Kriminalität, Religion

Während eines Gottesdienstes nimmt ein Mann in einer Synagoge in Texas mehrere Geiseln.

16.01.2022 - 03:16:07

Kriminalität - Geiselnahme in Synagoge im US-Bundessstaat Texas. Über Stunden ist die Lage völlig unklar. Dann wird ein Mann unverletzt freigelassen.

Washington - Ein Mann hat am Samstag in einer Synagoge im US-Bundesstaat Texas mehrere Geiseln genommen und so einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Der texanische Gouverneur Greg Abbott sprach von einer «angespannten Geiselsituation» in der Stadt Colleyville nahe Dallas.

Eine männliche Geisel wurde am frühen Samstagabend unverletzt freigelassen. Drei weitere Menschen befanden sich nach Angaben Abbotts danach noch in der Gewalt des Geiselnehmers. Offizielle Angaben zum möglichen Hintergrund der Tat gab es zunächst nicht.

Die Polizei der 26.000-Einwohner-Stadt Colleyville teilte mit, Beamte seien am Vormittag zur Adresse der Synagoge gerufen worden. Häuser in der unmittelbaren Umgebung seien evakuiert worden. Bislang gebe es keine Verletzten. Die Bundespolizei FBI sei an dem Einsatz beteiligt und stehe in Kontakt mit dem Geiselnehmer. Der Freigelassene sei unverletzt und müsse nicht medizinisch behandelt werden. FBI-Spezialisten verhandelten weiter mit dem Geiselnehmer.

«Gebete wurden erhöht»

Abbott schrieb nach der Freilassung der ersten Geisel auf Twitter: «Die Gebete wurden erhöht.» Nun gebe es noch drei Geiseln. Auf Aufnahmen des Fernsehsenders CNN war ein Großaufgebot von Polizei- und Spezialkräften rund um die Synagoge zu sehen.

Die lokale Zeitung «Fort Worth Star Telegram» berichtete, der Gottesdienst in der Synagoge am Samstagvormittag sei auf der Facebook-Seite der Gemeinde live übertragen worden. Dort sei die Stimme eines wütenden Mannes zu hören gewesen, der geschimpft und geflucht und unter anderem über Religion gesprochen habe. Der Mann habe mehrmals gesagt, er wolle niemandem weh tun, und er glaube, dass er sterben werde, schrieb die Zeitung weiter.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, schrieb auf Twitter, US-Präsident Joe Biden sei über die Geiselnahme in Texas unterrichtet worden und werde weiter über die Lage informiert. Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett schrieb in einem Tweet, er beobachte die Situation in Colleyville genau und bete für die Sicherheit der Geiseln und der Einsatzkräfte.

Behörden in anderen US-Städten, unter anderem in New York und Los Angeles, teilten mit, angesichts der Geiselnahme in Colleyville hätten sie ihre Präsenz an Synagogen und anderen jüdischen Einrichtungen aus Vorsicht vorerst verstärkt.

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