Klima, Umwelt

Unsere Welt hat sich schon um rund ein Grad aufgeheizt im Vergleich zur vorindustriellen Zeit Mitte des 18.

03.12.2018 - 15:09:19

Emissionen auf Rekordhoch - Dramatische Warnungen zum Auftakt der Klimakonferenz. Jahrhunderts. Die 20 wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen lagen in den vergangenen 22 Jahren.

  • Kohlekraftwerk und Windräder - Foto: Julian Stratenschulte

    Vergangenheit und Zukunft: Windräder drehen sich hinter einem Kohlekraftwerk. Foto: Julian Stratenschulte

  • Kohlenhandel - Foto: Oliver Berg

    Kohlenhändler im Ruhrgebiet: Fossile Brennstoffe sind von vorgestern. Foto: Oliver Berg

  • Verkehr in Peking - Foto: Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv

    Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv

  • Wüste im Norden Chinas - Foto: Bing Han

    Die Wüste im Norden Chinas dehnt sich aus. Foto: Bing Han

  • Atemmasken - Foto: Ole Spata/Archiv

    Schals und Atemmasken gehören in Peking mittlerweile zum Stadtbild. Foto: Ole Spata/Archiv

  • Dürre und Hunger in Kenia - Foto: Stephen Morrison/Archiv

    Dürre und Hunger in Kenia: Experten sehen auch im Klimawandel Gründe für die Flüchtlingsströme. Foto: Stephen Morrison/Archiv

  • Thailand verdorrt - Foto: Rungroj Yongrit/Archiv

    Thailand verdorrt: Ein Dorfbewohner bewegt sich auf dem Grund eines ausgetrockneten Stausees. Foto: Rungroj Yongrit/Archiv

  • Hitzetod - Foto: Hitzetod: Tausende tote Kraben liegen an der kalifornischen Küste - die Meereserwärmung hat sie umgebracht. Foto: Eugene Garcia

    Hitzetod: Tausende tote Kraben liegen an der kalifornischen Küste - die Meereserwärmung hat sie umgebracht. Foto: Eugene Garcia

  • Great Barrier Reef - Foto: Great Barrier Reef Marine Park/Great Barrier Reef Marine Park Authority

    Die hohen Wassertemperaturen haben die Korallenbleiche verstärkt. Foto: Great Barrier Reef Marine Park/Great Barrier Reef Marine Park Authority

  • Smog in Peking - Foto: Andy Wong

    Nach Analysen von Fossilien schätzen Wissenschaftler, dass es eine so hohe CO2-Konzentration wie heute zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren gab. Foto: Andy Wong

  • Malediven - Foto: Friedel Gierth

    Bedrohtes Paradies: Einsamer Palmenstrand auf der Malediven-Insel Little Bandos. Foto: Friedel Gierth

  • Los Angeles im Dunst - Foto: Ringo Chiu

    Smog in Los Angeles: Die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre ist noch nie so schnell gestiegen wie im vergangenen Jahr. Foto: Ringo Chiu

  • Fidschi-Insel Vorovoro - Foto: DB tribewanted/www.tribewanted.com

    Auch sie ist vom steigenden Meeresspiegel bedroht: die Fidschi-Insel Vorovoro. Foto: DB tribewanted/www.tribewanted.com

  • Hilfeschrei - Foto: Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, damals Staatsoberhaupt der Malediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epa

    Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, damals Staatsoberhaupt der Malediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epa

  • Flut in Tuvalu - Foto: Kyodo

    Kinder spielen auf einem vom Meerwasser überflutetem Platz in Funafuti, der Hauptstadt des pazifischen Inselstaats Tuvalu. Foto: Kyodo

  • Solarkraft-Komplex in Marokko - Foto: Teresa Dapp

    So könnte es gehen Bei Ouarzazate in Marokko entsteht der größte Solarkraft-Komplex der Welt. Foto: Teresa Dapp

