Medien, Menschenrechte

Verschleppt, ermordet oder noch im Istanbuler Konsulat? Der saudi-arabische Journalist Chaschukdschi bleibt verschwunden.

09.10.2018 - 13:02:06

Türkei erhöht den Druck - Fall Chaschukdschi: Saudis sprechen von «makabren Gerüchten». Ankara macht Druck, Saudi-Arabien spricht von «makabren Gerüchten».

  • Recep Tayyip Erdogan - Foto: Michael Kappeler

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan stellt im Fall Chaschukdschi Forderungen an Saudi-Arabien. Foto: Michael Kappeler

  • Mohammed bin Salman - Foto: Rainer Jensen/Archiv

    Dem saudischen Thronfolgers, Kronprinz Mohammed bin Salman, wird von Beobachtern eine zunehmend aggressive Außenpolitik vorgeworfen. Foto: Rainer Jensen/Archiv

  • Chaschukdschi - Foto: Virginia Mayo/AP

    Der saudische Journalist Dschamal Chaschukdschi ist spurlos verschwunden. Foto: Virginia Mayo/AP

  • Fall Chaschukdschi - Foto: Emrah Gurel/AP

    Saudi-Arabien weist jedwede Verantwortung für das Verschwinden des Journalisten Chaschukdschi zurück. Hier die jemenitische Friedensnobelpreisträgerin Tawakkol Karman bei einer Demo in Iastanbul. Foto: Emrah Gurel/AP

Recep Tayyip Erdogan - Foto: Michael KappelerMohammed bin Salman - Foto: Rainer Jensen/ArchivChaschukdschi - Foto: Virginia Mayo/APFall Chaschukdschi - Foto: Emrah Gurel/AP

Washington (Riad) - Der saudi-arabische Botschafter in den USA, Chalid bin Salman, hat Meldungen über den Tod oder die Verhaftung des Journalisten Dschamal Chaschukdschi als «vollkommen falsch» zurückgewiesen.

Es handele sich um «makabere Gerüchte», die frei von jeder Wahrheit seien, erklärte der Diplomat, wie der von Saudi-Arabien finanzierte Kanal Al-Arabija am Dienstag meldete.

Der 59 Jahre alte regimekritische Journalist Chaschukdschi wird seit Tagen vermisst. Er betrat am Dienstag vergangener Woche das saudische Konsulat in Istanbul, um Papiere für seine Hochzeit abzuholen, kam aber nicht wieder heraus. Nach Einschätzung türkischer Polizei- und Geheimdienstkreise wurde er im Konsulat ermordet. US-Präsident Donald Trump äußerte sich besorgt über das Verschwinden des Journalisten.

Chalid bin Salman sagte weiter, das saudische Konsulat in Istanbul kooperiere eng mit den türkischen Behörden, um herauszufinden, was passiert sei, nachdem Chaschukdschi das Konsulat wieder verlassen habe. Er selbst sei ein Freund des Journalisten gewesen. Trotz Meinungsverschiedenheiten hätten sie regelmäßig in Kontakt gestanden.

Chalid bin Salman ist der Bruder des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Dieser gilt als eigentlicher starker Mann des Königreiches und pflegt enge Beziehungen zu Washington. Chaschukdschi hatte den Kronprinzen aus seinem US-Exil mehrfach kritisiert.

@ dpa.de

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