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Krankheiten, Corona

Viele Menschen hierzulande sind schon geimpft, aber Geschichte ist die Corona-Pandemie damit noch lÀngst nicht.

22.07.2021 - 18:16:06

Corona-Pandemie - RKI ruft zu Vorbereitungen fĂŒr Herbst und Winter auf. Im Gegenteil: FĂŒr die kĂŒhleren Monate mahnt das Robert Koch-Institut viele Schritte an.

Berlin - Das Robert Koch-Institut (RKI) dringt wegen eines als wahrscheinlich eingeschĂ€tzten Anstiegs der Corona-FĂ€lle im Herbst und Winter darauf, schon jetzt vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen.

So sollten schwere KrankheitsverlĂ€ufe, TodesfĂ€lle und die Belastung fĂŒr das Gesundheitswesen klein gehalten «und bevölkerungsbezogene Maßnahmen minimiert werden können», schreibt das RKI in einem am Donnerstag veröffentlichten Strategiepapier, das auf verschiedene Szenarien eingeht. Diese dĂŒrften aber nicht als Vorhersagen verstanden werden, vielmehr wolle man ihrem Eintreten entgegenwirken. Laut Modellierungen könnten die meisten Infektionen Erwachsene unter 60 und Kinder unter 12 Jahren betreffen.

Unter den getroffenen Annahmen ergebe sich bei der Belegung der Intensivstationen, der Sieben-Tage-Inzidenz und den Krankenhausbehandlungen ein langsamer Anstieg bis Oktober, schreibt das RKI. Dieser werde sich dann beschleunigen und im Januar/Februar 2022 gipfeln, bevor die Werte wieder sinken. Wie hoch die Spitzenwerte ausfallen, hÀngt in den Modellierungen von den angenommenen Impfquoten und der Frage ab, ob Menschen ihr Verhalten Àndern und Kontakte reduzieren: Höhere Quoten und VerhaltensÀnderungen lassen die Kurven deutlich abflachen. Solche Modellierungen sind aber mit etlichen Unsicherheiten behaftet.

Die Bevölkerung sollte, so das RKI, «frĂŒhzeitig darĂŒber informiert werden, dass es im Winter wieder zu einer starken Belastung des Gesundheitswesens» und möglicherweise einer regionalen oder lokalen Überlastung kommen könne, etwa bei der sogenannten ECMO-KapazitĂ€t (spezielle Maschinen fĂŒr Patienten mit schwerem Lungenversagen). Auch eine Belastung durch Atemwegsinfektionen wie Grippe und andere Erreger sei zu erwarten, die in der Vorsaison wegen KontaktbeschrĂ€nkungen kaum zirkulierten. Das betreffe auch Kinder und Jugendliche.

Als Handlungsempfehlungen listet das RKI eine «erfolgreiche Impfkampagne», «klassische Infektionsschutzmaßnahmen der GesundheitsĂ€mter» und den gezielten Einsatz von Maßnahmen. Das RKI rĂ€t zum Beispiel, «jetzt» Auffrischimpfungen insbesondere fĂŒr Ältere und Risikogruppen zu planen.

Denkbar sei etwa das Szenario, dass bei Hochbetagten mit zunehmendem zeitlichen Abstand zur Impfung vermehrt Infektionen auftreten könnten, sogenannte ImpfdurchbrĂŒche, schreibt das RKI. Es könne in Pflegeheimen zu schweren AusbrĂŒchen kommen.

Mit Blick auf Schulen und Kitas weist das RKI unter anderem darauf hin, dass bauliche, strukturelle, organisatorische und technische Maßnahmen «intensiviert und bis zur Öffnung nach den Sommerferien abgeschlossen sein» sollten.

Das Institut betont: «Die Vorstellung des Erreichens einer HerdenimmunitĂ€t im Sinne einer Elimination oder sogar Eradikation des Virus» - also ein weitgehendes ZurĂŒckdrĂ€ngen oder Ausrotten - sei nicht realistisch. Ziel der Impfungen sei daher, «in der Bevölkerung eine breite GrundimmunitĂ€t zu erreichen». Diese vermittle einen weitgehenden individuellen «Schutz vor (schweren) Erkrankungen» und verringere zudem die Viruszirkulation. Eine breite GrundimmunitĂ€t werde jedoch vermutlich diesen Herbst und Winter noch nicht erreicht sein, weil die erwartbare Impfquote von circa 70 bis 80 Prozent unter Erwachsenen noch nicht ausreiche.

Das RKI spricht sich schon lĂ€nger dafĂŒr aus, die Grundregeln gegen Corona wie Abstand, Hygiene, Maske, LĂŒften und Corona-Warn-App weiter beizubehalten. Im Papier heißt es, durch organisatorische Maßnahmen wie die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten und Teilnehmerbegrenzungen fĂŒr Veranstaltungen sollte die Zahl der «infektiösen Kontakte» weiterhin reduziert werden. Bei Krankheits- und ErkĂ€ltungssymptomen - nicht nur in Hinblick auf Covid-19 - rĂ€t das RKI Betroffenen, zu Hause zu bleiben.

© dpa-infocom, dpa:210722-99-482050/2

@ dpa.de

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