Olaf Scholz, Synagoge

Vor drei Jahren versuchte ein schwer bewaffneter Attentäter in eine Synagoge in Halle einzudringen, erschoss zwei Menschen und verletzte zahlreiche weitere.

09.10.2022 - 12:01:09

Scholz erinnert an Anschlag auf Synagoge in Halle. Kanzler Olaf Scholz erinnert an die Tat.

  • Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht auf einer Abschlusskundgebung seiner Partei vor der Marktkirche in der Innenstadt von Hannover. - Foto: Michael Matthey/dpa

    Michael Matthey/dpa

  • Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht auf einer Abschlusskundgebung seiner Partei vor der Marktkirche in der Innenstadt von Hannover. - Foto: Michael Matthey/dpa

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Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht auf einer Abschlusskundgebung seiner Partei vor der Marktkirche in der Innenstadt von Hannover. - Foto: Michael Matthey/dpaBundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht auf einer Abschlusskundgebung seiner Partei vor der Marktkirche in der Innenstadt von Hannover. - Foto: Michael Matthey/dpa

Kanzler Olaf Scholz und weitere Bundespolitiker haben anlässlich des dritten Jahrestags an den Anschlag auf eine Synagoge in Halle erinnert. «Dieser Jahrestag mahnt uns, nie wegzuschauen», schrieb Scholz (SPD) auf Twitter. «Wir gedenken der Opfer und bekräftigen, Rechtsextremismus in jeder Form entschlossen zu bekämpfen.»

Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Attentäter versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in die Synagoge in Halle einzudringen. Als ihm das nicht gelang, erschoss er davor eine 40 Jahre alte Passantin und in einem nahen Döner-Imbiss einen 20 Jahre alten Gast. Auf seiner Flucht verletzte der Attentäter zahlreiche weitere Menschen, ehe er von der Polizei gefasst wurde. Der heute 30 Jahre alte Deutsche hat die Taten eingeräumt. Das Oberlandesgericht Naumburg verurteilte ihn 2020 zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Auch andere Politiker gedenken den Opfern

«Nichts kann die Tat ungeschehen machen, aber wir ziehen unsere Lehren», schrieb Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) auf Twitter. «Wir wollen, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland sicher und angstfrei leben können und schützen sie.»

Die Vize-Bundestagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt schrieb ebenfalls beim Kurznachrichtendienst, ihre Gedanken seien bei den Opfern sowie bei allen, die weiter mit den Folgen kämpften. Rechter Terror bleibe die größte Gefahr im Land und brauche «unsere volle Gegenwehr», so die Grünen-Politikerin. Ähnlich äußerte sich auch der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch.

Justizminister Marco Buschmann (FDP) betonte via Twitter, dass es nicht ausreiche, erst Übergriffe und Mord zu bekämpfen. Es müsse entschieden gegen Verschwörungsglauben und die Ressentiments vorgegangen werden, die den Boden für solche Taten bereiteten.

Klare Haltung gegen Antisemitismus und Rassismus

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat eine «eindeutige und klare Haltung» gegen Antisemitismus und Rassismus gefordert. «Allen Menschen steht das gleiche Recht auf Achtung und Würde zu», sagte er bei der Gedenkveranstaltung an der Synagoge in Halle. Antisemitismus und Rassismus gefährdeten «den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft».

Der Ministerpräsident wies auch auf die Verbrechen an den Juden in der NS-Zeit hin. Der Firnis der Zivilisation sei sehr dünn, sagte Haseloff kurz vor der Gedenkveranstaltung. Humanität könne schnell in Inhumanität und Barbarei umschlagen. «Das beschossene Tor der Synagoge in Halle ist ein eindringliches Mahnmal», führte er aus.

@ dpa.de