Unwetter, Florence

Von den Windgeschwindigkeiten her ist «Florence» nicht so schlimm wie befürchtet.

16.09.2018 - 08:08:04

Überschwemmungen und Tote - Sturm «Florence»: Fast eine Million ohne Strom. Doch der Sturm hat es trotzdem in sich und plagt die Südostküste der USA schwer. Experten warnen, das Unwetter sei noch lange nicht überstanden.

Washington/Miami/Wilmington - Die Südostküste der USA hat durch den Wirbelsturm «Florence» mit heftigen Regenfällen und Überschwemmungen zu kämpfen. Der Sturm trägt große Wassermassen in die Bundesstaaten North Carolina und South Carolina.

Flüsse traten über die Ufer, Straßen wurden überspült, Stromleitungen beschädigt. Nach Angaben von US-Medien waren fast eine Million Menschen in den beiden Staaten ohne Strom. Mehrere Menschen kamen durch den Sturm ums Leben. Der starke Regen kann nach Angaben von Meteorologen noch Tage andauern.

«Florence» war am Freitagmorgen (Ortszeit) in North Carolina auf Land getroffen. Der Sturm erreichte die Küste mit geringerer Stärke als ursprünglich befürchtet. Noch über dem Atlantik war «Florence» zuvor zwischenzeitlich zu einem Hurrikan der Stärke 4 angewachsen - mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 Kilometern pro Stunde. Bis zu seinem Eintreffen an der Küste wurde er jedoch mehrfach herabgestuft. Am Samstag galt er mit Windgeschwindigkeiten von 75 Kilometern pro Stunden nur noch als Tropensturm. Er richtete dennoch bereits einigen Schaden an - und dürfte auch weiterhin Turbulenzen verursachen.

Die Tücke an dem Sturm ist nicht die Windstärke, sondern die große Menge an Wasser, die «Florence» durch Sturmfluten und starke Niederschläge an die Küste getragen hat und die sich über Flussläufe weiter landeinwärts drücken. Bestimmte Gebiete dort dürften nach Einschätzung von Experten erst mit Verzögerung die Folgen des Sturmes zu spüren bekommen. Auch in den nächsten Tagen sei weiter mit Überschwemmungen zu rechnen.

Ein Problem ist auch, dass der Sturm sehr lange über dem Küstengebiet verweilt. Er bewegte sich am späten Samstagnachmittag (Ortszeit) nur mit minimalem Tempo von zuletzt vier Kilometern pro Stunde vorwärts, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum mitteilte. Die Region ist dadurch über lange Zeit starkem Regen ausgesetzt.

Das Hurrikan-Zentrum mahnte am Samstag, auch wenn sich die Windgeschwindigkeiten des Sturms abgeschwächt hätten, gingen die heftigen Niederschläge und Überschwemmungen weiter. Anlass zur Entwarnung gibt es nach Experteneinschätzung daher nicht.

Bäume knickten um, Häuser und Strommasten wurden beschädigt. Katastrophenschützer mussten zum Teil ausrücken, um Menschen aus überfluteten Häusern zu retten - etwa in New Bern in North Carolina, das der Sturm als einen der ersten Orte getroffen hatte.

Die Behörden hatten vorsorglich Hunderttausende Menschen entlang der Südostküste aufgerufen, sich vor dem Wirbelsturm in Sicherheit zu bringen und landeinwärts Schutz zu suchen - bei Freunden, Verwandten, in Hotels oder Notunterkünften. Nicht alle waren dem Aufruf gefolgt.

Mindestens sechs Menschen starben bisher durch den Sturm und seine Folgen: Eine Mutter und ihr Kleinkind kamen in der Küstenstadt Wilmington (North Carolina) um, als ein umstürzender Baum auf ihr Haus krachte, wie die Polizei mitteilte. Eine Frau starb an einem Herzinfarkt - Rettungskräfte kamen wegen des Sturmes nicht rechtzeitig zu ihr. Ein Mann erlitt einen Stromschlag, als er mit einem Notstromaggregat hantierte. Ein 77-Jähriger in Kinston wurde vom Sturm schlicht umgeblasen - er starb beim Sturz. In South Carolina starb eine Frau bei einem Autounfall: Sie war mit ihrem Wagen gegen einen umgestürzten Baum geprallt, wie der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, mitteilte. Andere Medien berichteten von mindestens bis zu zwölf Opfern durch den Sturm.

US-Präsident Donald Trump will in der kommenden Woche in das Gebiet an der Südostküste reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Einen genauen Termin dafür gibt es noch nicht.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Trump besucht Brandgebiet in Kalifornien. Der Präsident besuchte die Gegend um den besonders heftig betroffenen Ort Paradise im Norden des Bundesstaats. «Das ist sehr traurig mit anzusehen», sagte er zum Ausmaß der Schäden. Er dankte den Rettungskräften und sagte Kalifornien die Unterstützung der Regierung in Washington zu. Nach dem bisherigen Stand gab es dort mindestens 71 Tote. Mehr als 1000 Menschen werden noch vermisst. Paradise - US-Präsident Donald Trump hat sich vor Ort ein Bild der Zerstörung bei den schweren Waldbränden in Kalifornien gemacht. (Politik, 17.11.2018 - 22:44) weiterlesen...

Zahl der Toten in Kalifornien steigt - Schnee an der Ostküste. Nordöstlich von San Francisco wurden acht weitere Leichen in niedergebrannten Häusern gefunden. Insgesamt sind in dem US-Bundesstaat somit mindestens 74 ums Leben gekommen. Heute wird US-Präsident Donald Trump in Kalifornien erwartet. Und während man dort auf den ersten Regen seit Monaten hofft, gab es im Osten und Süden der USA den ersten Wintereinbruch. Medienberichten zufolge starben mindestens acht Menschen. Los Angeles - In Kalifornien ist die Zahl der Toten durch die verheerenden Bränden weiter gestiegen. (Politik, 17.11.2018 - 14:54) weiterlesen...

Tote und Stromausfälle nach Wintersturm im Osten der USA. Zehntausende wurden von der Stromversorgung abgeschnitten, berichtete der Sender CNN. Während im äußersten Westen der USA weiter Dürre und Waldbrände den Katastrophenschutz in Atem hielten, fielen im Osten am Freitag bis zu 30 Zentimeter Schnee. Gefrierender Regen machte Straßen zu gefährlichen Rutschbahnen. Tote gab es bei Verkehrsunfällen in den Staaten Ohio, Mississippi, Indiana und Arkansas. New York - Bei Winterstürmen sind im Osten und Süden der USA bisher mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. (Politik, 17.11.2018 - 12:20) weiterlesen...

Zyklon über Südindien - mindestens elf Tote. Der Zyklon «Gaja» erreichte in der Nacht mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 120 Stundenkilometern die Küste des Bundesstaates Tamil Nadu, teilt Indiens Wetterbehörde mit. Die meisten Opfer starben nach Angaben der örtlichen Katastrophenschutzbehörde bei Hauseinstürzen. Die Zahl der Toten könne noch steigen, hieß es. Mehr als 80 000 Menschen waren gestern in Notunterkünfte gebracht worden. Chennai - Bei einem schweren Wirbelsturm sind in Südindien mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. (Politik, 16.11.2018 - 09:46) weiterlesen...

Sibirien? Nein ... Mit einem Schneesturm und als Welt in Weiß präsentiert sich derzeit die Independence Mall der US-Großstadt Philadelphia. (Media, 15.11.2018 - 20:48) weiterlesen...