmt in einem Wahllokal der französischen Hauptstadt einen Stimmzettel in die Hand. Foto: Emilio Morenatti

  • Stimmabgabe Marine Le Pen - Foto: Kay Nietfeld

    Die Spitzenkandidatin der Front National, Marine Le Pen, gibt in Henin-Beaumont ihren Wahlschein ab. Foto: Kay Nietfeld

  • Wahlscheine - Foto: Kay Nietfeld

    Umschläge mit abgegebenen Wahlscheinen in einem Wahllokal im französischen Henin-Beaumont. Foto: Kay Nietfeld

  • Femen-Aktivistinnen - Foto: Stringer

    In der Nähe des Wahllokals, in dem Le Pen ihre Stimme abgab, demonstrierten Femen-Aktivistinnen gegen die Rechtspopulistin. Foto: Stringer

Ausnahmezustand - Foto: Kay NietfeldPräsidentschaftswahl - Foto: Kay NietfeldWahlplakate - Foto: Kay NietfeldWen wird er wählen? - Foto: Emilio MorenattiStimmabgabe Marine Le Pen - Foto: Kay NietfeldWahlscheine - Foto: Kay NietfeldFemen-Aktivistinnen - Foto: Stringer

Paris/Brüssel - In einer europaweit mit Spannung erwarteten Wahl hat Frankreich über seinen neuen Staatspräsidenten abgestimmt. Es wird mit einem knappen Rennen gerechnet.

Erst nach Schließung der letzten Wahllokale um 20.00 Uhr sollen erste offizielle Ergebnisse bekanntgegeben werden. Es zeichnet sich eine ähnlich hohe Wahlbeteiligung ab wie vor fünf Jahren, als am Ende 79,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben. Drei Tage nach dem Anschlag vom Pariser Prachtboulevard Champs-Élysées schützten mehr als 50.000 Polizisten und 7000 Soldaten den ersten Wahlgang.

Die Wahl gilt als Richtungsentscheidung für den gesamten Kontinent. Denn die EU-Gegnerin Marine Le Pen von der rechtsextremen Front National hat gute Chancen, in die Stichwahl am 7. Mai zu gelangen. Auch der linke Europakritiker Jean-Luc Mélenchon hat Aussichten - ebenso allerdings der europafreundliche Polit-Jungstar Emmanuel Macron und der Konservative François Fillon.

Nach dem jüngsten Anschlag herrscht im Land große Nervosität. Die Tat hatte die Debatte um die Sicherheitspolitik neu angeheizt - und die Frage aufgeworfen, ob dies den Ausgang der Wahl beeinflussen könnte. Frankreich war in den vergangenen Jahren Ziel mehrerer islamistischer Anschläge. Erstmals wählte das Land unter den Bedingungen des Ausnahmezustands. Laut Medienberichten wurden einige Wahllokale aus Sicherheitsgründen kurzzeitig geräumt, es habe sich aber um Fehlalarme gehandelt.

Macron, Le Pen, Fillon und der unbeliebte scheidende sozialistische Hollande stimmten am Morgen in ihren Wahlkreisen ab. In der Nähe des Wahllokals in der nordfranzösischen Front-National-Hochburg Hénin-Beaumont, in dem Le Pen ihre Stimme abgab, demonstrierten Femen-Aktivistinnen mit nacktem Oberkörper gegen die Rechtspopulistin.

Insgesamt waren etwa 47 Millionen Franzosen stimmberechtigt. Elf Kandidaten stellten sich in der ersten Runde zur Wahl.

Le Pen will ihr Land im Fall eines Sieges aus dem Euro führen und ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft ansetzen. Mélenchon möchte die europäischen Verträge neu verhandeln und über das Resultat in einer Volksbefragung abstimmen lassen, zudem will er das transatlantische Verteidigungsbündnis Nato verlassen.

Macron und der Konservative Fillon stehen zur EU und wollen Frankreich reformieren. Unter den Varianten für die Stichwahl in zwei Wochen gilt ein Duell von Macron und Le Pen als am wahrscheinlichsten.

@ dpa.de

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