Polizei, International

Über Tage war der Verbleib von Meng Hongwei unklar, die internationale Polizeiorganisation machte schließlich öffentlich Druck auf China.

07.10.2018 - 21:58:06

Meng Hongwei tritt zurück - Verschwundener Interpolchef in China unter «Aufsicht». Nun gibt es zumindest etwas Klarheit - auch wenn die Hintergründe weiter offen sind.

Lyon/Peking - Nach tagelangen Spekulationen über das Schicksal von Inter«Diese Angelegenheit betrifft die internationale Gemeinschaft», sagte sie in Lyon, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. Sie habe dabei aus Sorge um ihre Sicherheit den Kameras den Rücken zugedreht und mit zitternder Stimme gesprochen. Die Frau berichtete demnach, dass ihr Mann in seinen letzten Nachrichten am 25. September zuerst geschrieben, dass sie auf seinen Anruf warten soll - und dann ein Messer-Symbol hinterhergeschickt habe.

Die französische Justiz in Lyon hatte wegen Mengs Verschwinden eine Untersuchung eingeleitet. Mengs Frau wurde unter Polizeischutz gestellt, wie AFP unter Berufung auf das Pariser Innenministerium meldete: Sie habe von Drohungen über soziale Netzwerke und per Telefon berichtet hatte.

Interpol ist die wichtigste internationale Polizeiorganisation der Welt. Die 192 Mitgliedstaaten tauschen unter anderem Informationen zu gesuchten Personen aus.

Meng war 2016 als erster Chinese zum Interpol-Präsidenten gewählt worden - eine international durchaus umstrittene Personalie. Sie hatte vor allem unter Menschenrechtlern Besorgnis ausgelöst. Amnesty International warf China damals vor, schon lange zu versuchen, Interpol für die Fahndung nach chinesischen Dissidenten und Aktivisten zu benutzen.

Der Interpol-Präsident wird immer für vier Jahre ernannt und steht dem Exekutivausschuss der Organisation vor. Dieses Gremium wacht über die Umsetzung der Entscheidungen der jährlichen Generalversammlung der Organisation. Für die Führung der Alltagsgeschäfte von Interpol ist Generalsekretär Stock verantwortlich.

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