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Brände, Justiz

Vor gut einer Woche brannte die Kathedrale von Nantes - Erinnerungen an das Inferno von Notre-Dame in Paris wurden wach.

26.07.2020 - 15:18:08

Brandstiftung vermutet - Brand in Kathedrale von Nantes: Verdächtiger in U-Haft. Nun legt ein Kirchenhelfer ein Geständnis ab. Sein Motiv bleibt im Dunkeln.

Nantes - Der verheerende Brand der Kathedrale in Nantes hat aller Wahrscheinlichkeit nach einen kriminellen Hintergrund: Ein Kirchenhelfer gestand, drei Feuer in dem spätgotischen Gotteshaus gelegt zu haben. Das sagte Staatsanwalt Pierre Sennès laut der Regionalzeitung «Presse Océan».

Die Justiz nahm den 39-Jährigen laut Medien in Untersuchungshaft. Sein Motiv blieb zunächst unklar. Gegen den Mann, der bereits unmittelbar nach dem Brand in Polizeigewahrsam genommen und dann wieder freigelassen wurde, laufe nun ein Ermittlungsverfahren wegen «Zerstörungen und Beschädigungen durch Feuer». Der in Nantes geborene Ex-Umweltminister François de Rugy dankte den Ermittlern für die rasche Arbeit und fragte: «Wie konnte es dazu kommen?»

Teile der Kirche waren am Samstag vor einer Woche in Flammen aufgegangen, der Brand zerstörte unter anderem die Hauptorgel und beschädigte Fenster. Ermittler hatten bereits mitgeteilt, dass es drei Brandherde gab.

Der laut Nachrichtenagentur AFP aus dem ostafrikanischen Land Ruanda stammende Verdächtige war ein freiwilliger Helfer, der in der Diözese arbeitete. Er war für die Schließung der Kathedrale am Vorabend des Feuers zuständig. Vor einem Ermittlungsrichter gestand der Mann, Feuer an der großen und kleinen Orgel sowie an einer Schalttafel gelegt zu haben, wie Staatsanwalt Sennès berichtete.

Der Anwalt des Verdächtigen, Quentin Chabert, bestätigte laut «Presse Océan», sein Mandant habe mit der Justiz zusammengearbeitet. Er bereue die Tat bitterlich - es sei eine Befreiung für ihn gewesen, darüber zu sprechen. «Mein Mandant ist heute zermürbt vom Schuldgefühl (...)», so der Rechtsbeistand. Dem Verdächtigen drohen laut Medien eine Haftstrafe von zehn Jahren und eine Geldbuße von bis zu 150.000 Euro.

Der Brand hatte in Frankreich Erinnerungen an das Inferno in der Pariser Kathedrale Notre-Dame vom April vergangenen Jahres geweckt. Die Katastrophe in der Hauptstadt beruhte wohl auf einem Fehler im elektrischen System oder einer nicht richtig ausgedrückten Zigarette.

Die Kathedrale von Nantes aus dem 15. Jahrhundert ist nach den Aposteln Peter und Paul benannt und gehört zur französischen Spätgotik. Bei einem Feuer 1972 wurde der Dachstuhl der Kirche komplett zerstört. Die Hauptorgel blieb bei dem Brand damals fast unversehrt.

© dpa-infocom, dpa:200726-99-926094/4

@ dpa.de