  • Eisbär - Foto: David Goldman

    Wie lange hält das Eis noch? Ein Eisbär in der Meerenge Victoria Strait im nördlichen Kanada. Foto: David Goldman

  • Riesiges Solarkraftwerk - Foto: Abdeljalil Bounhar

    Strom aus Wüstensonne: Das gigantische Solarkraftwerk Noor 3 in der Nähe von Ouarzazate in Marokko. Foto: Abdeljalil Bounhar

  • Verkehr in Moskau - Foto: Pavel Golovkin

    Kein Zustand auf Dauer: Verkehrsstau auf einer großen Straße in Moskau, im Hintergrund qualmen große Kraftwerke. Foto: Pavel Golovkin

Kohlekraftwerk und Windräder - Foto: Julian StratenschulteKohlenhandel - Foto: Oliver BergVerkehr in Peking - Foto: Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. Foto: Adrian Bradshaw/ArchivWüste im Norden Chinas - Foto: Bing HanAtemmasken - Foto: Ole Spata/ArchivDürre und Hunger in Kenia - Foto: Stephen Morrison/ArchivThailand verdorrt - Foto: Rungroj Yongrit/ArchivHitzetod - Foto: Hitzetod: Tausende tote Kraben liegen an der kalifornischen Küste - die Meereserwärmung hat sie umgebracht. Foto: Eugene GarciaGreat Barrier Reef - Foto: Great Barrier Reef Marine Park/Great Barrier Reef Marine Park AuthoritySmog in Peking - Foto: Andy WongMalediven - Foto: Friedel GierthLos Angeles im Dunst - Foto: Ringo ChiuFidschi-Insel Vorovoro - Foto: DB tribewanted/www.tribewanted.comHilfeschrei - Foto: Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, damals Staatsoberhaupt der Malediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epaFlut in Tuvalu - Foto: KyodoSolarkraft-Komplex in Marokko - Foto: Teresa DappEisbär - Foto: David GoldmanRiesiges Solarkraftwerk - Foto: Abdeljalil BounharVerkehr in Moskau - Foto: Pavel Golovkin

Kattowitz - Mit einem dramatischen Appell zum Kampf gegen die Erderhitzung hat UN-Generalsekretär António Guterres die Weltklimakonferenz in Polen offiziell eröffnet.

Schon jetzt sei der Klimawandel für viele Menschen und auch ganze Staaten eine «Frage von Leben und Tod», sagte er am Montag in Kattowitz (Katowice) vor Vertretern von knapp 200 Staaten, die dort zwei Wochen lang verhandeln. Es gehe darum, ein «globales Klima-Chaos» abzuwenden. Wenn die Staatengemeinschaft versage, würden Arktis und Antarktis weiter schmelzen, die Korallen sterben, die Meeresspiegel steigen sowie mehr Menschen an Luftverschmutzung sterben und an Wasserknappheit leiden - bei explodierenden Kosten. «Wir brauchen mehr Taten und mehr Ehrgeiz», mahnte er.

Drei Jahre nach den als historisch eingestuften Beschlüssen der Pariser Klimakonferenz sollen in Kattowitz klare Regeln zur Umsetzung vereinbart werden: Die Beiträge einzelner Staaten zum Klimaschutz und auch die Finanzhilfen sollen für alle nachvollziehbar werden. In Paris war beschlossen worden, die Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad - verglichen zur vorindustriellen Zeit um 1750. Die bisher weltweit zugesagten Maßnahmen zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase reichen dazu aber bei weitem nicht aus. Die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, bei der Kohlendioxid frei wird, müsste schnell drastisch sinken, mahnt der Weltklimarat.

Polens Staatspräsident Andrzej Duda stimmte die Teilnehmer auf schwierige Verhandlungen ein. Die Welt stehe vor einem «historischen Test», sagte er. Das Gastgeberland Polen sei bereit, seinen Teil beizutragen. Allerdings gilt Polen, das knapp 80 Prozent seines Stroms aus Kohle bezieht, bei Umweltschützern bisher als Klimasünder.

