Deutschland, Nordrhein-Westfalen

Von den meisten Gebäuden in Lützerath sind nur noch Trümmerhaufen übrig.

16.01.2023 - 11:54:41

Weitere Klima-Proteste in der Nähe von Lützerath. Klimaaktivisten machen nach der fast vollständigen Räumung des Braunkohleorts mit Aktionen in der Umgebung weiter.

  • Gerodete Bäume liegen vor einer Scheune im Ort Lützerath, davor ein Bauzaun zur Absperrung, aufgestellt durch RWE. - Foto: Christoph Reichwein/dpa

    Christoph Reichwein/dpa

  • Klimaaktivisten in Rollstühlen haben sich von einer Autobahnbrücke der A44 in der Nähe von Lützerath abgeseilt. Die Brücke liegt ungefähr vier Kilometer Luftlinie vom Braunkohleort Lützerath entfernt. - Foto: Roberto Pfeil/dpa

    Roberto Pfeil/dpa

Gerodete Bäume liegen vor einer Scheune im Ort Lützerath, davor ein Bauzaun zur Absperrung, aufgestellt durch RWE. - Foto: Christoph Reichwein/dpaKlimaaktivisten in Rollstühlen haben sich von einer Autobahnbrücke der A44 in der Nähe von Lützerath abgeseilt. Die Brücke liegt ungefähr vier Kilometer Luftlinie vom Braunkohleort Lützerath entfernt. - Foto: Roberto Pfeil/dpa

Nach der fast vollständigen Räumung des Protestdorfes Lützerath durch die Polizei haben Klimaaktivisten in der Gegend weiter mit Aktionen gegen den Braunkohleabbau protestiert. Im rund 20 Kilometer entfernten Tagebau Hambach wird seit den frühen Morgenstunden ein Schaufelradbagger besetzt, wie ein RWE-Sprecher am Montag mitteilte. Außerdem seilten sich Klimaaktivisten in Rollstühlen von einer Autobahnbrücke bei Lützerath ab.

Der Bagger im rheinischen Braunkohlerevier habe den Betrieb eingestellt, sagte ein RWE-Sprecher. Es seien insgesamt vier Menschen auf dem Bagger. Die Polizei sei informiert.

Nach Angaben der Protestgruppe «Gegenangriff - für das gute Leben» haben acht Aktivisten den Bagger besetzt. Mit der Aktion wolle man sich mit den Menschen im Dorf Lützerath solidarisch zeigen. Zudem kritisierte die Gruppe das dortige Vorgehen der Polizei und forderte die Vergesellschaftung der Energieproduktion.

Von Autobahnbrücke abgeseilt

Gut vier Kilometer Luftlinie von Lützerath entfernt seilten sich außerdem Klimaaktivisten von einer Autobahnbrücke ab. Es handle sich um insgesamt fünf Personen, zwei davon im Rollstuhl, sagte ein Polizeisprecher. Der Verkehr auf der Autobahn 44 lief der Verkehr während der Aktion weiter, auf der Landstraße unter der Brücke ging dagegen nichts mehr.

In Lützerath selbst waren auch am Montagmorgen noch nach wie vor zwei Aktivisten in einem Tunnel, wie ein Sprecher von RWE sagte. Man sei in Kontakt mit ihnen. Derweil laufe der Rückbau weiter und sei bereits «weit fortgeschritten».

Bis auf die beiden Tunnel-Besetzer ist der rheinische Braunkohleort seit Sonntagnachmittag geräumt. Die meisten Gebäude waren am Sonntag schon abgerissen - darunter auch der Bauernhof von Bauer Eckardt Heukamp, des letzten Landwirts von Lützerath.

Nach dem vollständigen Abriss will der Energiekonzern RWE die darunter liegende Kohle abbaggern. Man erwarte, dass der Rückbau noch acht bis zehn Tage dauere, sagte ein Firmensprecher der «Rheinischen Post» (Montagsausgabe). «Im März oder April könnte der Tagebau dann das frühere Dorf erreichen und abbaggern.»

@ dpa.de