Corona, Covid-19

Um 33 Prozent ist die Inzidenz im Wochenvergleich gesunken.

04.11.2022 - 07:27:24

RKI: Rückgang bei Corona-Zahlen womöglich vorübergehend. Ein Herbstferien-Effekt? Das RKI warnt trotz sinkender Corona-Zahlen: Die Experten sehen einen steigenden Trend bei Atemwegserkrankungen.

Die rückläufige Entwicklung bei den gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Deutschland könnte laut Robert Koch-Institut (RKI) mit den Herbstferien zusammenhängen und nur vorübergehend sein. Vergangene Woche seien die Sieben-Tage-Inzidenzen in allen Bundesländern und Altersgruppen gesunken, heißt es im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend.

«Hierbei muss weiterhin der Faktor der Schulferien mit bedacht werden, der sowohl Kontakt- als auch Testverhalten beeinflusst.» Der Inzidenz-Rückgang betrug demnach im Vergleich zur Woche zuvor insgesamt 33 Prozent.

In dieser Woche ist die Zahl der gemeldeten Ansteckungen weiter gesunken. Im Großteil der Bundesländer war am Montag oder Dienstag Feiertag.

Auch weniger schwere Krankheitsverläufe

Rückläufig war vorige Woche laut RKI-Bericht aber nicht nur die Inzidenz: Auch wurden weniger schwere Covid-19-Verläufe erfasst. Die geschätzte Zahl der Arztbesuche in dem Zusammenhang fiel im Wochenvergleich ebenfalls geringer aus, ebenso die Zahl der Labortests auf Sars-CoV-2. Bei der Viruslast im Abwasser zeigte sich beim Großteil der untersuchten Standorte ein fallender Trend - diese Art der Überwachung ist unabhängig von der Inanspruchnahme von Tests.

Insgesamt rechnet das RKI in den kommenden Wochen mit einer hohen Zahl an Atemwegserkrankungen. «Insbesondere die Positivenrate und die Zahl der Erkrankungen durch Influenza zeigen einen steigenden Trend, zudem führen RSV-Infektionen insbesondere bei Kleinkindern zu vermehrten Erkrankungen und Krankenhauseinweisungen.»

RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus. Der Erreger hatte bereits vergangenes Jahr für eine außergewöhnliche Welle in einigen Ländern gesorgt, was auch als Folge der Pandemie gilt.

Omikron-Sublinie dominant

Unverändert herrscht in Deutschland nach den aktuellsten verfügbaren Daten von vorvergangener Woche die Omikron-Sublinie BA.5 vor - mit 96 Prozent, wie aus dem Bericht hervorgeht. Neue Abkömmlinge von BA.5 wie BQ.1 und BQ.1.1, die sich nach Modellierungen der europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC in den kommenden Wochen durchsetzen dürften, nehmen auch in Deutschland zu. Das Niveau sei aber mit je rund drei Prozent Anteil in einer Stichprobe sehr niedrig, schreibt das RKI.

Bisher gibt es Fachleuten zufolge auch keine Anzeichen, dass der etwa in sozialen Medien gebrauchte Spitzname von BQ.1.1 - «Höllenhund» - Programm ist.

Im Oktober sind laut einem weiteren RKI-Bericht speziell zu Covid-19-Immunisierungen vom Donnerstag mehr als zwei Millionen Impfungen bundesweit verabreicht worden. Fortschritte gebe es insbesondere bei zweiten Auffrischimpfungen, die etwa älteren Menschen empfohlen werden. Aber: «Bei den Bewohnenden und Gästen von Langzeitpflegeeinrichtungen lässt sich nur ein langsamer Anstieg der Impfquoten für die 2. Auffrischimpfung beobachten», schreibt das RKI.

Es ruft dazu auf, die Grippeschutzimpfung «unbedingt» zum Anlass zu nehmen, um auch den Covid-19-Schutz der gefährdeten Gruppe zu vervollständigen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Weniger Geburten durch Belastungen der Pandemie. Statistiker sehen dafür vor allem die Corona-Pandemie und die Impfstrategie als Ursache. 2022 kamen rund acht Prozent weniger Neugeborene auf die Welt als noch im Vergleichzeitraum des Vorjahres. (Unterhaltung, 02.12.2022 - 13:46) weiterlesen...

Formel 1 streicht China auch 2023 aus Rennkalender (Sport, 02.12.2022 - 12:20) weiterlesen...

Flug-Ausschluss: Lufthansa entschädigt jüdische Reisende. Nun hat man einen finanziellen Ausgleich geschaffen. Mächtig Ärger hatte die Lufthansa, nachdem sie im Mai eine größere Gruppe orthodoxer Juden von einem Flug ausgeschlossen hatte. (Wirtschaft, 01.12.2022 - 11:23) weiterlesen...

DGB: Viele empfinden Digitalisierung im Job als Belastung. So erleben viele Arbeitnehmer die Digitalisierung keineswegs nur als Erleichterung. Von einem «Alarmsignal» spricht die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi angesichts einer Umfrage der Gewerkschaft. (Wirtschaft, 01.12.2022 - 09:14) weiterlesen...

Chinas Vizepremier spricht von «neuem Stadium» in Pandemie. Jetzt äußert sich der Vizepremier. Die rigorosen Maßnahmen der chinesischen Behörden führten am Wochenende zu den größten öffentlichen Demonstration seit Jahrzehnten. (Ausland, 01.12.2022 - 06:26) weiterlesen...

Chinas Parteiführung will bei Protesten «hart durchgreifen». Die Parteiführung mahnt das Volk, seinen Unmut nicht auf die Straße zu tragen. Sie sieht auch «feindliche Kräfte» am Werk. Eine Abkehr von den harten Null-Covid-Maßnahmen gibt es in China nicht. (Ausland, 30.11.2022 - 05:50) weiterlesen...