Bei der Eröffnungszeremonie waren viele Staats- und Regierungschefs zu Gast. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ sich von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) vertreten.

Müller nannte den Kampf gegen die Erderhitzung eine Überlebensfrage der Menschheit. «Kattowitz muss die Trendwende sein, vom Reden zum Handeln zu kommen», sagte der CSU-Politiker. Die Emissionen von Treibhausgasen seien auf einem Rekordhoch und stiegen weiter. Es sei zu wenig passiert seit der Konferenz in Paris. Die dort vereinbarten Etappenziele erfüllten zurzeit nur 17 Staaten. Auch Deutschland verfehle sein selbstgestecktes Ziel, 2020 mindestens 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen als 1990.

Müller erinnerte zugleich an Deutschlands jüngste Ankündigung, seinen Beitrag zum Grünen Klimafonds der Vereinten Nationen ab 2019 auf 1,5 Milliarden Euro zu verdoppeln. In den wichtigsten UN-Klimatopf zahlen wohlhabendere Länder ein, finanziert werden Klimaschutzprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern. Dies solle «Signal und Anstoß» sein für andere Staaten, diesen Schritt mitzugehen, sagte Müller.

Umweltschützer sprachen von einem «Ablasshandel», mit dem sich Deutschland freikaufen wolle. «Es reicht nicht, den Geldbeutel zu zücken, wenn man zu Hause seine Klimaziele krachend verfehlt», erklärte Christiane Averbeck von der Klima-Allianz.

Guterres erinnerte daran, dass die Zeit für endlose Verhandlungen fehle. Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre sei so hoch wie seit drei Millionen Jahren nicht. «Trotzdem steigen die Emissionen weiter an.» Nach neuesten Berechnungen müsse der Ausstoß von Kohlendioxid aber bis 2030 um 45 Prozent sinken im Vergleich zu 2010, und schon 2050 netto null erreichen.

Warnend verwies er darauf, dass der Treibhauseffekt längst im Gang ist. Nach Berechnungen der Weltwetterorganisation hätten die 20 wärmsten je gemessenen Jahre in den vergangenen 22 Jahren gelegen. Die Welt stecke wegen des Klimawandels in großen Schwierigkeiten, die Dringlichkeit der Situation könne kaum überschätzt werden.

Die USA haben sich als einer der größten Verursacher von Treibhausgasen aus dem Pariser Abkommen zurückgezogen. Beim G20-Gipfel in Buenos Aires stand US-Präsident Donald Trump damit am Wochenende weiter isoliert da - alle anderen Teilnehmer betonten aber, das Klimaabkommen sei unumkehrbar.

Bundesumweltministerin Schulze sagte, die massiven Proteste der «Gelben Westen» in Frankreich unter anderem gegen höhere Spritpreise zeigten, dass beim Klimaschutz die soziale Frage von Anfang an mitgedacht werden müsse. Dies versuche Deutschland mit der Kommission zum Kohleausstieg und zum Strukturwandel zu schaffen. Klimapolitik müsse so gemacht werden, dass die Menschen mitgenommen werden. Schulze und Müller waren - anders als ursprünglich geplant - ohne eine Einigung der Kommission auf ein Ausstiegsdatum für die Kohleverstromung nach Kattowitz gereist.

Die Weltbank kündigte an, den Kampf gegen den Klimawandel mit doppelt so hohen Investitionen wie bisher zu unterstützen. Von 2021 bis 2025 sollen 200 Milliarden Dollar fließen (umgerechnet 177 Mrd. Euro), um vor allem den ärmsten Ländern der Welt zu helfen, wie die in Washington ansässige Entwicklungsbank zum Gipfelauftakt mitteilte. Das sei doppelt so viel wie in der laufenden fünfjährigen Finanzierungsperiode.

@ dpa.de

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