Deutschland, Parteien

US-Forschenden ist kürzlich erstmals eine Kernfusion gelungen, bei der mehr Energie gewonnen als verbraucht wurde.

27.12.2022 - 04:22:29

FDP will Kernfusionsforschung vorantreiben. Der FDP-Fraktionschef sieht darin auch Chancen für die deutsche Energiepolitik.

Deutschland sollte nach dem Willen der FDP zu einem Vorreiter bei der Nutzung der Kernfusion werden. «Es wäre doch toll, wenn der erste Kernfusionsreaktor, der Strom für Unternehmen und Haushalte produziert, in Deutschland gebaut wird. Das muss unser Ziel sein», sagte FDP-Fraktionschef Christian Dürr der «Augsburger Allgemeinen». Deshalb schlage er der Ampel-Koalition vor, gesetzgeberisch die Möglichkeiten für die Entwicklung der Kernfusion zu legen.

Bei Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (ebenfalls FDP) stößt der Vorschlag auf offene Ohren. Sie sagte den Zeitungen der Mediengruppe Bayern: «Die Fusion ist die riesige Chance, all unsere Energieprobleme zu lösen. Wir können damit die Sonne auf die Erde holen. Mein Haus fördert die Erforschung der Fusion schon seit Jahren, zuletzt mit mehr als 140 Millionen Euro pro Jahr. Wir brauchen jetzt mehr Ambition, um den Weg zu einem Fusionskraftwerk zu ebnen.»

Die Energiepolitik sei in den vergangenen Jahren zu stark von Verboten und Einschränkungen geprägt gewesen, beklagte Dürr. «Aber bei der Frage, wie wir in Zukunft unsere Energieversorgung gestalten, müssen wir technologieoffen sein. Und da hoffe ich, dass die Grünen nicht nur zurückschauen, sondern auch nach vorne blicken», sagte der FDP-Fraktionschef. Über die Weihnachtsfeiertage hatte der CDU-Politiker Jens Spahn an die Bundesregierung appelliert, die Forschung an der Kernfusion als Energiequelle in Deutschland zu fördern.

Zeitrahmen derzeit unklar

Bei der Kernfusion werden Atomkerne anders als in Reaktoren von Atomkraftwerken verschmolzen statt gespalten. Theoretisch ließen sich damit sehr große Energiemengen erzeugen - und das klimaneutral. In der Praxis gestaltet sich das bisher aber schwierig. Die US-Regierung hatte vor einigen Wochen zwar erklärt, dass es erstmals gelungen sei, beim Verschmelzen von Atomkernen mehr Energie zu gewinnen als zu verbrauchen.

Fraglich ist jedoch, ob und wann die Technik zur Energiegewinnung im großen Maßstab einsetzbar ist. Bereits in den 1980er Jahren wurden von Wissenschaftlern «Durchbrüche» verkündet, die sich letztlich nicht als solche herausstellten. Unbestritten ist indes, dass es in den vergangenen Jahren Fortschritte gegeben hat.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Maaßen: Nur aus Medien von Austrittsaufforderung erfahren. Die CDU droht mit einem Ausschlussverfahren. Doch der Ex-Verfassungsschutzchef lässt sich weiter Zeit für eine Reaktion. Enttäuscht äußert er sich vom Parteivorsitzenden Merz. Die Uhr tickt. (Politik, 31.01.2023 - 08:05) weiterlesen...

Faeser bleibt als hessische SPD-Spitzenkandidatin Ministerin. Einem Bericht zufolge will sie in diesem Fall nach Absprache mit dem Kanzler Bundesinnenministerin bleiben. Am Freitag will sich Faeser erklären, ob sie als Spitzenkandidatin für die SPD in Hessen antritt. (Politik, 30.01.2023 - 21:07) weiterlesen...

Parteiausschlussverfahren: CDU stellt Maaßen Ultimatum. Nun äußert sich Maaßen dazu. Per Ultimatum will die CDU den früheren Verfassungsschutzchef zum Parteiaustritt bewegen - und droht notfalls mit Ausschlussverfahren. (Politik, 30.01.2023 - 15:45) weiterlesen...

CDU stellt Maaßen Ultimatum - Distanz zur Werte-Union. Auch die Werte-Union gerät zunehmend in den Fokus. Per Ultimatum will die CDU den früheren Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen zum Parteiaustritt bewegen - und droht notfalls mit Ausschlussverfahren. (Politik, 30.01.2023 - 14:56) weiterlesen...

CDU-Präsidium fordert Maaßen zu Parteiaustritt auf (Politik, 30.01.2023 - 12:03) weiterlesen...

Maaßen führt Werte-Union - Partei will ihn loswerden. Die CDU würde ihn am liebsten loswerden. Nun hat Maaßen einen neuen Posten. Maaßen sorgt immer wieder mit umstrittenen Äußerungen für Schlagzeilen. (Politik, 29.01.2023 - 19:00) weiterlesen...